Auftakt für „Fit & Aktiv“

Mission Gesundheit: Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg an der Realschule Gauting

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Großes Hallo: Die ehemalige Skirennläuferin Viktoria Rebensburg (unten, Mitte) besuchte am Mittwoch die Gautinger Realschule. In fünf Zelten wurde den Schülern spielerisch das Thema Gesundheit nähergebracht.
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Mit dem Projekt „Fit & Aktiv“ bringt Ex-Skirennläuferin Viktoria Rebensburg Schülern das Thema Gesundheit näher. Kick-off-Veranstaltung war jetzt in Gauting.

Gauting – Leistungssportler sind faszinierende Wesen: Sie müssen topfit und kerngesund sein, mental stark und ausgeruht. All das hat die Skiläuferin Viktoria Rebensburg (33) in sich vereint, ein Olympiasieg (2010) und zwei Vizeweltmeisterschaften (2015 und 2019) sprechen eine deutliche Sprache. Jetzt, nach ihrem Karriereende, sagt sie: „Was ich gelernt habe, will ich weitergeben.“ Genau für diesen Zweck hat sie das Projekt „Fit und Aktiv“ gegründet, das jetzt durch die bayerischen Schulen tourt. Die Kick-off-Veranstaltung fand gestern an der Realschule in Gauting statt. Die Schüler lernten von der Besten.

Vom Sport für das Leben lernen

Auf dem Hof der Realschule an der Germeringer Straße stehen diese Woche fünf Zelte, darauf die Schlagwörter „Bewegung“, „digitale Vorsorge“, „Ernährung“, „Selbstwirksamkeit“ und „Entspannung“. Lauter Dinge, die man nicht früh genug lernen kann und die den Fünft- und Sechstklässlern hier spielerisch näher gebracht werden. Direktor Manfred Jahreis ist es wichtig, dass das Ganze keine einmalige Sache bleibt: „Das wird alles im Unterricht noch vertieft“, sagt er. Dafür gibt es eigene Handreichungen für Lehrer. Und mit dem Lehrplan vernetzt sind all diese Themen ohnehin längst, in Gauting etwa steht in den siebten Klassen Ernährung auf dem Stundenplan. Übrigens wurde die berühmte Athletin von vielen Schülern erkannt und musste das eine oder andere Autogramm geben – meist mit Filzstift auf den Unterarm.

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Besonders am Herzen liegt Rebensburg, die in Kreuth am Tegernsee daheim ist, die so genannte „digitale Vorsorge“. Denn das Internet, in dem sich Kinder und Jugendliche aufhalten, birgt Gefahren. Woran erkennt man etwa Fake News, also Falschmeldungen? Das wird im pinken Zelt erläutert. Oder wie wirkt Cyber-Mobbing? Der Grad an psychischer Belastung wird für die Schüler durch einen Rucksack voller Steine spürbar.

Der aktiven Karriere trauert sie nicht nach

Hinter „Selbstwirksamkeit“ verbirgt sich eigentlich mentale Stärke, eine wichtige Eigenschaft im Sport wie im normalen Leben. In diesem Zelt steht ein Gerät, das eigentlich nur zu Forschungszwecken benutzt wird: Die Konzentration der Teilnehmer überträgt sich auf eine Kugel, die sich hin und her bewegt. „Mindball“ nennt sich das Ganze. Wenn zwei Teams gegeneinander antreten, gewinnt dasjenige, das besser auf die Kugel focussiert ist. Sogar die Gehirnströme werden gemessen und angezeigt. Wenn Burschen gegen Mädchen spielen, ist richtig was los.

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Wie wichtig es ist, genug zu trinken, lernen Kinder im Zelt „Ernährung“. An einer Station wird Wasser in Trinkgläser abgefüllt und dann in den Bauch einer Figur abgelassen. Das macht deutlich, wie viel Flüssigkeit der Körper braucht, gerade an heißen Tagen oder beim Sport. Den meisten Anklang findet das letzte Zelt „Entspannung“, wo die Kinder auf ein Panorama des Watzmann schauen, Musik hören – und nichts tun. „Ich kann verstehen, dass die Kinder einfach mal chillen wollen. Der Druck, unter dem sie stehen, ist groß“, sagt die Sportlerin

Wenn „Fit & Aktiv“ jetzt mit Unterstützung des Bayerischen Gesundheitsministeriums und gesponsert von der Molkerei Berchtesgadener Land sowie dem IT-Unternehmen „Enyore“ bis Oktober an den Bayerischen Schulen Station macht, will Rebensburg „so oft wie möglich dabei sein“. Ihrer Zeit als Spitzenathletin trauert sie nicht nach. Sie genießt es, weniger funktionieren zu müssen. „Dinge dürfen jetzt dauern“, sagt sie. Zur Zeit macht sie eine Ausbildung zum Stoffwechsel-Coach, kann als Referentin gebucht werden und kommentiert für Eurosport.

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