Treffpunkt am Samstag am Tegernseer Bahnhofsplatz

Ein Sonntag im Tegernseer Tal ohne Autos: Aktionsfahrt soll Idee voranbringen

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Für einen talweiten autofreien Sonntag machen sich (v.l.) Marcus Staudacher und Peter Voggenreiter stark. Um für die Idee zu werben organisieren sie eine Aktionsfahrt.
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Ein Zeichen für den Klimaschutz: Peter Voggenreiter und Marcus Staudacher machen sich für einen autofreien Sonntag im ganzen Tal stark. Für den Termin gibt es schon einen Vorschlag.

Tegernseer Tal Peter Voggenreiter (64) will nicht provozieren. „Wir schauen, dass wir nicht den gesamten Verkehr blockieren“, meint der Tegernseer. Was er will, ist ein starkes Zeichen für den Klimaschutz. Darum macht er sich gemeinsam mit Marcus Staudacher für einen autofreien Sonntag im gesamten Tegernseer Tal stark. Einen entsprechenden Antrag hat er bei der Stadt bereits im Rahmen der Bürgerversammlung im November 2018 eingebracht. Jetzt organisieren Voggenreiter und Staudacher eine Aktionsfahrt, um für die Idee autofreier Sonntag zu werben. Mitfahren kann jeder, der Unterstützer sein möchte. Treffpunkt ist am Samstag, 29. Juni, um 10.30 Uhr am Bahnhofsplatz Tegernsee. Von dort aus geht es eineinhalb Stunden lang rund um den See. Erste Station ist Rottach-Egern.

Voggenreiter ist gespannt, wie viele sich aufs Rad schwingen werden, um die Idee zu unterstützen. Zu erwarten sind Teilnehmer aus Gmund. Dort hat am 7. April ein autofreier Sonntag als Aktionstag der Agmunda zu Klimaschutz und Fahrradmobilität stattgefunden. Voggenreiter und Staudacher waren mit einem Stand vertreten, um ihre Idee vom autofreien Sonntag fürs gesamte Tal publik zu machen. Voggenreiter hatte auf eigene Kosten T-Shirts bedrucken lassen, um für seine Mission zu werben. 60 Stück verschenkte er dort. „Jetzt habe ich neue bedrucken lassen“, erklärt Voggenreiter. Er hofft, dass noch mehr Menschen sich die Shirts überstreifen und Werbeträger für den autofreien Sonntag werden wollen.

Politisch will Voggenreiter neutral bleiben. „Es ist eine überparteiliche Aktion“, macht er deutlich. Jeder sei herzlich eingeladen, sich anzuschließen.

Die Unterstützung von Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) hat er. „Ich kann mir einen autofreien Sonntag sehr gut vorstellen“, meint Hagn. Er hat bereits einen Termin im Auge, an dem Klimaschutz und Sport eine charmante Verbindung eingehen könnten: Sonntag, 22. September. An diesem Tag findet der Tegernseelauf statt, der ohnehin Straßensperrungen nötig macht. „Wir könnten noch zwei, drei Stunden dranhängen“, meint Hagn. Dann könnten dort, wo zuvor die Läufer unterwegs waren, Radfahrer, Rollerblader. E-Scooter und welche anderen Gefährte auch immer das Terrain übernehmen.

Erste Gespräche in der Bürgermeister-Runde und mit dem Landratsamt hat es in dieser Sache schon gegeben. Dabei habe sich aber auch gezeigt, dass nicht alle Bürgermeister im Tal die Idee gut finden, räumt Hagn ein. „Und die haben auch gute Argumente.“ Darum gebe es auch noch keine Entscheidung, sondern weitere Gespräche. Zum Beispiel mit den Geschäftsleuten. Denkbar wäre ein Aktionstag mit Schmankerlgassen, der Ausflüglern den Umstieg auf Bahn und Bus schmackhaft macht. „Das Ganze ist noch unausgegoren, aber die grobe Idee steht“, berichtet Hagn.

Auch Voggenreiter kann sich eine Verbindung mit dem Tegernseelauf gut vorstellen: „Da gibt es den wenigsten Widerspruch.“ Er will ohnehin auf Freiwilligkeit setzen, um keinen Ärger auszulösen. „Für den Tourismus ist ein autofreier Sonntag doch ein Mehrwert“, findet er. Ihm schwebt für die Zukunft auch eine andere Überschrift vor: Klimaschutztag.

Dessen Gestaltung wird noch viel Kopfzerbrechen machen. „Das muss man gut vorbereiten“, weiß Hagn. Ihm sei bewusst, dass auch der Individualverkehr ein großes Thema sei. Aber er halte es für wichtig, dass ein autofreier Sonntag das ganze Tal einbeziehe, so Hagn: „Es ist Augenwischerei, wenn ich einen Ort autofrei mache und den anderen damit über die Maßen belaste.“

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