Sie waren rund um die Uhr im Einsatz – und sorgten mitunter für besorgte Blicke und Verwunderung bei den Landkreisbürgern: Die Wasserwacht ist kürzlich zu einer 24-Stunden-Übung ausgerückt.
Freising – Sie waren rund um die Uhr im Einsatz – und sorgten mitunter für besorgte Blicke und Verwunderung bei den Landkreisbürgern. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) war kürzlich mit einem Großaufgebot an mehreren Gewässern im Landkreis unterwegs. Zugestoßen war jedoch glücklicherweise niemandem etwas: Die Wasserwachtjugend hat eine 24-Stunden-Übung durchgeführt.
Sobald ein Notruf eingeht, ist viel zu tun
Im Rahmen der Nachwuchsarbeit besetzten die Jugendlichen 24 Stunden die Schnelleinsatzgruppe (SEG), die Leitstelle und den Rettungsdienst und rückten, natürlich mit Unterstützung von erfahrenen Einsatzkräften, zu fiktiven Einsätzen aus, berichtet Moritz Westermeier, 1. Vorsitzender der Wasserwacht-Ortsgruppe Freising. „Hallo, spreche ich hier mit der Leitstelle? Hier ist eine verletzte Person am anderen Ufer.“ Diesen und andere Einsätze meisterte die Jugend der Wasserwachten Freising und Eching.
Sobald ein Notruf eingeht, ist viel zu tun: Die extra dafür eingerichtete Leitstelle musste besetzt werden, die die notwendigen Einsatzkräfte alarmiert. Daraufhin rückten die Jugendlichen in Begleitung ihrer Betreuer zu den einzelnen Einsätzen aus. Nach Ankunft am jeweiligen Einsatzort wurde zunächst der Aufenthaltsort der verletzten Person ausfindig gemacht. „Herausfordernd war vor allem, dass die zu rettende Person nie direkt zu erreichen war, da sie sich beispielsweise auf der anderen Uferseite oder in der Mitte des Sees befand“, erklärt Westermeier. Wichtig sei daher die psychologische Betreuung der fiktiven Menschen in Not. Sie sollen so ihre letzten Kräfte mobilisieren, um es den Wasserrettern zu ermöglichen, rechtzeitig zur Rettung zu schwimmen.
Auch interessant: Grundstein gelegt: Für Freisings Rotkreuzler bricht ein neues Zeitalter an
Konnten die Wasserretter den Verletzten nicht ans Ufer bringen, wurde das Motorboot ins Wasser gelassen und die zu rettende Person unter Leitung der erwachsenen Wasserwachtler zum Rettungspersonal gebracht. Dort angekommen, wurde die Mime im bereitgestellten Rettungswagen weiter versorgt.
Jugendliche bewerten ihren Einsatz kritisch
Zurück am Stützpunkt „Wachstation Stoibermühle“ wurden die Einsätze nachbesprochen und die Betreuer hatten den ein oder anderen nützlichen Tipp für den Nachwuchs. „Dabei bewerteten die Jugendlichen ihren Einsatz oft kritischer als die Erwachsenen“, sagt der Chef der Ortsgruppe. „Die Betreuung und die Rettung der Verletzen erfolgte durch die Teenager sehr professionell und sie machten sich stets Gedanken über eine schnelle und effektive Rettung.“ Deshalb hätten die Betreuer nie eingreifen müssen.
Was den Ehrenamtlichen während der 24-Stunden-Übung besonders positiv aufgefallen ist: die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Bei fast allen Einsätzen hätten unbeteiligte Passanten nachgefragt, ob sie helfen könnten. ft
Lesen Sie auch: Balu an Bord: Moosburgs Wasserwacht bildet Labrador zum Rettungshund aus