Nach Koalitions-Hickhack

„Machen wir natürlich nicht“: Söder verschiebt Klimaziel – und schießt gegen Aiwanger

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Uneinigkeit in Bayerns Kabinett: Söder verschiebt Klimaziel nach hinten, Aiwanger will fixe Jahreszahl abschaffen.
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Klimaneutralität für Bayern bis 2045 statt bis 2040. Das Ziel, schneller zu sein als der Bund, gab Markus Söder damit auf. So machen wie Hubert Aiwanger will er es aber nicht.

München – Nach den Diskussionen innerhalb der Koalition über die Klimaziele Bayerns hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die geplante Änderung des bisherigen Ziels und dessen Verschiebung um fünf Jahre bestätigt. Das neue Zieljahr für die Klimaneutralität soll nun 2045 sein. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) solle eine entsprechende Gesetzesvorlage erarbeiten, erklärte Söder während der CSU-Fraktionsklausur in Kloster Banz in Bad Staffelstein. Gleichzeitig lehnte Söder den Vorschlag seines Stellvertreters Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ab, vollständig auf ein festes Zieljahr für die Klimaneutralität zu verzichten.

Bayern verschiebt Klimaziel um fünf Jahre nach hinten

Aiwanger hatte kürzlich für Verwirrung gesorgt, indem er behauptete, das Klimaschutzgesetz sei bereits dahingehend „kassiert“ worden, dass die Klimaneutralität bis 2040 nicht mehr das Ziel sei. Tatsächlich wurde das Gesetz jedoch bisher nicht geändert. Am folgenden Tag wurde bekannt, dass das Kabinett sich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen Mitte November darauf geeinigt hatte, das Zieljahr auf 2045 zu verschieben.

„Unser Gesetz ist im Moment noch 2040. Wir glauben allerdings, dass das schwer zu halten ist“, äußerte Söder. Er begründete dies mit dem Ausstieg aus der Atomenergie, der veränderten globalen Lage und den wirtschaftlichen Herausforderungen. Bayern könne seine Ziele „nur mit Kernenergie schaffen“. Zudem sei das Jahr 2045 „das grüne Ziel“ der Bundesregierung und der Ampelkoalition gewesen. „Das heißt, das kann deswegen nicht so schlecht sein.“

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Söder stellt sich gegen Aiwanger-Aussage

Aiwanger hatte zuletzt auch gefordert, kein neues festes Datum für die Klimaneutralität festzulegen. „Wir brauchen eine realistische Wirtschafts- und Klimapolitik und müssen wegkommen von fixen Jahreszahlen, die wir am Ende doch nicht einhalten können“, sagte er der Mediengruppe Bayern. Starre Zieljahre, ob für 2040, 2045 oder 2050, seien nicht zielführend und schädlich für die Wirtschaft sowie das politische Klima.

