VonPatrick Staarschließen
Im Tölzer Badeteil sind offenbar zwei Gefühle vorherrschend: Frust und Wut. Das wurde nun auch beim Stadtgespräch deutlich, zu dem die CSU eingeladen hatte.
Bad Tölz – Die Krise des Stadtteils dominierte die Diskussionen. Andere Themen – wie etwa der Ausbau des Radwegnetzes – blieben Randaspekte.
Das Badeteil sei eine einzige Problemzone, sagte Max Hildenbrand: „Das einst blühendende Gebiet ist verblüht: „Wenn man abends da durchgeht, brennt kein Licht, alles ist tot.“ Es sei traurig zu beobachten, wie die Stadt die Familie Hoefter im Regen stehen lasse. Es gebe nicht einmal mehr Gespräche: „Dabei geht mit der Familie Hoefter alles und ohne sie wenig.“
Auch Ute Reuter forderte Gespräche mit den Hoefters: „Der Jodquellenhof, die Wandelhalle und der Parkplatz gammeln vor sich hin. Das sind unhaltbare Zustände.“ Man solle den Hoefters vorschlagen, dass sie die Hälfte der Flächen für Wohnbebauung nutzen dürfen.
Es sei das erklärte Ziel der Stadt, mit den Hoefters wieder ins Gespräch zu kommen, entgegnete Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Ingo Mehner. In der Bevölkerung herrsche eine große Uneinigkeit, wie weit die Stadt den Hoefters entgegenkommen soll. Die Vorgabe des Stadtrats sei klar: Das Jodquellen-Areal soll komplett für Fremdenverkehr genutzt werden.
Weiteres CSU-Stadtteilgespräch: Ärger über Saufgelage am Sportplatz in Bad Tölz
Für größere Fremdenverkehrsprojekte seien größere Flächen notwendig. „Es wäre eine Bankrott-Erklärung für den Fremdenverkehr und die Stadtentwicklung, wenn wir alle Flächen für Wohnen preisgeben würden.“ Es sei klar, dass man mit Mietwohnungen fünfmal mehr verdienen könne als mit Hotelzimmern. Eine Bebauung wie etwa am ehemaligen Minigolfplatz lehne die Masse der Tölzer Bevölkerung aber ab.
Max Hildenbrand hat unterdessen vor allem die Radfahrer im Blick. Er fände es „cool“, wenn es gelänge, Bad Tölz zu einer „Radlzentralstadt vor den Alpen“ zu entwickeln. Am Willen scheitere dieses Projekt nicht, entgegnete Mehner: „Der Weg geht ganz stark in diese Richtung. Allerdings ist die Aufgabe sehr anspruchsvoll – allein schon wegen der Topographie von Tölz.“
Eine Anwohnerin kritisierte die Lärm-Entwicklung rund ums Kurhaus, in dem achtmal pro Monat Hochzeiten gefeiert würden. Oft gehe die Party bis 4 Uhr morgens. Mehner antwortete, man könne darüber diskutieren, ob Ü 30- und Ü 40-Partys im Kurhaus wirklich notwendig seien. Bad Tölz habe jedoch eine hohe Attraktivität als Hochzeits-Standort, und dies solle auch so bleiben, da die Hochzeitsgäste für Übernachtungen sorgen.
Auch die FWG hatte zum Stadtteilgespräch geladen
Werner Gebhard kritisierte die Verkehrssituation am Max-Höfler-Platz: „Die Autos kommen da aus drei Richtungen. Man weiß gar nicht, wo man da zuerst hinschauen soll.“ Er plädierte für einen Kreisverkehr. Dagegen sprach sich Thomas Eberl aus. Seiner Ansicht nach würde ein Kreisverkehr zu einer Beschleunigung des Verkehrs führen: „Warum soll man für ein Projekt mit fragwürdigem Nutzen Geld in die Hand nehmen?“ Ein weiterer Anwohner stimmte zu. An der Kreuzung habe sich in den vergangenen Jahren nur ein einziger Unfall ereignet. Der sei glimpflich verlaufen, weil die Autofahrer in diesem Bereich ohnehin in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sind. Auch Mehner empfindet den Max-Höfler-Platz als „schön und erhaltenswert“.
