„Keine Konkurrenzsituation“

Geplante Erweiterung des Kraillinger KIM: Rathaus bleibt gelassen

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Die Ausweitung des Kraillinger Gewerbegebiets macht der Bürgeroffensive „Zukunft Gauting“ Sorgen. Dem Rathaus weniger. Man fürchtet keine Abwanderung.
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Krailling will sein Gewerbegebiet KIM erweitern. Kann es also passieren, dass Gautinger Betriebe dorthin abwandern? Aus dem Rathaus heißt es: Nein.

Gauting/Krailling – Am Dienstag hat der Kraillinger Gemeinderat beschlossen, ein Ratsbegehren in die Wege zu leiten. Am 8. Oktober, mit der Landtagswahl, sollen die Bürger darüber entscheiden, ob sie eine Erweiterung des Gewerbegebiets KIM um sieben Hektar befürworten. Das Ziel: Durch die zusätzliche Gewerbesteuer die kommunalen Pflichtaufgaben zu erfüllen. Diese Meldung war erst wenige Stunden alt, als sich die Bürgeroffensive „Zukunft Gauting“ in einem Newsletter über die Auswirkungen Gedanken machte.

Es sei ein Fehler gewesen, dass Gauting es Ende der 1990er Jahre abgelehnt hatte, die KIM gemeinsam mit Krailling zu entwickeln. „Damals wurde die größte Chance auf auskömmliche Gewerbesteuereinnahmen verpasst.“ Wenn die Entwicklung eigener Gewerbegebiete weiter sich weiter hinziehe, könnten die Folgen einer KIM-Erweiterung für Gauting „katastrophal“ sein, fürchtet die Gruppe.

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Für „Zukunft Gauting“ geht die Entwicklung des Gautinger Felds und des Galileo-Parks in der Nähe des Flughafens Oberpfaffenhofen viel zu langsam voran. Die Schuld sehen Dr. Andreas Albath, Markus Proksch und Tammo Körner vom Vorstand nicht so sehr bei der Gemeinde, als vielmehr in den langwierigen Genehmigungsverfahren. „Deutschland ist inzwischen so überbürokratisiert, dass sich immer wieder Sackgassen auftun.“ Ihre Sorge: „Sollten sich auf dem Gebiet einer Nachbargemeinde attraktive Gewerbeflächen finden, besteht die Gefahr, dass Gauting langjährige Unternehmen und gute Gewerbesteuerzahler verlieren könnte.“ Der KIM-Beschluss sei ein „Weckruf für Gauting“.

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Im Rathaus hingegen sieht man die Kraillinger Pläne gelassen. „Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass es in den Gemeindegebieten Gauting und Krailling genügend Unternehmen gibt, die sich erweitern wollen“, so Standortförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann. Außerdem müsse Krailling dieselben Planungsprozesse durchlaufen wie der Nachbar. Die Pläne seien eher als Zeichen der Zuversicht in die Attraktivität des Landkreises zu deuten. „Eine Konkurrenzsituation ergibt sich dadurch nicht. Wir haben keine Bedenken, dass Firmen abwandern.“

Ähnlich argumentiert Christoph Winkelkötter, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung Starnberg (gwt). „Eine Erweiterung der KIM steht den Planungen von Gauting nicht entgegen“, sagt er. In beiden Fällen gehe es darum, dass die Kommunen ihren Bestandsunternehmen Expansionsflächen anbieten können. „Die Gemeinden und auch die gwt führen eine lange Liste an Unternehmen, die Flächen suchen.“ Sein Fazit: „Wir kämpfen um jedes Unternehmen, damit es in der Region bleiben kann.“

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