Berühmte Todesfälle in Bayern im Jahr 2024

Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer, der „Kaiser“ des Fußballs, verstarb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren in Salzburg. Als Spieler und Trainer prägte er die deutsche Fußballgeschichte und führte die Nationalmannschaft zu zwei Weltmeistertiteln. Geboren wurde er am 11. September 1945 in München.  © IMAGO / Colorsport
Franz BECKENBAUER lädt zum Karpfenessen Kitzbühel
Franz Beckenbauer mit Ehefrau Heidi und ihrem gemeinsamen Sohn Joel im Januar 2022. © IMAGO / SKATA
Alois Glück Interview im Landtag 2014
Alois Glück (*24. Januar 1940 in Hörzing, Kreis Traunstein, † 26. Februar 2024 in München) war CSU-Politiker, 38 Jahre lang Landtagsabgeordneter, Landtagspräsident (2003-2008) und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK, 2009-2015). Markus Söder würdigte ihn als stets „starke Stimme und moralische Instanz“. © IMAGO / Oliver Bodmer
Alois Glück Friedrich Merz
Alois Glück und Friedrich Merz (li.) beim CDU Fraktionstreffen 2000 in Düsseldorf.  © IMAGO / Sepp Spiegl
Standesamtliche Hochzeit in der Mandelstraße
Fritz Wepper (*17. August 1941 in München, † 25. März 2024 in Oberbayern) mit seiner ersten Ehefrau Angela Wepper: TV-Legende, Deutschlands bekanntester Serienassistent Harry Klein in „Derrick“, Bürgermeister in „Um Himmels Willen“, Oscar-prämierter Darsteller in „Cabaret“. ©  IMAGO / Astrid Schmidhuber
Derrick (ZDF) Horst Tappert mit Karin Anselm und Fritz Wepper (02/89 -)
Fritz Wepper (Mitte) mit seinen Schauspielkollegen Horst Tappert mit Karin Anselm in der ZDF-Krimiserie „Derrick“ 1989.  ©  IMAGO / teutopress
Notker Wolf - der rockende Abtprimas
Notker Wolf (*21. Juni 1940 in Bad Grönenbach, † 2. April 2024 in Frankfurt am Main): Benediktinermönch mit Rockstar-Allüren. Als Abtprimas führte er den Orden, als Gitarrist die Band „Feedback“. Er rockte einst sogar an der Seite von Deep Purple. Vom Allgäu nach Rom und zurück, stets mit Habit und E-Gitarre im Gepäck. Das Kloster St. Ottilien, das Wolf als Abt leitete, stand allerdings auch im Fokus von Missbrauchsvorwürfen. Unsere Redaktion berichtete 2024 über einen Fall, der erst jetzt ans Licht kam. © Matthias Schrader/ dpa
Michael Verhoeven gestorben
Michael Verhoeven (*13. Juli 1938 in Berlin, † 22. April 2024 in München): Der Regisseur und promovierte Arzt war ein Meister des politischen Films, bekannt für „Die weiße Rose“ und „Das schreckliche Mädchen“. Vielen dürfte er auch als Ehemann von Senta Berger bekannt sein. Mit Witz und Scharfsinn brachte er das deutsche Kino zum Nachdenken – und zum Lachen. © dpa/Felix Hörhager
Thomas Höpker bei der Eröffnung der Fotoausstellung Muhammad Ali in der Galerie Camera Work Berlin
Thomas Hoepker (10. Juni 1936 in München, † 10. Juli 2024 in Santiago de Chile): Magnum-Präsident, der 1976 seine Münchner Wurzeln gegen die New Yorker Skyline tauschte. Sein ikonisches 9/11-Foto zeigt junge Leute, scheinbar unbekümmert vor der Rauchsäule Manhattans – ein Bild, das durch seine Absurdität weltberühmt wurde. Von Muhammad Ali‘s Faust (siehe Foto) bis zum brennenden World Trade Center bewies er: Eine Kamera in den richtigen Händen kann Geschichte schreiben.  © IMAGO / Future Image
Liedermacher Fredl Fesl
Fredl Fesl (07. Juli 1947 in Grafenau, † 25. Juni 2024 in Pleiskirchen) war als Jugendlicher talentierter Gewichtheber und zweifacher oberbayerischer Juniorenmeister. Seine Musikkarriere begann, als er in Münchner Kleinkunstbühnen einsprang und mit humorvollen Anekdoten das Publikum begeisterte. Bald avancierte er zum Kabarettisten und prägte die bayerische Comedy-Szene mit Witz und Charme. 2006 musste er die Bühne aufgrund seiner Parkinson-Erkrankung hinter sich lassen.  © IMAGO / Lindenthaler
Christa Meier OB Regensburg
Zuletzt noch eine Frau in dieser Fotostrecke: Christa Meier (*6. Dezember 1941 in Regensburg, † 01. Dezember 2024 ebenda): Bayerns erste weibliche Großstadt-Oberbürgermeisterin (1990-1996). Mit ihren „Christa-Meier-Hütchen“ – weiß-rot lackierten Betonpollern – führte sie großflächig Tempo-30-Zonen ein. Eine umstrittene Maßnahme, die letztlich auch ihre Wiederwahl bremste. Im Stadtrat saß Meier aber fast ein halbes Jahrhundert, bis 2020.  © IMAGO/Manfred Segerer

Söder wies diese Forderung nun entschieden zurück, ohne Aiwanger namentlich zu erwähnen: „Es bleibt auf jeden Fall beim Klimaziel. Nicht, wie jemand gesagt hat, vielleicht brauchen wir gar keins. Das machen wir natürlich nicht.“ (dpa)

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