Spatenstich in Aschau im Chiemgau

Erster Mountainbike-Trail fürs Priental: Auf zwei Kilometern vom Haindorfer Berg durchs Gelände ins Tal

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Mountainbiken ist beliebter als Fußball. Weil auch im Priental immer mehr Menschen auf dem Rad Natur und Abenteuer genießen wollen, entsteht jetzt am Haindorfer Berg ein Bike-Trail.
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In Aschau im Chiemgau entsteht der erste Mountainbike-Trail im Priental. Was genau am Haindorfer Berg geplant ist, und wie der Geländeradsportverein damit sogar helfen will, Wild und Wald zu schützen.

Aschau im Chiemgau – In Deutschland gibt es mehr als 16 Millionen Menschen, die sich fürs Mountainbiken begeistern. Etwa vier Millionen steigen regelmäßig aufs Rad. Laut Studien des Meinungsforschungsinstituts Allensbach wird der Sport von mehr Menschen ausgeübt als Fußball. „Jedes Dorf hat einen Fußballplatz. Für Mountainbiker gibt es noch viel zu wenig Infrastruktur“, sagt Christoph Bayer. Er ist der Vorsitzende des Geländeradsportvereins Aschau, der 2022 gegründet wurde und sich als Sprachrohr der Mountainbiker der Region versteht. „Wir setzen uns für ein attraktives Trail-Angebot und einen Asphalt-Pumptrack in Aschau in Chiemgau ein“, erklärt Bayer.

Multifunktionsanlage für Aschau geplant

Der Weg zur Multifunktionslage mit Asphalt-Pumptrack, Kids-Pumptrack und Motorik-Sektion als einem besonderen Ort der sportlichen Begegnung ist zwar schon geebnet, aber noch weit. Dafür setzt der Verein jetzt ein anderes Projekt um: Mit einem symbolischen Spatenstich fiel jetzt der Startschuss für den Bau des ersten Mountainbike-Trails in Aschau im Chiemgau. „Unser Ziel ist es, durch ein adäquates Trail-Konzept ein harmonisches Miteinander in den Bergen zu etablieren“, betont Bayer. Der Trail entsteht in enger Zusammenarbeit von Geländeradsportverein (GRV) Aschau, Gemeinde, Tourismusverband, Unterer Naturschutzbehörde, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bayerischen Staatsforsten und privaten Waldbesitzern.

Nach über fünf Jahren Planung freuen wir uns riesig, dass es endlich losgeht“, sagt Christoph Bayer. „Der Nutzerdruck steigt. Die wachsende Zahl an Mountainbikern zeigt den Bedarf an attraktiven, legalen Angeboten. Unser Ziel als Verein ist es, nicht nur Infrastruktur zu schaffen, sondern auch die Gemeinschaft rund um den Sport zu stärken.“

Mit einem symbolischen Spatenstich fiel jetzt der Startschuss für den ersten offiziellen Bike-Trail im Priental: (von links) Tourismuschef Herbert Reiter, Forstbetriebsleiter Joachim Keßler, Christoph Bayer (Vorsitzender des Geländeradsportverein Aschau), Zweiter Bürgermeister Michael Andrelang und Aschaus Erster Bürgermeister Simon Frank.

Die Moutainbike-Strecke entsteht am Haindorfer Berg. „Etwa auf Mitte der bestehenden Ringstraße wird sie beginnen, über 1,9 Kilometer und 250 Höhenmeter ins Tal führen“, beschreibt Bayer. Der Verein wird die Strecke in Eigenleistung ausbauen: etwa lenkerbreit, mit geringfügigen Eingriffen in die Natur und nur mit Naturmaterialien, die vor Ort vorhanden sind. „Das Ergebnis kann man sich wie einen Wanderweg mit Spaßfaktoren für Mountainbiker vorstellen“, so Bayer: „Es wird keine Downhill-Strecke, aber eine Route für erfahrene Mountainbiker.“

Im Herbst ist neue Strecke fertig

Im Herbst soll der neue Trail fertig sein. Und nicht nur die Mountainbiker, sondern auch Touristiker, Gemeinde und Staatsforsten sind begeistert: „Wir begrüßen die zentrale Bündelung der Sportler durch den neuen Trail – sie schafft Struktur im Wegenetz und zeigt das große ehrenamtliche Engagement des Vereins“, sagt Herbert Reiter, Leiter der Tourist-Info Aschau im Chiemgau. Auch Joachim Keßler, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, lobt das Projekt: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Mountainbikern. Der neue Trail hilft dabei, den Wildbestand zu schützen und illegale Strecken zu vermeiden.“

Groß ist das Problem mit illegal geschaffenen Strecken im Priental nicht. „Es gibt zwei kleinere illegale Abschnitte hier“, weiß Christoph Bayer. „Deshalb sind Angebote immer besser als Verbote. Wir sind davon überzeugt, dass sich eine nachhaltige Naturnutzung nur durch attraktive Angebote und einer aktiven Besucherlenkung realisieren lässt. Wege, die speziell für Mountainbiker geschaffen werden, können Radfahrer auf der Abfahrt kanalisieren.“

In den kommenden Tagen sollen die Arbeiten beginnen. Über die sozialen Medien wird der Verein Mitglieder und begeisterte Mountainbiker zu den Arbeitseinsätzen am neuen Trail einladen. „Es werden tausende ehrenamtliche Stunden erforderlich sein“, schätzt Bayer. Nicht nur für den Bau der Strecke, sondern auch danach für deren Pflege. „Dieses Projekt zeigt, wie wichtig freiwilliges Engagement für unsere Region ist“, betont Aschaus Bürgermeister Simon Frank. „Dieser Trail steht für verantwortungsvolle Freizeitgestaltung und gelebte Gemeinschaft.“

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