Energiekrise

Holzkirchen reduziert Adventsbeleuchtung

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Stimmungsvoll wie diese Leuchtkugeln am Münchner Promenadeplatz, ist auch die Weihnachtsbeleuchtung in Holzkirchen. Heuer aber wird die Marktgemeinde die Lichter wohl reduzieren.
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Advent, Advent, kein Lichtlein brennt? Noch sind es fast 70 Tage bis zum ersten  Adventssonntag, doch angesichts der Energiekrise und der Spar-Appelle aus der Politik flackern Diskussionen auf, wie viel stimmungsvolle Beleuchtung sein darf.

Holzkirchen – „Auch wir machen uns Gedanken, wie wir mit Weihnachtsbeleuchtung umgehen“, sagt Eva-Maria Schmitz, Leiterin der Standortförderung im Rathaus. Eine finale Entscheidung gebe es nicht, zumal Bürgermeister Christoph Schmid derzeit urlaubt. Aber eine Tendenz, so Schmitz, sei absehbar: „Ein wenig Beleuchtung wird es geben, aber nicht das ganze Paket.“

Gemeinde rückt von Beleuchtungsplan ab

Dabei hatte die Standortförderung in den vergangenen Jahren viel Aufwand betrieben, um Holzkirchen, Föching und Hartpenning in der staaden Zeit stimmungsvoll zu illuminieren. Am Marktplatz hängen Kugeln in den Bäumen, die Straßenlampen zieren extra angefertigte, handgearbeitete Leuchtelemente mit schneckenförmiger Halterung und daran befestigter, geflochtener Weihnachtskugel. Erst voriges Jahr wurden diese Elemente auch für Föching und Hartpenning angeschafft. Kostenpunkt: 50 000 Euro. Geplant war, das Sortiment jedes Jahr zu erweitern. Heuer wäre etwa in Holzkirchen die Ortsdurchfahrt ab Einmündung Erlkamer Straße bis Bahnhof dran gewesen. „Eine Erweiterung wird es heuer wohl nicht geben“, sagt Schmitz. Ergänzend zieren Lichterketten die Dachkonturen von Rathaus und Gemeindebücherei.

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All dieser neue Lichtschmuck braucht dank der LED-Lampen vergleichsweise wenig Energie. „Die Frage ist: Verzichtet man darauf komplett und damit auch auf einen ,Wohlfühlfaktor’ in der Adventszeit?“, sagt Schmitz.

Ein eigenes Thema sind die gemeindlichen Christbäume in Holzkirchen, Föching und Hartpenning. Der Versuch vor zwei Jahren, auch sie auf LED-Lichter umzustellen, kam in der Bevölkerung nicht gut an. „Das war kein schönes, warmes Licht und kam unter Schnee überhaupt nicht mehr durch“, erinnert sich Schmitz, „das hat unseren Ansprüchen nicht entsprochen.“ Also kamen die alten Elektro-Schaftkerzen wieder zum Einsatz – stimmungsvoller, aber stromhungriger. „Aber sollen wir Christbäume ohne Lichter aufstellen?“, fragt Schmitz.

Weihnachtsbeleuchtung nicht der größte Energiefresser

Ohne Energie wird auch der „Winterzauber“ nicht auskommen, den die Standortförderung zusammen mit dem Kulturhaus am Wochenende 10./11. Dezember in der Ortsmitte organisieren will. Zwei Mal ist die Veranstaltung in den Vorjahren coronabedingt ausgefallen, eine erneute Absage steht laut Schmitz nicht zur Debatte. Die Beleuchtung sei beim „Winterzauber“ sicher nicht der größte Stromfresser, sagt die Standortförderin. „Aber natürlich braucht es Energie, um Getränke und Speisen anzubieten und dafür, dass die Leute in den Ständen nicht erfrieren.“

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