Bundestagswahl 2017

Tölzer Kandidatencheck auf Herz und Nieren: Hannes Gräbner (SPD)

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Hannes Gräbner tritt im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach für die SPD an.
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Sieben Direktkandidaten buhlen bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach um die Erststimmen. Hannes Gräbner tritt für die SPD an. Der 50-Jährige im Kandidatencheck.

Hannes Gräbner lebt in Holzkirchen. Er ist verheiratet und eine Tochter. Die erste Wahl hat er bereits auf dem Weg zur Bundestagskandidatur erfolgreich gemeistert: In der Nominierungversammlung setzte sich Gräbner gegen die Tölzer SPD-Ortsvorsitzende Kati Koper durch.

Hannes Gräbner arbeitet seit über 20 Jahren bei einem Münchner Privatsender und ist dort Referent für Programmkommunikation. Außerdem ist er Betriebsratsvorsitzender. Er hat ein Studium der Rechtswissenschaften in Augsburg und München sowie ein Studium zum Diplom-Marketingfachwirt (IHK) an der Bayerischen Akademie für Werbung in München absolviert.

Parteimitglied ist der Holzkirchner seit 1983. Im Live-Stream mit dem Tölzer Kurier erzählte der 50-Jährige, wie er zur SPD kam. Schuld war eigentlich der frühere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Über eine Kundgebung Strauß’ in München hatte sich Gräbner so aufgeregt, dass er noch am selben Tag in die SPD eintrat.

Er war Geschäftsführer und Vorsitzender der Münchner Jusos Mitte der 90er-Jahre, Pressesprecher und Mitglied des Vorstands der Münchner SPD unter anderem unter Franz Maget (MdL) und Pressesprecher der SPD Oberbayern unter Hans Büttner (MdB). Von 1998 bis 2002 saß Gräbner für die SPD im Stadtrat der Landeshauptstadt München. Schwerpunkte seiner damaligen politischen Arbeit: Schaffung von preiswerten Wohnungen, Politik für junge Menschen in München und die Förderung von Sportvereinen und -angeboten in München. Von 2012 bis 2015 war er Vorsitzender des Ortsvereins Holzkirchen, seit 2015 ist er Chef des SPD-Unterbezirks Miesbach.

„Die größte Ungerechtigkeit ist für mich, dass Menschen, die immer hart gearbeitet haben, teilweise nicht mehr kriegen als jemand, der überhaupt nicht in die Rentenkasse eingezahlt hat“, sagte Gräbner im Live-Stream. Mit der SPD setzt er sich daher für eine Solidarrente für Geringverdiener ein. „Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll nicht zum Sozialamt gehen und sein ganzes Leben, seine ganzen Einkünfte offenlegen müssen.“ Gräbner plädiert zudem für kostenlose Bildung von der Kita bis zur Hochschule. „Das ist für mich ganz wichtig für die Chancengleichheit.“

Gräbner findet, dass bei der Mietpreisbremse nachgebessert werden und mehr Geld für sozialen Wohnungsbau ausgegeben werden muss. Der von der CSU geforderten Obergrenze bei Asylbewerbern erteilt er eine Absage: „Das ist Hokuspokus. Sie ist rein technisch nicht möglich und ist auch gar nicht mit unserer Verfassung vereinbar.“

Als Direktkandidaten im Walhkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach bewerben sich Alexander Radwan (CSU), Hannes Gräbner (SPD), Karl Bär (Grüne), Andreas Wagner (Linke), Fritz Haugg (FDP), Constantin Leopold Prinz von Anhalt-Dessau (AfD) und Maximilian Stocker (Bayernpartei).

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