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Wer an der Baustelle zur neuen Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe vorbeikommt, merkt: Es rührt sich was. Vergangene Woche wurden Stahlträger aufgebaut, die nun die Konturen der neuen Halle erahnen lassen.
Bad Tölz – „Es freut mich riesig, dass etwas vorwärts geht“, sagt Theodor Lochner vom Tölzer Stadtbauamt. Denn auf der Großbaustelle auf der Tölzer Flinthöhe können sich Beobachter mittlerweile genauer vorstellen, was dort entsteht: Stahlträger lassen die Ausmaße der neuen Boulderhalle erkennen, die gerade errichtet wird. „Das Schöne ist: Jetzt kann man die Kontur erkennen und bekommt ein Raumgefühl“, sagt Lochner. Bisher seien nur die Bodenplatten zu sehen gewesen.
Erfreulich sei der Fortschritt gerade deswegen, weil der Neubau immer wieder Hürden zu überwinden habe. Wie berichtet ergab sich im Juli, dass die Baukosten weit über den Schätzungen liegen werden. Der Finanzausschuss diskutierte damals, dass aufgrund der guten Konjunktur und der Vollbeschäftigung am Bau die Preise in die Höhe schießen.
Auch an anderer Stelle kam es zu unerwarteten Mehrkosten. „Wir haben ganz gewissenhaft Probebohrungen machen lassen“, erklärt Lochner. „Es wurden keine Kontaminationen festgestellt.“ Beim Aushub kam heraus, dass es doch Bereiche gebe, die gesondert entsorgt werden müssen. „Dafür haben wir festgestellt, dass der Boden schon ab einem Meter Tiefe tragfähig ist – und nicht erst ab 2,50 Metern wie erst gedacht.“ Hier seien wieder Kosten eingespart worden.
Aber es kam zu einem Zeitverlust, es mussten andere Bodenplatten verwendet werden, der Statiker musste alles neu berechnen. „Erst dann konnte es weitergehen.“ Daher hat sich die erste Hoffnung, die Boulderhalle könne im Winter bereits stehen, zerschlagen. Neuer Plan ist, dass sie im ersten Quartal 2020 fertig ist.
Die tonnenschweren Bögen, die jetzt aufgerichtet wurden, stellen das Traggerüst dar. Ein großer Kran brachte sie in Position. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird die Außenhülle nach einem Sandwich-System angebracht. An den Ecken werden Holzelemente verbaut sein.
Außenteil hängt quasi in der Luft
Insgesamt sieben Meter hoch wird das neue Gebäude sein. Um Höhe einzusparen, wurde eine besondere Bauweise gewählt: Durch ein Außenteil, das quasi in der Luft hängt.
Ein Highlight wird die Brücke darstellen, die den Alt- und Neubau verbindet. Diese soll in zwei bis drei Wochen aufgestellt werden. Außen erhält sie eine Stahlbetonhülle. Auf der einen Seite werden mit einem Laser ausgeschnittene Kletterfiguren angebracht. Die andere Seite wird nachts rot angestrahlt, so dass die Silhouetten der Figuren zu sehen sein werden.
Über diese Brücke wird der Neubau betreten. Man landet also im ersten Stock. Von dort hat man einen Blick in die Kletterhalle. Aber auch oben gibt es einen Bereich zum Klettern, unter anderem einen eigenen Kinderbereich. Wer möchte, kann vom unteren in den oberen Stock klettern. „Das Ganze ist eine tolle Geschichte“, freut sich Lochner, der die Boulderhalle nicht nur aus Sicht des Bauamts, sondern auch als Klettertrainer schätzt. „Der Neubau wird das Stadtbild prägen.“
Die Garagen, die früher an der Stelle standen und abgerissen wurden, werden übrigens neben dem Heizwerk wieder aufgebaut. Darin befinden sich Fahrzeuge für die Pflege der Anlagen auf der Flinthöhe. Weniger Parkplätze werden daher nicht vorhanden sein. Vielmehr werden aus der vorigen Rangierfläche neue Stellplätze.
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