Er sollte mit Bluthochdruck in die Klinik gefahren werden

Patient schlägt plötzlich zu: Gewaltexzess im Rettungswagen

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In einem Rettungswagen schlug ein Penzberger plötzlich auf eine junge Rettungssanitäterin ein. Sie hatte ihn gebeten, sich nicht während der Fahrt abzuschnallen.
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Ein Penzberger (27) hat am Ostersonntag eine junge Rettungssanitäterin im Rettungswagen attackiert. Auch im Klinikum schlug der Mann zu.

Gauting – Ostern ist eigentlich das Fest des Friedens. Doch was sich in den Morgenstunden des Ostersonntag ereignet hat, war ein echter Gewaltausbruch. Der Täter: ein Penzberger (27). Das Opfer: eine junge Rettungssanitäterin (25), die ihm eigentlich helfen wollte. Das Unheimliche daran: Es geschah ohne jede Vorankündigung. Der Vorfall hat die junge Frau physisch und psychisch so mitgenommen, dass sie erst jetzt in der Lage gewesen ist, Anzeige zu erstatten.

Der Penzberger war zu Gast in Buchendorf

Wie der Gautinger Inspektionsleiter Andreas Ruch in seinem Pressebericht vom Dienstag mitteilt, ereignete sich der Vorfall am 9. April gegen 6 Uhr morgens. Die Rettungssanitäterin sowie zwei männliche Kollegen wurden von der Notrufzentrale nach Buchendorf geschickt: Ein Patient leide unter hohem Bluthochdruck. Die Retter entschieden sich vor Ort, den Penzberger, der in Buchendorf zu Besuch war, ins Starnberger Krankenhaus einzuliefern. Der türkischstämmige Mann wurde auf eine Liege angeschnallt, die Sanitäterin saß neben ihn, die männlichen Kollegen nahmen vorn Platz.

Weil er sich nicht abschnallen durfte, tickte er aus

Kurz nach der Hausener Kreuzung wollte sich der Patient seinen Gurt abschnallen. Als die Sanitäterin ihm sagte, dass er das unterlassen soll, schlug der bis dahin friedliche Mann ihr völlig unvorbereitet mit der rechten Faust mit voller Wucht ins Gesicht. Dann packte er sie am Hals, zog sie zu sich und schüttelte sie. Auf ihre Hilferufe hin stoppte der Wagen, die Kollegen kamen ihr zur Hilfe. Mit vereinten Kräften gelang es, den Mann zu beruhigen. Noch auf der Fahrt wurde die Polizei verständigt, die zur Klinik fuhr.

Der Täter: Nicht polizeibekannt und nicht psychisch krank

Dort kam es zu einem zweiten Zwischenfall, als eine Krankenschwester (44) den Blutdruck messen sollte. Wiederum aus dem Nichts trat er ihr gegen den rechten Arm, die Helferin wurde gegen die Wand geschleudert. Daraufhin wurde der Angreifer wegen offensichtlicher Fremdgefährdung in die Psychiatrie eingewiesen, die er inzwischen wohl wieder verlassen hat. Das Erstaunliche daran: Der Penzberger war bis dahin völlig unauffällig und nicht polizeibekannt. Er hatte keinen Alkohol getrunken und keine Drogen zu sich genommen. Jetzt wird gegen ihn wegen zweier tätlicher Angriffe auf Personen ermittelt, die Vollstreckungsbeamten gleichgestellt sind.

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Die Frauen, die sich seiner angenommen haben, hat der Mann schwer verletzt. Die Notfallsanitäterin erlitt von dem Faustschlag gegen die Schläfe eine Schleudertrauma. Noch schlimmer war jedoch die psychische Blockade, die der Angriff bei ihr auslöste und die dazu geführt hat, dass sie erst jetzt Anzeige erstattet hat. Vier Wochen lang war sie arbeitsunfähig. Die Schwester aus dem Krankenhaus erlitt starke Schmerzen der rechten Schulter.

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Für Inspektionsleiter Ruch ist dieser Gewaltexzess ein weiteres Beispiel dafür, dass der „Respekt gegenüber Rettungskräften immer mehr verloren geht“. Diesen Fall findet er allerdings besonders krass: „Da will eine Frau helfen. Und zum Dank dafür kriegt sie eine Faust ins Gesicht.“

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