Dank Bauma-Messe in München

Hotels im Landkreis so voll wie selten

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Großer Andrang: Bis zu 600 000 Besucher werden heuer auf der Bauma in München erwartet.
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Die Osterferien beginnen erst nächste Woche. Ein Hotelzimmer im Landkreis zu finden, ist aktuell dennoch fast unmöglich. Der Grund: die Baumaschinen-Messe Bauma in München.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Gerade einmal eine Unterkunft ist noch frei. Selbst Holger Lortz von Tölzer Land Tourismus reagiert verblüfft, als er am Montagvormittag im Internet unter bauma.de nach Übernachtungsmöglichkeiten im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sucht. Alle 70 bis 80 Betriebe aus der Region, die online gebucht werden können, haben sich auf der Homepage der größten Messe der Welt registrieren lassen – „und anscheinend sind fast alle belegt“.

Bis Sonntag präsentieren sich über 3700 Aussteller auf dem Messegelände in München. Und viele davon bringen ihre Mitarbeiter im Tölzer Land unter. Kein Wunder, findet, Rebecca Schwarz, Empfangsleiterin im Hotel Tölzer Hof. „Ich würde umfallen, wenn ich jetzt in München ein Zimmer buchen müsste.“ Im Landkreis seien die Preise deutlich günstiger. Das schätzen auch die Gäste aus dem In- und Ausland. „Wir sind fast komplett ausgebucht“, freut sich Schwarz.

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Wie schon vor drei Jahren gibt es erneut einen Shuttle-Bus, der die Bauma-Teilnehmer jeden Morgen um 7.50 Uhr und 8.20 Uhr am Zentralen Omnibusbahnhof am Tölzer Isarkai abholt. Wenig später hält der Bus auch am Bahnhof, um 18.45 Uhr fährt das letzte Shuttle von München zurück. Diesen Service würde Christoph Seitz seinen Gästen im Arabella-Hotel Lenggries auch anbieten. Das hat zwar nicht geklappt. Dennoch ist das Hotel wie schon in den Jahren zuvor gut belegt, sagt Seitz. „Am Mittwoch und Donnerstag sind wir nahezu ausgebucht.“

Eine Veränderung aber hat der Direktor festgestellt: Die Buchungen kommen deutlich kurzfristiger. Rund 2500 neue Hotelbetten sind Seitz zufolge in den vergangen drei Jahren in München entstanden. „Das spüren wir.“ Wer entsprechend langfristig plant, komme direkt in der Landeshauptstadt unter. Wer später dran ist, müsse auf das Umland ausweichen. Sehr zur Freude der Touristiker. „Es sind nur noch ziemlich wenige Zimmer frei“, meldet etwa die Tölzer Tourismus-Chefin Brita Hohenreiter, Und ihre Amtskollegin aus Lenggries findet: „Die Bauma ist wirklich ein Gewinn für uns und trägt zur besseren Bettenauslastung bei.“ Einige Häuser sind laut Ursula Dinter-Adolf komplett ausgebucht – und das, obwohl die Skisaison vorbei und aktuell keine Ferienzeit sei. Auch der Werbeeffekt ist Dinter-Adolf zufolge nicht zu unterschätzen: Der ein oder andere Bauma-Teilnehmer komme vielleicht auch privat wieder, wenn er sehe, wie schön es in der Region sei.

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Auch in Kochel am See und in Königsdorf scheinen die Übernachtungsbetriebe von der Messe in München zu profitieren. „Wir sind nahezu ausgebucht“, meldet Patrizia Suttner vom Alpenhof Postillion in Kochel. Dasselbe gilt laut Rezeptionistin Janina Hasslauer für das Posthotel Hofherr. Trotzdem merkt man auch hier, dass die Buchungen deutlich kurzfristiger eingehen als noch 2016 oder 2013.

Mittelständische Betriebe wie das Landhaus Theresa in Bad Tölz stellt dieses veränderte Buchungsverhalten vor Probleme. Anders als in großen Häusern sind die Rezeptionen beispielsweise nicht 24 Stunden am Tag besetzt, nennt Inhaber-Vertreterin Anna Förg ein Beispiel. Das Landhaus hätte noch Kapazitäten frei, rechnet wie auch andere Betriebe aber noch mit kurzfristigen Buchungen in den kommenden Tagen. Eine endgültige Aussage darüber, wie viele Gäste die Bauma dem Betrieb beschert, sei laut Förg erst Anfang nächster Woche möglich.

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