„Hat auch Wehmut ausgelöst“: 620 Wohnungen für Tausend Münchner auf historischem Gelände
VonSascha Karowski
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Auf einem ehemaligen Werksgelände sollen 620 neue Wohnungen gebaut werden – mit Platz für etwa 1.000 Menschen. Der Stadtrat muss aber zustimmen.
München – 620 neue Wohnungen – und zwar für ganz unterschiedliche Zielgruppen von Studierenden bis Senioren: Am Norden des Olympiaparks entsteht auf dem ehemaligen Werksgelände von Knorr-Bremse ein neues gemischtes Stadtquartier. Neben Wohnraum für etwa 1000 Menschen wird die OPES-Immobilien-Gruppe auch Büros, eine Pflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen, Kitas, Supermärkte und einen neuen Park errichten. Über dazugehörigen Billigungsbeschlüsse wird der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am Mittwoch (16. Juli) befinden.
Pläne für Areal zwischen S-Bahn-Nordring und Moosacher Straße: 620 Wohnungen für 1000 Münchner auf historischem Gelände
Dass sich das Areal zwischen S-Bahn-Nordring und Moosacher Straße vom reinen Gewerbestandort hin zu einem gemischten Wohnviertel entwickeln soll, hatte Knorr-Bremse bereits 2016 angestoßen. In den Folgejahren wurden Wettbewerbe für das Wohnquartier und für das Hochhaus am südwestlichen Ende des Quartiers durchgeführt. Dieses wird nun statt ursprünglich knapp 100 Meter nur 88 Meter hoch.
Gleich daneben wird der denkmalgeschützte Verwaltungsbau von Knorr-Bremse aus dem frühen 20. Jahrhundert erhalten bleiben, an dessen Ostseite ein Park entsteht. An der Ilse-Esser-Straße im Zentrum des Gebiets sollen alle Generationen zusammenkommen: Hier entstehen zwei Kitas, es werden Wohnungen für Azubis und Studierende geschaffen und eine vollstationäre Pflegeeinrichtung mit betreutem Wohnen. 40 Prozent der Wohnungen werden Sozialwohnungen oder preisgedämpft sein. Im nördlichen Teil wird es weiterhin Gewerbe geben. Das OPES-Quartier bekommt so einen Nutzungsmix, der auch den Charme von Innenstadtvierteln ausmacht.
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Neues Quartier am Olympiapark: Bewohner sollen Gemeinschaftsgärten auf den Dächern nutzen
Auch architektonisch soll das Areal an der Moosacher Straße viel hermachen: Neben dem Hochhaus als optischer Höhepunkt sind die Gebäude im Herzen der Anlage mit geschwungenen Fassaden geplant – die teilweise innovative Photovoltaik-Elemente beinhalten sollen. Bewohner können Gemeinschaftsgärten auf den Dächern nutzen und davon profitieren, dass durch die gute Anbindung des Quartiers an den ÖPNV verkehrsarm geplant werden kann.
Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind
„Auf den ehemaligen Betriebsflächen von Knorr-Bremse wird in den kommenden Jahren ein gemischtes Viertel entstehen, wie wir es uns wünschen“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung und soziale Infrastruktur sind in Laufweite, zur Erholung gibt es attraktive Grünflächen und Dachgärten.“ Das alles werde mit einer modernen Architektur umgesetzt.
Grünen-Stadtrat hat auf dem Gelände gearbeitet: „Dass Produktion verschwunden ist, hat auch Wehmut ausgelöst“
„Wir schaffen auf einer bereits versiegelten Fläche einen guten Mix aus Gewerbe und Wohnen – und dabei auch zielgruppengerechten Wohnraum für Senioren“, sagt Grünen-Stadtrat Florian Schönemann. „Ich selbst habe mehrere Jahre auf dem Gelände gearbeitet und die Veränderung miterlebt. Dass nach und nach Produktion verschwunden ist, hat bei vielen Kollegen auch Wehmut ausgelöst.“ Doch nun entstehe ein wunderbares neues Quartier – das seine Historie ernst nehme. „Denn das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude von Knorr-Bremse wurde wirklich geschickt in die Planungen integriert.“