Die Tölzer Rosen- und Gartentage waren geprägt von ungewohntem Wetterglück und auch einem aktuellen politischen Trend.
Bad Tölz – 20 Jahre Tölzer Rosen- und Gartentage: Das ist eine runde Sache. Obwohl die Konkurrenz nicht schläft, erfreut sich die Tölzer Gartenmesse nach wie vor großer Beliebtheit. Dass zur 20. Auflage das Wetter über das gesamte Pfingst-Wochenende optimal mitspielte, darüber freuen sich Organisatorin Michaela Dorfmeister und ihr Team besonders. „Wir haben überdies von unseren Gästen viel Lob bekommen“, schwärmte Dorfmeister bei einem vorläufigen Resümee am Montagnachmittag. „Die Stimmung bei Ausstellern und allen Mithelfern war bestens. Ich glaube, die Leute spüren schon, dass wir mit Herzblut arbeiten.“
Die Bandbreite der Verkaufsausstellung in den drei Gärten am ehemaligen Franziskanerkloster ließ wie gewohnt an Vielfalt und Kreativität nichts vermissen. Mit mehr als 180 Anbietern und einem Rahmenprogramm aus musikalischen Auftritten verschiedener Stilrichtungen, Vorträgen, Workshops und einem Kinderprogramm dürfte für jeden Geschmack und jedes Interesse etwas dabei gewesen sein.
Nicht nur Rosenfreunde beäugten die Neuzüchtung des Rosenhofs Schultheis, die am Freitag vom Comedy-Duo Herbert und Schnipsi alias Claudia Schlenger-Meilhamer und Hanns Meilhamer auf den Namen „Isaria“ getauft worden war (wir berichteten). Ob die rosafarbene Schönheit auch Käufer fand? „Ja sicher“, meinte dazu Züchter Heinrich Schultheis, „die geht schon weg.“
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Neu im Kreis der Mitwirkenden war Zauberer Gerhard, der mit seinen magischen Künsten Groß und Klein zum Staunen brachte. Staunen konnte man beim Rundgang zudem über außergewöhnliches Schuhwerk, das da an einem der Stände präsentiert wurde: Zehentrenner, also eine Art Flip-Flops, zum Teil hergestellt in einer Behindertenwerkstatt in Rosenheim aus Naturmaterialien wie etwa Kork, Jute und Filz. Das Besondere an diesen Pantoffeln ist unter anderem, dass es davon nicht nur Modelle für den Haus- oder Straßengebrauch gibt, sondern sogar extra strapazierfähige mit speziellen Sohlen und Dämpfungen für den Einsatz in gröberem Gelände.
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Das Thema Garten ist aktuell in der Öffentlichkeit so intensiv wie lange nicht mit naturnaher Bepflanzung und Bearbeitung verbunden – Stichwort Bienenfreundlichkeit. Entsprechende Erläuterungen in dieser Sache gab es von Kreis-Imkervorstand Uwe Karhan, viele geeignete Pflanzen im umfangreichen Sortiment der vertretenen Gärtnereien. So zum Beispiel bei der Staudengärtnerei Zimmermann aus Kolbermoor, die unter anderem ursprüngliche Geranien-Sorten mitgebracht hatte. „Die sind nicht hochgezüchtet wie die meisten der heute gängigen Sorten und halten noch Nektar für die Bienen bereit“, erklärte der Verkäufer.
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Und was verhilft einem Nutzgarten mit Selbstversorgungs-Zweck zum Freizeit-Oasen-Ambiente? Dafür greift der Besitzer gerne zu individuellen Dekos. Viel Augenmerk fanden etwa Brunnen aus Kunstharz, das optisch kaum von Holz zu unterscheiden war. Oder auch farbige keramische Nachbildungen von einheimischen Singvögeln und Eulen, die Winfried Hutzler aus Strullendorf führte.
Gewohnt kontrovers beurteilt wurde das Eintrittsgeld für die Rosentage in Höhe von 7 Euro. Während zwei Besucherinnen aus Geretsried den Preis als zu hoch kritisierten („für Familien summiert sich das“), bewertete ihn eine Frauengruppe aus Fischbachau als „angemessen“: „Es wird ja auch viel geboten. Wir kommen jedes Jahr hierher.“
Rosi Bauer
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