1800 Besucher, 24 Grad Wassertemperatur

So lief das erste Wochenende im Gautinger Sommerbad

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Die Ruhe vor dem Ansturm: Das Nichtschwimmerbecken (oben), das 50 Meter-Sportbecken mit Sprungturm (Mitte) sowie der Whirlpool (unten) bieten für jeden Besucher etwas.

Pünktlich zum Pfingstwochenende hat das Gautinger Sommerbad eröffnet. Geschätzte 1800 Besucher nutzten das gute Wetter aus.

Gauting – Freitag, 26. Mai. Der große Tag ist gekommen, das Gautinger Sommerbad wird gleich eröffnet. Punkt 9 Uhr empfangen Sebastian Worm-Paradiek, Franz Jaquet und Antje Feser vom „Förderverein Sommerbad“ die ersten Morgenschwimmer um Hansjörg Hägele bei strahlendem Sonnenschein. „Das Wasser ist wunderbar, wie es sein soll“, schwärmt Hägeles Ehefrau nach den ersten Zügen im auf 24 Grad erwärmten Trainingsbecken. Die eingeschworene Gruppe der Morgenschwimmer – die meisten im Rentner-Alter – ist froh, dass es wieder losgeht. Auch mit dem einen oder anderen Plausch, während Frau oder Mann ihre Bahnen ziehen. Sebastian Worm-Paradiek, Vorsitzender des Fördervereins, schließt sich dem voll und ganz an: „Der Schwimmclub Gauting und der Förderverein freuen sich auf die neue Saison“, sagt er. „Es ist das pure Vergnügen bei 24 Grad Wassertemperatur.“ In dem Heißsprudelbassin wurden am Eröffnungswochenende bereits wohlige 30 Grad erreicht – trotz der vorangegangenen kalten Nächte.

Das Wetter im Mai war schlecht - bis jetzt

Mit der Entscheidung, erst zum Pfingstwochenende zu eröffnen, habe man Glück gehabt, betont der technische Leiter Christian Ruhdorfer. „In dem kalten, verregneten Mai wäre ohnehin kaum ein zahlender Badegast gekommen“, vermutet er. Das ist wohl auch der Grund, warum der Rathausmitarbeiter bislang „kein Murren“ aus der Bevölkerung gehört habe. „Wir haben extra zu Pfingsten für diejenigen geöffnet, die nicht wegfahren können.“

Willkommen: Franz Jaquet und Antje Feser vom Förderverein (v.l.) begrüßten die ersten Gäste.

Badbetreibermeister Andreas Laubenstein von der Firma Aqua Personal ergänzt, dass mit der um zwei Wochen verschobenen Eröffnung Energie eingespart worden sei – und damit das Defizit gesenkt. Denn allein im 50-Meter-Trainingsbecken mit Sprungturm müssten täglich 1200 Kubikmeter Liter Wasser während der Saison durchgängig auf 24 Grad erwärmt werden, ebenso im Lehrschwimmbassin. Hinzu komme noch der Energieverbrauch in den Warmduschen mit den neuen Armaturen: Allein für eine ausgiebige Dusche müsste die Gemeinde mindestens fünf Euro verlangen. Doch der Betrieb des Sommerbads sei ja bereits vom Gautinger Steuerzahler subventioniert, den könne man ja nicht zwei Mal zur Kasse bitten.

Kinder unter sechs Jahren zahlen keinen Eintritt

Erstmals gab es aus Gründen der Sparsamkeit keinen freien Eintritt am Eröffnungstag. Weil aber die Frühschwimmer ohnehin meist im Besitz einer Saisonkarte sind, fiel das nicht weiter ins Gewicht, so Laubenstein. So wuselten das ganze Wochenende über viele Kinder über das gepflegte Freibad-Gelände mit der frisch gemähten Liegewiese und den einladenden, sonnengelben Liegestühlen. Einige von ihnen kamen gratis rein: Die Kleinen unter sechs Jahren, die die Schwimmkurse von Antje Feser und Steffen Pilz besuchen oder sich auch nur am neuen Wasserspielplatz tummeln, zahlen noch keinen Eintritt.

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Lange Gesichter machten indes hungrige Jugendliche: Der Kiosk mit den heiß begehrten Pommes, der vom Chinarestaurant nebenan bewirtschaftet wird, hatte wegen Personalmangels noch nicht geöffnet. Auch der Eiswagen vom Bio-Backhaus Cramer ist momentan auf Tour. Am Freitag zählte der Betreiber 320 zahlende Badegäste, auch ein Rollstuhlfahrer war dabei. Denn schwimmen könne jeder, betont Schwimmmeister Andreas Laubenstein. In seiner Ausbildung hat er gelernt: „Drei Mal pro Woche eineinhalb Stunden ruhiges und Gelenk schonendes Ausdauerschwimmen verlängert die Lebenserwartung um bis zu zehn Jahre.“

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Im Rathaus war man am Dienstag hochzufrieden mit dem Verlauf des Pfingstwochenendes. Insgesamt hatten etwa 1500 Badegäste den Weg zu den Becken an der Reismühle gefunden. Zählt man die Kinder bis sechs Jahre hinzu, dürften es wohl 1800 gewesen sein. „Angesichts des nicht ganz stabilen Wetters – morgens und abends war es noch etwas kühl – war das durchaus ein guter Erfolg“, bilanziert Pressesprecherin Charlotte Rieboldt. Viel Lob habe es für das Ambiente gegeben. „Das Sommerbad ist in mühevoller Arbeit wieder 1a fit gemacht worden für die Badesaison 2023.“ Mit einem Wort: „Das erste Badewochenende verlief rund.“ Christine Cless-Wesle, Volker Ufertinger

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