VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Sieben Direktkandidaten buhlen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach um die Erststimmen. Alexander Radwan tritt für die CSU an. Der 53-Jährige im Kandidatencheck.
Bad Tölz - Alexander Radwan aus Rottach-Egern ist sicher der aussichtsreichste Kandidat. Bestes Indiz: Er hat keinen Platz auf der Landesliste, weil die CSU davon ausgeht, dass er das Erststimmen-Mandat holt. Radwan ist seit 1988 Mitglied in der CSU. Politische Stationen hat der 53-Jährige schon einige absolviert: Von 1999 bis 2008 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. Im Anschluss saß er bis 2013 im Bayerischen Landtag. Im selben Jahr zog er dann in den Bundestag ein.
Der Sohn einer Deutschen und eines Ägypters wurde in München geboren. Er studierte Rechtwissenschaften und Ingenieurwissenschaften. Vor seiner Abgeordnetentätigkeit war er von 1996 bis 1999 Mitarbeiter und zuletzt Abteilungsleiter in einem global tätigen Unternehmen der Informations- und Telekommunikationsbranche. Radwan ist ledig.
Im Live-Stream mit dem Tölzer Kurier stand er Rede und Antwort zu zahlreichen Themengebieten. Er plädiert bei Flüchtlingen für eine Obergrenze. „Ich halte eine Begrenzung für dringend notwendig. Eine Begrenzung, die sich daran orientiert, ob wir die Menschen noch integrieren können.“ An einer genauen Zahl will er das nicht festmachen.
Radwan sagt Ja zum Mindestlohn, wenn die damit einhergehende Bürokratie abgebaut wird, Ja zu mehr Videoüberwachung und hofft, dass mehr Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Er wendet sich klar gegen die AfD: „Die AfD will die Bevölkerung spalten. Sie orientiert sich sehr stark am Wahlkampf Trump: Viel Aufsehen erregen und durch Provokation in den Medien sein. Aber die AfD hat keine Inhalte“, sagt er im Interview. „Die AfD betreibt eine Politik, bei der es darum geht, Menschen gegeneinander aufzuhetzen.“
Als Direktkandidaten im Walhkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach bewerben sich neben Alexander Radwan (CSU), noch Hannes Gräbner (SPD), Karl Bär (Grüne), Andreas Wagner (Linke), Fritz Haugg (FDP), Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau (AfD) und Maximilian Stocker (Bayernpartei).
