VonLisa Fischerschließen
Ein Eckgrundstück der Stadt Fürstenfeldbruck in direkter Nachbarschaft zum Waldfriedhof soll bebaut werden. Es ist das nächste Sozial-Projekt der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises.
Fürstenfeldbruck – Wohnungen im ersten, zweiten und dritten Stock sowie Gewerbe und Parken im Erdgeschoss könnten dort entstehen.
Auf einem Eckgrundstück an der Waldfriedhof-/Ecke Landsberger Straße möchte die Stadt zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck (WBG) bezahlbaren Wohnraum schaffen. Die Stadtverwaltung präsentierte in der jüngsten Sitzung des Planungs- und Bauausschusses eine Machbarkeitsstudie, wonach dort ein dreigeschossiger Wohnkomplex entstehen könnte.
Seit längerem im Gespräch
Seit Juni 2021 ist die WBG mit der Stadt Fürstenfeldbruck in Gesprächen rund um das Projekt „Am Waldfriedhof“. Laut Sitzungsvorlage beschloss der Stadtrat im April in nicht-öffentlicher Sitzung, dass das Vorhaben nun im Rahmen des Kommunalen Wohnraumförderprogramms umgesetzt werden soll.
Das Eckgrundstück grenzt im Nordwesten an den Friedhof an, im Nordosten befindet sich unmittelbar die Aussegnungshalle. Um eine Verbindung zur Umgebung herzustellen, ist das Gebäude im Entwurf nicht direkt am Straßeneck angesiedelt, sondern rückt nach hinten, Richtung Waldfriedhof.
Parkähnlicher Platz
Im vorderen Bereich zur Straße hin plant die WBG in ihrem Entwurf einen parkähnlichen Platz, mit Bäumen und Bänken und Fahrradständern. Über diesen Platz gelangt man zur Aussegnungshalle. Auch die Außenfassade soll an die Umgebung angepasst werden: In der Studie sehen die Planer hier vertikale Holzlamellen vor.
Auf der Wohnfläche sollen im Erdgeschoss Friedhofsverwaltung und Bestattungsinstitut einziehen, erklärte Stadtbaumeister Johannes Dachsel im Bauausschuss. Je vier Wohnungen (zwei Zwei-, eine Drei, und eine Vierzimmerwohnung) sind im ersten, zweiten und dritten Stock vorgesehen. „Die Wohnungen sind jeweils über Eck orientiert, sodass dort immer Belichtung über zwei Fenster ist“, erklärte Dachsel. „Dann hat man beispielsweise nicht nur eine reine Nordwohnung.“
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Begrüntes Flachdach
Das Flachdach auf dem dritten Stockwerk würde begrünt werden. In der Mitte wird ein rechteckiges Dachgeschoss aufgesetzt, in dem Elektro- und Haustechnik Platz finden. Auf dessen Flachdach sollen wiederum PV-Anlagen installiert werden.
Eine Tiefgarage, die die Kosten in die Höhe treiben würde, gibt es laut Stadtverwaltung nicht. Dafür sollen neben der Friedhofsverwaltung im Erdgeschoss vier Garagen inklusive Nebenräumen entstehen. Besucher und Mitarbeiter sollen von der Landsberger- oder Waldfriedhofstraße in die Garagen im Erdgeschoss einfahren. Das müsse man sich aber noch genauer anschauen, sagte Dachsel.
Auf der derzeitigen Grundlage rechnet die Wohnungsbaugesellschaft mit Baukosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro. Inklusive Verkehrswert des Grundstücks wären die Gesamtprojektkosten bei über 7,5 Millionen, plus Baubetreuungskosten bei rund 8,1 Millionen Euro.
Bei der Finanzierung des Projekts muss dieses in die Teilprojekte „Wohnen“ (hier trifft die Kommunale Wohnraumförderung zu), „Bestattungsinstitut“ (gewerbliche Nutzung) und „Friedhofsverwaltung“ (hoheitliche Nutzung) separiert werden. Abzüglich der Förderung müsste die Stadt sich mit Eigenleistungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro beteiligen – darin enthalten ist der Wert des Grundstücks, das sie der WBG zur Verfügung stellt.
Richtfest beim Premieren-Projekt
Das eine Projekt ist noch in der Planung. Für das erste Vorhaben, das die Landkreis-Wohnungsbaugesellschaft angegangen ist, wird am Donnerstag bereits Richtfest gefeiert. An der Friedrich-Ebert-Straße 17 entstehen auf einem Grundstück, das dem Landkreis gehört, zwei Wohngebäude mit insgesamt zwölf Mietwohnungen. Man achtet auf Ökologie und Nachhaltigkeit durch Holzbauweise, Photovoltaik auf dem Dach und eine Wärmepumpe.
Gebaut wird nach dem Modell der einkommensorientierten Förderung. Der Quadratmeterpreis richtet sich nach dem Haushaltseinkommen und liegt zwischen sechs und acht Euro. Einziehen sollen Beschäftigte des Landkreises. Die beiden Gebäude sollen – wenn weiter alles nach Plan läuft – im Jahr 2024 fertiggestellt werden. imu
Zuletzt war man in Sorge gewesen, wie es mit der WBG überhaupt weiter geht.
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