Es ist eines der größten Projekte des BRK überhaupt

Festakt mit viel Farbe und Musik: Mehrgenerationenhaus offiziell eingeweiht

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Beste Stimmung: Zur Einweihung des Mehrgenerationencampus des BRK kamen (v.l.) Edith Maruska (Heimleitung Pflegeheim MGC), Jan Lang (Kreisgeschäftsführer BRK Starnberg), Dr. Brigitte Kössinger (Bürgermeisterin von Gauting), CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Eiling-Hütig, Christa Stewens (Ehrenvorsitzende des BRK-Bezirksverbandes Oberbayern), Landrat Stefan Frey, Michael Kuffer (Vorsitzender Vorstand BRK Starnberg), Dr. Martin Rieger (Bezirksvorsitzender BRK-Bezirksverband Oberbayern), Pfarrer Klaus Firnschild-Steuer (Evangelischer Pfarrer Christuskirche Gauting) und Pfarrer Georg Lindl (Katholischer Pfarrer Gauting).
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Der Mehrgenerationencampus (MGC) des BRK war von Anfang en ein ehrgeiziges Projekt. Jetzt ist es mit einiger Verzögerung eingeweiht worden.

Gauting – Das Foyer des BRK-Pflegeheims ist in den Farben Gold, Blau und Weiß gehalten. War da nicht was? Eben, das sind die Farben von Gauting. Die Gestaltung ist kein Zufall. „Wir fühlen uns hier total verwurzelt“, sagte Jan Lang, Kreisgeschäftsführer des BRK Starnberg. An der Starnberger Straße 36 sollen sich später einmal in Summe 86 Seniorinnen und Senioren wie daheim fühlen. Aktuell sind es 28.

Es hat lange gebraucht, bis das Haus – und damit der ganze Mehrgenerationencampus – eingeweiht werden konnte. „Es ist uns leider eine Kleinigkeit namens Corona dazwischen gekommen“, sagte Lang in seiner launigen Ansprache. Am vergangenen Freitag war es so weit: Eine illustre Runde mit Landrat Stefan Frey, Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger, Landtagsabgeordneter Dr. Ute Eiling-Hütig, Bezirksrätin Martina Neubauer, Christa Stewens (Ex-Sozialministerin und Ehrenvorsitzende des BRK-Bezirksverbands Oberbayern), Andreas Bader vom Investor BG Immobilien und vielen anderen fand sich im Foyer des Pflegeheims ein.

Kinder und Senioren sollen voneinander profitieren

Zum Auftakt sangen Buben und Mädchen vom benachbarten Kinderhaus „Henry und Henriette“ das Kinderlied „Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder“. Auch das: kein Zufall. Das Seniorenheim ist Teil des Mehrgenerationencampus „MGC“, Alt und Jung sollen dort miteinander leben und voneinander profitieren, das Kinderhaus bietet Platz für rund 100 Kinder. Was das bedeutet, machte der evangelische Pfarrer Klaus Firnschild-Steuer in der ökumenischen Andacht mit dem katholischen Pfarrer Georg Lindl deutlich. Er erzählte, wie ein Kinderlächeln die Welt verändern kann. Auch Musiker der Bayerischen Philharmonie verliehen der Zeremonie Glanz, etwa durch das Adagio-Thema aus Beethovens „Pathétique“.

Vielleicht war die Stimmung so gut, weil sich die Vorgeschichte dieses komplexesten Projekts des BRK schwierig gestaltet hatte. Christa Stewens erzählte von 13 zähen Präsidiumssitzungen, bevor man sich entschließen konnte, in den Campus zu investieren – für das BRK ein ungewöhnlicher Schritt. Zur Legende wurde, dass Jan Lang nach Sitzungen die nichts Gutes verhießen, für alle sang, um die Stimmung zu heben. Er tat das zwar ab („Das war übertragen gemeint“), aber Stewens erinnerte sich mit Vergnügen daran. Wie es scheint, hat das geholfen.

120 Ukrainer waren bis Ende Oktober untergebracht

Und dann: Corona. Der Bau war längst fertig. Aber es versteht sich von selbst, dass eine Pandemie ein ungünstiger Zeitpunkt ist, eine Altenheim zu eröffnen. Es unterblieb. Als schließlich der Ukraine-Krieg ausbrach und der Landkreis auf die Schnelle 120 Flüchtlinge unterbringen musste, erkundigte sich Landrat Stefan Frey bei Lang nach dem leer stehenden Gebäude neben dem Lidl. „Ich habe das BRK auch in dieser Situation als starken Partner kennen gelernt“, sagte er und wies ganz nebenbei darauf hin, dass Gold, Blau und Weiß auch die Farben des Landkreises sind. Die letzten Flüchtlinge sind Ende Oktober ausgezogen, der A-Trakt wird derzeit saniert.

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Auch Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger war froh und erleichtert. Schon seit über zehn Jahren trägt man sich nun mit dem Plan mit einer Seniorenbetreuung für Gauting, einfach, weil es vorher keine gab. „Wir hatten eine Not, und wir haben sie gemeinsam erkannt“, sagte sie mit Blick auf Gemeinderat und Seniorenbeirat. Der Landkreisverwaltung attestierte sie, „hervorragend gearbeitet zu haben“. Besonders erwähnte sie den ehemaligen Seniorenbeiratsvorsitzenden Wolfgang Schrader, der den Kontakt zum BRK hergestellt hatte, aus gesundheitlichen Gründen aber nicht an der Feier teilnehmen konnte. Nun trägt eine Lounge seinen Namen. Irgendwann soll auch ein grüner Markt auf dem Areal seinen Platz finden.

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Blieb die Einrichtungsleiterin Edith Maruska, die sich – wieder kein Zufall – blau und weiß gekleidet hatte. Sie ist vom Konzept der Hausgemeinschaften zu je 14 Senioren voll überzeugt. „Wenn mir die Bewohner sagen, dass sie im Tagesrestaurant einen guten Kaffee getrunken haben, dass sie einkaufen waren oder dass sie Kindern vorgelesen haben, ist die Vision für mich konkret geworden.“

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