Corona-Krise

„Davon kann man nicht leben“: Tankstellen-Besitzer beklagt heftige Einnahme-Einbrüche

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Schwarzsehen will Manuel Mück nicht: Doch die Tankstellen-Branche brauche einen langen Atem, meint der Prokurist des familieneigenen Unternehmens in Allershausen.
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Der Corona-Lockdown hat an Tankstellen zu heftigen Einbrüchen von Einnahmen geführt. Auch hier herrscht Krisenmodus.

Allershausen – Er musste zwar nie komplett zusperren, doch auch ihn trifft die Corona-Krise hart: Manuel Mück, Prokurist des Familienunternehmens, das die Esso-Tankstelle in Allershausen betreibt. „Das Geschäft ist stark zurückgegangen: Was den Kraftstoff betrifft, sind es unter der Woche minus 50, am Wochenende sogar minus 90 Prozent.“ Schwarzsehen will Mück nicht – doch seine Branche brauche einen langen Atem.

„Sehr viele Leute arbeiten im Homeoffice oder sind in Kurzarbeit. Und am Wochenende hat über Wochen niemand Ausflüge gemacht. Das wirkt sich aus“, sagt Mück. Das einzig Positive, wenn man so wolle, sei der Tabakumsatz. „Geraucht wird so viel wie noch nie“, sagt Mück und lacht – wird aber schnell ernst: „Davon kann man nicht leben.“

Öffnungszeiten der Tankstelle wurden reduziert

Weil derzeit deutlich weniger los ist, habe man die Öffnungszeiten von 22 auf 20 Uhr reduziert. Kurzarbeit sei aber noch kein großes Thema gewesen. „Im Werkstattbereich hatten wir das kurzzeitig. Doch dann war das Auftragsbuch wieder voll, weil alle ihre Reifen wechseln wollen.“ Das musste freilich entzerrt werden, um die Einhaltung des Sicherheitsabstands zu gewährleisten.

Im Kassierbereich würden vorwiegend Aushilfen arbeiten, daher gebe es keine Kurzarbeit im eigentlichen Sinn. „Bisher konnten wir es aber ohnehin relativ gut organisieren, dass jeder Mitarbeiter einen ausgeglichenen Stundenhaushalt hatte.“

Mück denkt in der Krise zurück an eine andere schwere Zeit

Um Personal und Kundschaft so gut wie möglich zu schützen, seien in der Tankstelle schon frühzeitig Maßnahmen ergriffen worden: „Es gibt Einmalhandschuhe jetzt nicht nur für Dieseltanker, sondern für alle. Im Laden haben wir einen Weg markiert, um die Abstände einzuhalten“, erklärt Mück. An den Kassen gebe es zusätzlich Spuckschutz-Vorrichtungen. Und natürlich hat man alle Mitarbeiter mit Masken ausgestattet.

Trotz aller Lockerungen: Alle Geschäfte, die mit Frequenz zu tun hätten, bräuchten Geduld und Ausdauer, betont Mück. Das habe man zuletzt während der Brückensperrung in Allershausen gesehen. Mit der Krise verhalte es sich ähnlich: „Bis sich die Kundenfrequenz von vorher wieder aufbaut, dauert es einfach.“

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