INFORMATIONSABEND

Bürger fordern beim BI-Infoabend mehr Transparenz seitens der Gemeinde Irschenberg

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Voller Saal im Kramerwirt: Beim Informationsabend der Bürgerinitiative Irschenberg ging es nicht nur um Kiesabbau und Kläranlage. Auch die Informationspolitik von Bürgermeister und Rathaus war ein Thema.
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Mit den Themen Kiesabbau und Neubau der Kläranlage hat die Bürgerinitiative Irschenberg viele Zuhörer zu ihrem Informationsabend gelockt. Im Laufe des Abends zeigte sich aber, dass ein anderes Thema die Bürger noch mehr bewegt: die unzureichende Informationspolitik durch Bürgermeister und Rathaus.

Irschenberg – Der Saal im Kramerwirt war am Mittwochabend voll. An die 100 Zuhörer waren gekommen zum Informationsabend der Bürgerinitiative (BI) Irschenberg, die sich erst vor gut einem Jahr gegründet hatte – als Reaktion, um „einen haarsträubenden Genehmigungsvorgang beim Bauantrag zum Kiesabbau in Oberhasling in demokratische Bahnen zu lenken“, wie BI-Sprecher Florian Kories zu Beginn feststellte. Umso mehr war die BI „überwältigt vom Zuspruch“, wie Moderatorin Katja Moser eingangs feststellte.

Während Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) nicht erschienen war, befanden sich seine beiden Stellvertreter – Zweiter Bürgermeister Marinus Eyrainer (FWG Irschenberg) und Dritter Bürgermeister Tom Niggl (CSU) – im Publikum. Mit Regina Gruber (FWG Irschenberg), Kathleen Ellmeier und Marinus Waldschütz (FWG Reichersdorf) sowie Brigitte Klamt und Florian Kirchberger (FDP/Aktive Bürger) waren zudem fünf weitere Gemeinderatsmitglieder dabei und brachten sich aktiv in die Diskussion ein. So nutzte vor allem Eyrainer die Gelegenheit, den aktuell zweigleisigen Weg der Gemeinde in Sachen Kiesabbau mit Flächennutzungsplan und städtebaulichem Vertrag zu erklären (Bericht folgt). Eine Dialogbereitschaft, die gut ankam.

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Beim zweiten Thema, dem geplanten Neubau der Kläranlage (Bericht folgt), sprach ein Teilnehmer aus, was sich wohl mehrere dachten: „Es wäre schön, wenn wir diese Informationen, die wir hier hören, von der Gemeinde bekommen würden.“ Es sei der Job des Rathauses, die Bürger zu informieren und zu sensibilisieren, ergänzte er mit Blick auf die drohenden Sonderbeiträge zum Neubau.

Gemeinderatsmitglieder bestätigen Kommunikationsdefizit

Eine Kritik, die die Ratsmitglieder nicht schönredeten. „Mir ist bewusst, dass die Kommunikation nicht optimal ist“, sagte Gruber und gab den Bürgern den Rat, sich aktiv mit Fragen direkt an das Rathaus zu wenden. „Da weiß ich jetzt schon, dass ich keine Antwort kriege“, konterte Ex-Ratsmitglied Werner Schmid (FWG Irschenberg) und appellierte an Bürgermeister und Gemeinderat, von ihren nicht öffentlichen „Geheimsitzungen“ abzurücken und sie öffentlich abzuhalten. „Man weiß nicht, was da geredet wird. Am Ende heißt es dann für den Bürger: Friss oder stirb.“

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Während Waldschütz ergänzte, die BI sei der Gemeinde beim Thema Kläranlage zuvorgekommen, bestätigte Kirchberger: „Die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde ist kritikwürdig.“ Der Gemeinderat werde hier Verbesserungen einfordern, wobei er aber zu bedenken gab: „Die Öffentlichkeitsarbeit ist Sache des Bürgermeisters.“

„Bürgermeister tut sich schwer“

Und darin liegt das Problem, wie Ellmeier feststellte: „Sein Vorgänger Hans Schönauer hat reden können. Das kann der Bürgermeister jetzt nicht ganz so gut. Dass er sich aber so schwertut, haben wir selbst nicht gedacht.“ Was Martin Geier von der BI nicht so ganz gelten lassen wollte: „Wie viele Hände müssen wir denn noch ausstrecken? Wir wollen etwas mit der Gemeinde bewegen. Aber langsam gehen uns die Optionen aus.“

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Die BI bekräftigte abschließend ihre Dialogbereitschaft. „Wir wollen in die Kommunikation kommen“, sagte Moser und verwies auf das mittlerweile große Know-how der BI. „Wir können einen großen Beitrag für die Gemeinde Irschenberg leisten.“

ddy

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