Fürstenfeldbruck

Wieder mehr Flüchtlinge - Lage bei der Unterbringung spitzt sich zu

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Der Amperpark in Emmering wurde für Flüchtlinge hergerichtet.
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Während die Energiekrise in aller Munde ist, spitzt sich die Lage auch bei der Unterbringung von Asylsuchenden zu. Die Situation ist bereits jetzt angespannt – und dürfte bald noch problematischer werden.

Fürstenfeldbruck – Für die nächste Woche ist dem Landkreis im Rahmen einer Zuweisung durch die Regierung ein Bus mit weiteren 50 Flüchtlingen angekündigt. Diese sollen im Amperpark in Emmering untergebracht werden, wie eine Sprecherin des Landratsamts auf Nachfrage sagte. Das Areal war ursprünglich für ukrainische Geflüchtete angemietet worden, wurde entsprechend hergerichtet und steht seit einiger Zeit bereit. Die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge ist seither eher konstant geblieben - nun aber kommen wieder neue Asylsuchende aus aller Herren Ländern, etwa aus der Türkei, dem Irak, Afghanistan oder dem Jemen.

Jede Woche 50 weitere?

Die Sprecherin des Landratsamts geht davon aus, dass in den darauffolgenden Wochen mit Zuweisungen in ähnlichen Größenordnungen zu rechnen ist. Das heißt: Jede Woche ist mit 50 weiteren Flüchtlingen zu rechnen. Die freien Kapazitäten des Landkreises liegen im im Moment bei etwa 400 verfügbaren Plätzen – was passiert, wenn diese Kapazität erschöpft ist, weiß im Moment niemand. Insgesamt betreibt der Landkreis bereits jetzt 70 dezentrale Unterkünfte.

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Bislang müssen die so genannten Fehlbeleger die Unterkünfte nicht verlassen. Als Fehlbeleger werden Asylsuchende bezeichnet, die vereinfacht gesagt ein Bleiberecht bekommen haben, aber keine Wohnung finden.

Die Fehlbeleger

„Aufgrund der aktuellen Weisungslage durch die Regierung von Oberbayern werden Fehlbeleger nach wie vor in den dezentralen Unterkünften des Landkreises geduldet“, sagt die Sprecherin des Landkreises. Allerdings sei festzuhalten, dass „wir 800 Fehlbeleger in den dezentralen Unterkünften des Landkreises haben“. Die Unterkunftssituation wäre nicht so angespannt, wenn diese auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung finden würden, so die Sprecherin. Ein weiteres Problem entstehe dadurch, dass die Fehlbeleger nach drei-jährigem Verbleib in den Unterkünften nicht mehr auf die vom Landkreis unterzubringende Quote an Geflüchteten angerechnet werden. Deshalb müsse das Landratsamt zusätzliche Unterkunftsplätze generieren.

Das versucht das Landratsamt gerade ohnehin. So etwa in Puchheim, wo die Stadt sich gegen die Erweiterung eines Heimes und eine weitere Unterkunft aber massiv stemmt. Oder in Spielberg bei Oberschweinbach, wo Teile eines Altenheims angemietet wurden. Derzeit erfüllt der Landkreis die aktuelle Platz-Quote mit 105,35 Prozent. Quoten aber können sich ändern. Im Ankerzentrum am Fliegerhorst, das ja nur eine Durchgangsstation sein soll, sind derzeit um die 900 Geflohene untergebracht. Die Kapazität ist damit fast erschöpft.

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