VonMagnus Reitingerschließen
Es wäre das erste Solarfeld im Weilheimer Moos: Der Stadtrat entscheidet heute über einen Antrag, auf einer „prominent gelegenen“ Wiese am Madenbergweg Photovoltaik-Module errichten zu dürfen. Dabei geht es teilweise auch um Moorboden.
Weilheim – Mit den neuen Plänen der Volllast GmbH für einen riesigen Solarpark auf fast 35 Hektar Fläche in der Lichtenau hat dieser Antrag nichts zu tun. Beim Projekt am Madenbergweg, rund zwei Kilometer davon entfernt, geht es um ein drei Hektar großes Areal, auf dem der Eigentümer künftig selbst eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage betreiben will.
Erste Anlage im Moos
Die bisher landwirtschaftlich genutzte Wiese, 1500 Meter nördlich von Tankenrain, hat leichte Hanglage und liege „recht prominent“, wie es jüngst im Bauausschuss des Stadtrates hieß. Ein ehemaliger Kuhstall am Südwestrand der Fläche könnte als Funktionsgebäude für das Solarfeld genutzt werden. Zwar gehört die Wiese nicht zum „Torfabbaugebiet Weilheimer Moos und Schwattachfilz“, grenzt jedoch direkt an dieses und dessen Teichlandschaft an. Es wäre mithin „die erste Photovoltaik-Anlage im Bereich des Weilheimer Mooses“, sagte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung.
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„Die Fläche ganz ausnutzen“
So habe die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt darauf verwiesen, dass der untere Teil der Fläche „noch Moorboden sei und hier keine PV-Module errichtet werden sollten, sondern der Teilbereich eher wieder vernässt werden sollte“. Daraufhin habe der Antragsteller gegenüber dem Stadtbauamt erklärt, die Anlage nur bis an den Hangfuß installieren zu wollen – also ohne den Teilbereich mit Moorboden. Das fanden einige Mitglieder des Bauausschusses jedoch gar nicht so gut. „Genau diese untere Fläche“, betonte Klaus Gast (CSU), solle einbezogen und mit Solarmodulen bestückt werden, da sie „landwirtschaftlich nicht anders nutzbar“ sei. Auch Rupert Pentenrieder (BfW), der Landwirtschaftsreferent des Stadtrates, sprach sich dafür aus, „die Fläche ganz auszunutzen“ und darüber „noch mal mit der Naturschutzbehörde zu reden“.
PV-Module auch auf Moorboden?
Der Bauausschuss war nur vorberatend mit den Plänen befasst, sprach sich jedoch einstimmig für das Vorhaben aus – mitsamt der unteren Teilfläche auf Moorboden, wenn Solarmodule dort „ökologisch und technisch möglich“ seien. Entschieden wird über den Solarfeld-Antrag und die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes sowie Aufstellung eines Bebauungsplans am 22. Juni im Stadtrat (öffentliche Sitzung ab 18.30 Uhr im Rathaus).
Man solle zu dem Projekt auch die Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos befragen, forderte Horst Martin (SPD). Er selber, so fügte er hinzu, befürworte die Pläne: „Ich bin froh, dass sich in Weilheim so viele Menschen auf den Weg machen, solche Anlagen zu bauen – gerade selbstbetriebene Anlagen. Es geht um den Mix.“
