Wahlkampf in Finsing: Drei Politiker hatten bereits ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt bekanntgegeben. Mit Gertrud Eichinger (SPD) sind es nun vier.
Eicherloh – Dass die Kommunalwahlen im März spannend für die Finsinger werden, steht seit einigen Wochen fest. Neben dem amtierenden Bürgermeister Max Kressirer (WGE) hatte sich Gertrud Eichinger schon früh dazu entschieden, für das Amt kandidieren zu wollen. Offiziell wurde sie am Dienstagabend in der Aufstellungsversammlung von SPD und Parteifreien als Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin nominiert. Sie muss sich nicht nur gegen Kressirer, sondern auch gegen Andreas Wimmer (FWF) und Dieter Heilmair (CSU) behaupten.
Bereits vor sechs Jahren hatte Eichinger um das Amt des Gemeindechefs gekämpft, musste sich aber knapp geschlagen geben. Jetzt will sie es erneut versuchen. Die 53-Jährige ist selbstständige im Bereich Kommunikationsdesign und habe in Finsing viel Offenheit erfahren, wie sie in ihrer Vorstellungsrede im Gasthaus Faltermair in Eicherloh betonte. Von Kleinbürgertum, wie man es in einem Dorf erwarten könnte, habe sie nichts gespürt. Doch Eichinger ist sich sicher: „Da geht noch mehr. Viel Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.“ Die Neufinsingerin möchte helfen, dieses zu entfalten – als Bürgermeisterin, denn „so geht das viel besser als als Einzelperson im Gemeinderat“. Aktuell engagiert sich die SPD-Ortsverbandsvorsitzende unter anderem im Gemeinderat, als 3. Bürgermeisterin und 3. Landrätin.
Kommunalwahl 2020: Zukunftsfähige Infrastruktur für Finsing
Sollte sie Chefin der Gemeinde werden, hat sie sich dafür einige konkrete Ziele gesetzt. Vor allem liegt es ihr am Herzen, Finsing lebenswert für alle Generationen zu machen. „Die Menschen leben gerne hier, und das soll so bleiben“, betonte Eichinger. Ihr zufolge braucht es dafür eine zukunftsfähige Infrastruktur. Gemeint seien damit das Grundbedürfnis nach Wohnen, das in Eichingers Augen unter anderem in Form von dreigeschoßigen Gebäuden bedient werden kann, die Mobilität, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sowie Schule und Kinderbetreuung.
Zudem sei es an der Zeit, sich mit dem Thema Gewerbegebiet zu beschäftigen. „Unseres ist ausgeschöpft und sollte weiterentwickelt werden. Die Flächen dafür sind da“, erklärt sie. Für die Gemeinde bedeute eine Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets ausschließlich Vorteile – neue Arbeitsplätze, ein großes Branchenspektrum, mehr Angebote für die Bürger vor Ort.
Für ein liebenswertes Finsing
Als zweites wichtiges Themengebiet nennt Eichinger ein „liebenswertes Finsing. Es gibt viele engagierte Bürger. Sie brauchen Räume, Unterstützung und auch einmal die Bestätigung, dass es gut ist, was sie tun“, erklärt die SPD-Vorsitzende.
Getan werden könne vieles. Eichinger nennt beispielsweise einen Fitnesspfad, eine intensivierte Jugendarbeit, ein Generationenhaus, eine Bürgerhilfe und die Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts, das eigentlich bereits vor einigen Jahren in Angriff genommen werden hätte sollen.
Die SPD-Liste
Gertrud Eichinger, Gottfried Marck (56, Parteifrei), Manuela Schulze (58, SPD), Josef Eichinger (58, SPD), Karin Becker (54, SPD), Heiner Grönwald (60, SPD), Eva Prilmeier (40, Parteifrei), Jan Köpke (36, Parteifrei), Karola Eibl (61, Parteifrei), Erik Eichinger (24, Parteifrei), Gertraud von Gäßler (68, Parteifrei), Gerhard Würzberg (57, Parteifrei), Frances Becker (23, Parteifrei), Jürgen Schulze (58, Parteifrei), Ulrike Eichinger-Eberhart (57, Parteifrei), Alexander Hetz (52, SPD), Melanie Hermansdorfer (39, Parteifrei, Ersatz) und Christoph Hansjakob (39, SPD, Ersatz).
Julia Adam
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