Dringender Appell

Finanznot in München immer schlimmer – Hilferuf an Bund und Freistaat: „Uns steht das Wasser bis zum Hals“

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Die Einnahmen in München sprudeln längst nicht mehr so üppig.
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Münchens Finanzchef Christoph Frey schlägt mit Kämmerern aus fünf bayerischen Städten Alarm: Ohne Hilfe von Bund und Freistaat droht den Kommunen finanzielle Handlungsunfähigkeit.

München – Der Stadt München steht das Wasser bis zum Hals. Das sagt Kämmerer Christoph Frey. In einem gemeinsamen Appell mit seinen Amtskollegen aus Nürnberg, Würzburg, Regensburg, Ansbach und Coburg wendet sich Münchens Finanzchef an Freistaat und Bund mit der Bitte um finanzielle Hilfe. Andernfalls drohe Handlungsunfähigkeit.

Finanznot in München immer schlimmer: Landeshauptstadt steht im Vergleich mit anderen Kommunen noch gut da

Dabei geht es München im Vergleich mit anderen Kommunen noch gut. Die Landeshauptstadt kann bislang noch Haushaltspläne vorlegen, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Dies sei allerdings nur unter großen Kraftanstrengungen gelungen, heißt es in dem Schreiben an Bund und Freistaat.

Tatsächlich sind alle Referate bereits seit über einem Jahr zum Sparen verpflichtet. Sachmittel und Dienstleistungen werden gestrichen, freie Stellen schlicht nicht mehr besetzt. Trotz allem ist das, was am Ende übrig bleib (sogenannter Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit) zu niedrig. Der Überschuss reicht gerade mal dazu, Zinsen für Kredite zu bedienen. Und das, obwohl die Stadt enorme Investitionen noch vor der Brust hat: im Bildungsbereich (Schul- und Kitabau), im Bereich des ÖPNV, im Wohnungsbau oder beim Klima- und Umweltschutz. All das ist nur durch weitere Schulden zu finanzieren.

Finanznot in München immer schlimmer: Defizite im ÖPNV, bei den Kliniken und Kosten für Flüchtlinge belasten den Haushalt

Preissteigerungen insbesondere bei den Baukosten und die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst haben den städtischen Haushalt weiter unter Druck gesetzt. „Stark steigende Defizite im ÖPNV, bei städtischen Kliniken, sowie die Betreuung Geflüchteter und steigende Kosten bei der wirtschaftlichen Jugendhilfe belasten den Haushalt“, heißt es in dem Schreiben.

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Der Haushalt der Landeshauptstadt München ist in hohem Maße von den Steuereinnahmen, insbesondere der Gewerbesteuer abhängig. Der in München vorhandene Branchenmix hat bisher einzelne konjunkturelle Schwächen ausgeglichen. Die insgesamt schwächelnde wirtschaftliche Entwicklung macht sich allerdings auch in München bemerkbar. Vorhandene Spielräume seien längst ausgereizt, sagt Frey. Und die mit dem Investitionsbooster der Bundesregierung verbundenen verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen brächten das ohnehin schon in Schlagseite befindliche Boot des städtischen Haushaltes letztlich zum Kentern.

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

München
Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

Appell an Bund und Freistaat: Unterzeichner fordern sofortige Hilfen und mehr Einfluss auf Gebühren

Die Unterzeichner des Appells fordern daher unverzügliche Sofortmaßnahmen im Finanzausgleich Bayern für das Jahr 2026, um die akute Not zu lindern. Außerdem soll eine größere Autonomie bei der Einnahmenerzielung gewährleistet werden, etwa durch einen erweiterten Gestaltungsspielraum beim Erheben kommunaler Aufwandssteuern und Gebühren. Stichwort: Bettensteuer, die der Freistaat kurzerhand verboten hatte.

Zudem besteht der Wunsch nach einer strukturellen Finanzierungsreform, die eine aufgabengerechte Finanzierung gewährleisten, insbesondere in den Bereichen Flüchtlings- und Integrationspolitik sowie Gesundheits- und Pflegevorsorge. Dazu gehöre auch eine angemessene Erhöhung der kommunalen Steuerbeteiligung. Steuersenkungen dürften nicht zulasten der Kommunen gehen. Und ferner wollen die Kommunen mehr Geld aus dem Infrastruktursondervermögen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Städten und Gemeinden von den Bundesmilliarden lediglich 60 Prozent in Aussicht gestellt. „In den Städten und Gemeinden leben die Menschen – darum fordern wir, dass 70 Prozent des Anteils möglichst pauschal und ohne komplizierte Förderverfahren weitergegeben werden. Wir wissen, wo den Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt.“

Finanznot der Kommunen: Ministerpräsident Markus Söder stellt Hilfe in Aussicht

Vor der finalen Beratung zum kommunalen Finanzausgleich hat Ministerpräsident Markus Söder den finanziell massiv unter Druck stehenden Städten und Gemeinden Hilfen in Aussicht gestellt. „Dort werden wir versuchen, einen angemessenen guten Ausgleich zu machen und den Kommunen ein faires Angebot zu machen, auch ein Stück weit einen Rettungsschirm auf den Weg zu bringen, damit wir gut miteinander zurechtkommen“, sagte der CSU-Chef nach einer auswärtigen Sitzung des bayerischen Kabinetts in Augsburg. 

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