Infoveranstaltung der Grünen

Podiumsdiskussion zum Thema Geothermie für Gauting

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Im Gespräch über saubere Energie (v.l.): Hans Wilhelm Knape (Gemeinderat der Grünen), Dr. Bernd Schulte-Middelich (Asto-Group), Heiko Braun (Ortsvorsitzender), Anne Franke (Landtagsabgeordnete) und Dr. Fabian Kühnel-Widmann (Standortförderer).
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Von der Geothermie verspricht sich Gauting viel. Bei einer Podiumsdiskussion im Bosco, veranstaltet von den Gautinger Grünen, wurde Optimismus verbreitet.

Gauting – Bis 2040 will Gauting mit seinen rund 22 000 Einwohnern klimaneutral sein. Auf dem Weg dorthin spielt die Geothermie für die Würmtalgemeinde eine ganz entscheidende Rolle. Deshalb lud der Ortsverband der Grünen zu einer Infoveranstaltung ins Bosco ein. Alle Teilnehmer der Debatte am Mittwochabend zeigten sich optimistisch, dass Gauting nach und nach mit Erdwärme beliefert werden kann – auch wenn der Prozess lang und kompliziert werden dürfte.

Der Ortsvorsitzende der Grünen, Heiko Braun, der die Runde moderierte, machte deutlich, dass im Gemeinderat, dem er auch angehört, ein parteiübergreifender Konsens darüber herrsche, dass den regenerativen Energien – Geothermie, Windkraft und PV-Anlagen – die Zukunft gehöre. „Wir haben da einen guten Schulterschluss“, sagte er. „Das stimmt mich zuversichtlich.“

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Dr. Bernd Schulte-Middelich, Gründer der Asto-Group, die im Unterbrunner Holz heißes Wasser fördern möchte, verbreitete Zuversicht. „Es gibt sehr erfolgreiche Bohrungen im Umfeld“, sagte er. Bei ihren Vorhaben stütze sich die Asto-Group auf geologische Erkenntnisse, die während der ersten Energiekrise gewonnen worden seien, als dort vergeblich nach Öl gebohrt worden sei. Nach seiner Prognose kann wohl im zweiten oder dritten Quartal 2024 die Bohrung beginnen.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Anne Franke, forderte von der Staatsregierung mehr Geld für die Kommunen beim Ausbau des Netzes, etwa in Form einer Risikobürgschaft. „Das ist unbedingt notwendig.“ Wie es hieß, kostet ein Kilometer Leitung etwa 1,2 Millionen Euro. Außerdem regte sie ein Wärmekataster an, das aufzeigt, „wo sich der Wärmebedarf ballt“.

Der Preis wird konkurrenzfähig sein

Standortförderer Dr. Fabian Kühnel-Widmann bekannte, „für das Projekt zu brennen“. Er appellierte an die Bürger, sich in der Gemeinde zu melden, wenn sie Interesse an einem Anschluss haben. „Danach würden wir den Bau des Netzes ein Stück weit ausrichten.“ Er warnte vor der Erwartung, dass das Ganze schnell geht. „Geothermie ist ein Generationenprojekt.“ Es gebe viele Variablen, die sich erst nach und nach klärten. Die verständliche und berechtigte Frage der Bürger, wann der Anschluss zu welchem Preis komme, sei aktuell nicht seriös zu beantworten. Fest stehe nur, dass der Preis konkurrenzfähig zu Öl, Gas und Pellets sein müsse.

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Ein Bürger wollte wissen, ob alle Bürger denselben Preis zahlen müssen, auch wenn sie weit entfernt vom Bohrloch wohnen. Das sicherte Schulte-Middelich zu: „Selbstverständlich“, sagte er. „Alles andere wäre der Tod des Projekts.“ Überhaupt dürften die Bürger 20 Jahre lang mit stabilen Preisen rechnen. „Sie können versichert sein, dass Sie niemand über den Tisch zieht.“

Mehr Details in der nächsten Gemeinderatssitzung

Eine Bürgerin aus der Hubertusstraße fragte, warum über das Projekt so wenig bekannt sei. „Ich habe das Gefühl, 95 Prozent der Gautinger wissen von nichts.“ Sie forderte die Gemeinde auf, aktiver zu kommunizieren, welche Chancen die Erdwärme Bürgern bietet, etwa in Form von Hauswurfsendungen.

Hans Wilhelm Knape, Gemeinderat der Grünen und Referent für Klimaschutz, sicherte ihr zu: „Wir werden zeitnah eine Öffentlichkeitsinitiative starten.“ Kühnel-Widmann verwies auf die nächste Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag, in der mehr Details bekannt gemacht würden.

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