Inzwischen haben sie Angst, ihr Haus zu verlieren

Um die schlimmste Not zu lindern: Neue Spendenaktion für die Familie Hanrieder

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Familie in Not: Hannes Hanrieder mit Ehefrau Katrin und Tochter Lucy vor dem mobilen Lottoladen.
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Erneut ist für die Hanrieders eine Spendenaktion gestartet worden. Eine Stammkundin will über die Plattform GoFundMe 20.000 Euro zusammenbringen.

Gauting – Im ehemaligen Lotto- und Schreibwarenladen der Hanrieders an der Bahnhofstraße wird fleißig gearbeitet. Die Handwerker liegen gut in der Zeit, Januar oder Februar könnte alles wieder bezugsfertig sein. Ob aber die Hanrieders dort wieder ihren Laden betreiben können, ist völlig unklar. „Wir brauchen Minimum 80 000 Euro, um wieder Waren anzuschaffen“, sagt Hannes Hanrieder. Doch auf die Versicherungssumme über gut 150 000 Euro wartet die Familie bis heute. Deshalb hat sie auch Klage gegen den Landwirtschaftlichen Versicherungsverein Münster eingereicht. Verhandelt wird nicht vor Mitte nächsten Jahres.

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Die Solidarität mit der Familie, die bei dem durch einen defekten Kühlschrank verursachten Brand alles verloren hat, war von Anfang an groß. Die Junge Union sammelte 3100 Euro Spenden, die gegenüberliegende Parfümerie Petit Flair über 1000 Euro. Jetzt hat Stefanie Schulze, eine gute Freundin und Kundin der Familie, vor wenigen Tagen eine GoFundMe-Spendenaktion ins Leben gerufen.

Das funktioniert so, dass auf der Plattform dieses Namens eine Seite eingerichtet wird, in der das Anliegen dargestellt wird – in diesem Fall Hilfe für eine notleidende Familie. Angeboten werden unter anderem Zahlungen via Kreditkarte, Giropay, Sofortüberweisung, PayPal und weitere. Im Anschluss an ihre Zahlung können Spender dann auch mit dem Kampagnenbetreiber interagieren, den Spendenstand verfolgen und Kommentare hinterlassen. 20.000 Euro sind das Ziel, um die schlimmste Not zu lindern. Bis Freitag waren es 500 Euro.

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Auf ihrer Seite beschreibt die Freundin der Hanrieders, dass die Lage langsam prekär wird. „Mittlerweile ist es so weit, dass die Kinder – sieben Jahre alt und acht Monate alt – nicht mehr krankenversichert sind, da sie die Beiträge nicht mehr bezahlen können.“ Ihr Eigenheim müssten sie, wenn nichts passiert, im Januar räumen, es drohe die Pfändung. Kurz: „Es fehlt an allen Ecken und Enden.“

Hannes Hanrieder bestätigt diese Einschätzung: „Langsam geht das Ersparte drauf, was nach einem halben Jahr auch normal ist.“ Inzwischen hat der Gilchinger seinen provisorischen Lottoladen wieder, den er während der Wiesn abgeben musste, aber viel Geld ist damit nicht zu machen. Ehefrau Katrin übernimmt kleinere Jobs, auch er hat sich auf verschiedene Stellen beworben – obwohl ihm sein Verdienst von der Versicherungssumme abgezogen wird. Auf der GoFundMe-Seite ist auch ein Beitrag zu sehen, den das SAT1-Frühstücksfernsehen über sie gedreht hat. Der Fall Hanrieder hat längst auch überregional Aufmerksamkeit erregt.

Die Internetadresse für die Spendenaktion lautet https://gf.me/v/c/mdcp/kjrf5a-familie-in-not

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