Freisinger Polizei

„Die Leute sind gereizter“: Verstöße gegen Corona-Regeln nehmen zu

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Mehr Verstöße gegen die Kontaktsperren meldet die Polizei Freising. Anzeigen gehen indes leicht zurück.
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Nach Angaben der Freisinger Polizei sind die Verstöße gegen die Kontaktsperren leicht gestiegen. Auch das Aggressionspotenzial nimmt offenbar zu.

Das öffentliche Leben nimmt immer mehr Fahrt auf, privat aber gelten für die Menschen weiterhin Kontaktsperren. Das FT wollte vom stellvertretenden Freisinger Polizeichef Michael Ertl wissen, wie es inzwischen in der Bevölkerung um die Akzeptanz für diese Einschränkungen bestellt ist.

Herr Ertl, halten sich die Menschen in Freising noch an die Kontaktsperren?

Die meisten schon. Zumindest verzeichnen wir nur einen leichten Anstieg von Verstößen. Die Anzahl der coronabezogenen Einsätze ist seit einigen Wochen etwa konstant geblieben, die Zahl der Anzeigen nimmt leicht ab. Gefühlt nehmen allerdings Einsätze zu, die mit Streitigkeiten bis zu Gewaltdelikten im persönlichen Nahbereich zu tun haben.

Gewalt gegenüber der Polizei?

Nein, die Leute sind untereinander gereizter und streitlustiger.

„Auch für die Polizei sind nicht alle Vorgaben ganz schlüssig“

Wenn die Einschränkungen Aggressionen fördern - haben Sie dann Verständnis, wenn mal jemand gegen diese Regeln verstößt?

Grundsätzlich müssen wir uns an die Vorgaben halten. Aber auch für die Polizei sind nicht alle Vorgaben ganz schlüssig. Deswegen gehen wir äußerst sensibel vor.

Was heißt das?

Wo sich Menschen einsichtig zeigen, verzichten wir auf Anzeigen. Viele Menschen verstehen einfach nicht, warum das eine wieder erlaubt ist, das andere aber nicht.

Wo endet die „Sensibilität“ der Polizei?

Bei Menschen, die absolut beratungsresistent sind. Das sind nicht nur Jugendliche.

Viele Treffpunkte sind mit Bändern abgesperrt worden. Sind die Hotspots beseitigt worden?

Nein, es gibt im öffentlichen Raum immer noch genug. Zudem müssen wir natürlich auch Hinweisen nachgehen. Immer wieder rufen Leute an, die ein Treffen in Gärten oder Wohnungen melden.

Hört sich auch nach Denunziantentum an.

Das ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits dienen die Einschränkungen ja dazu, das Virus zu stoppen. Da helfen Hinweise schon. Aber natürlich hat dabei nicht jeder nur hehre Motive. Es gibt aber auch die, die sich selbst ein Bein stellen. Am Wochenende haben vier Biker einen Motorradausflug gemacht. Einen hat es geschmissen – und so sind sie aufgeflogen.

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