Tram-Westtangente

„Grün-Rot verursachtes Verkehrschaos“: Erste Züge fahren auf umstrittener Strecke

+
Der erste Zug ist auf der Tram-Westtangente unterwegs.
  • schließen

Auf der Tram-Westtangente sind die ersten Züge zur Testfahrt unterwegs. Ein Oldtimer prüft die Oberleitung. Bald folgt der Start der Linie 14.

Bahn frei! Auf der mitunter umstrittenen Neubaustrecke, der Tram-Westtangente, sind die ersten Züge gefahren. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat am Donnerstag (19. Februar) eine Testfahrt mit Straßenbahnen durchgeführt. Das Teilstück soll ab Samstag (28. Februar) in Betrieb genommen und von der neuen Linie 14 befahren werden. Bei der technischen Prüffahrt kamen sowohl das älteste Fahrzeug im Bestand der Verkehrsgesellschaft, der hundert Jahre alte sogenannte Fahrdrahtkontrollwagen, als auch eines der modernsten Fahrzeuge, ein „Avenio“, zum Einsatz.

Tram-Westtangente in München: MVG testet den ersten Teil der Neubaustrecke mit Zügen

Mit dem historischen Fahrzeug, das dank seiner Beobachtungskanzel hinter dem Stromabnehmer auch heute noch gute Dienste leistet, haben die Experten geprüft, dass die Oberleitung korrekt gespannt ist. Und ob das Zusammenspiel zwischen dem Fahrdraht, der den Strom liefert, und dem Stromabnehmer am Fahrzeug einwandfrei funktioniert. Eines der modernsten Fahrzeuge folgte dem Oldtimer, um auch das Zusammenspiel zwischen modernem Niederflurfahrzeug und der neuen Infrastruktur zu testen. Beide Fahrten verliefen erfolgreich.

In den nächsten Tagen werden immer wieder verschiedene Fahrzeuge noch ohne Fahrgäste auf der neuen Strecke in der Fürstenrieder Straße unterwegs sein. Damit werden Erfahrungen für den Linienbetrieb gesammelt.

Tram-Westtangente: Neubaustrecke soll ab 2028 fünf Stadtbezirke in München verbinden

Die Tram-Westtangente soll die fünf Stadtbezirke (Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Hadern, Sendling-Westpark, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) verbinden und künftig vom Romanplatz über die Fürstenrieder Straße zur Aidenbachstraße führen. Der Abschnitt zwischen Agnes-Bernauer-Straße und Ammerseestraße soll nun in Betrieb gehen, die Gesamtinbetriebnahme wird für Ende 2028 angestrebt. Kostenpunkt: 490 Millionen Euro.

Das Projekt ist umstritten, Kritik gibt es wegen Bauverzögerungen, chaotischer Verkehrsverhältnisse in Laim und Sendling sowie des Verlusts hunderter Bäume. CSU-Politiker sprachen zudem von einem durch Grün-Rot verursachten Verkehrschaos.

Kommentare