Die Gemeinde Bad Heilbrunn will so schnell wie möglich drei marode Übergänge auf Vordermann bringen lassen. Das wurde in einer Sondersitzung nun beschlossen.
Bad Heilbrunn – Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. So wurde am Dienstagabend wegen der Corona-Epidemie in Bad Heilbrunn statt des Gemeinderats ein sogenannter Ferien-Ausschuss einberufen, der weitestgehend mit dem beschließenden Bauausschuss identisch ist. Bei lediglich acht Teilnehmern konnte im Sitzungssaal des Rathauses vor allem der erforderliche Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Ausschuss-Mitgliedern eingehalten werden. Diskutiert wurde die geplante Sanierung von drei in die Jahre gekommenen Brücken, die eigentlich hätte heuer in Angriff genommen werden sollen.
Einstimmiger Beschluss
„Einsturzgefährdet ist keine der drei Brücken“, so Bürgermeister Thomas Gründl, „aber der Gemeinderat ist zu dem Entschluss gekommen, die Sanierung der gemeindlichen Brücken in Angriff zu nehmen, ehe sie so marode sind, dass sie komplett abgerissen werden müssen“. Dann würde es nämlich „richtig teuer werden“. Der Sanierungsbedarf war vom Lenggrieser Büro „OK Ingenieure“ bei einer Routine-Überprüfung festgestellt worden. Außerdem habe die Gemeinde die Hoffnung, dass – wenn die Maßnahmen im Dreierpack ausgeschrieben werden – dann ein gewisser Mengenrabatt erzielt werden könne.
2021 soll es an der Steinbach-Brücke losgehen
Saniert werden soll nun im kommenden Jahr 2021 die Steinbach-Brücke am Ortsausgang von Obersteinbach Richtung Bichl, die Schellenbach-Brücke am Ortsausgang von Langau Richtung Schönau und die Stallauerbach-Brücke auf der Ortsverbindungsstraße zwischen dem gemeindlichen Bauhof und dem Ortsteil Ramsau. Probleme wegen der Straßensperrung während der Bauarbeiten gebe es lediglich bei Letzterer, wie Planer Franz Ostler vor dem Ausschuss ausführte. Hier wäre der zwischenzeitliche Bau einer Behelfsbrücke angedacht, für geschätzte rund 70 000 Euro Zusatzkosten. Mit diesem Gedanken wollte sich freilich Josef Schwaller gar nicht anfreunden: „Wäre es da nicht besser, den Feldweg zwischen der Reindlschmiede und Ramsau als Umfahrung zu nutzen.
Wenn wir diesen Weg entsprechend instand setzen, kostet das zwar auch Geld, aber dann haben wir auch hinterher etwas davon. Mit der Behelfsbrücke ist das Geld nach der Maßnahme aber fort, ohne dass wie irgendeinen Langzeitnutzen davon haben.“ Der Rathauschef gab zu, „dass dieser Gedanke durchaus einen gewissen Charme hat“, befürchtete aber, dass die vorgeschlagene Ausweichroute „nicht funktionieren“ würde. Der angesprochene Feldweg sei bei Gegenverkehr einfach zu schmal. Da könnten sowohl der Schulbus als auch die Lastwagen der Müllabfuhr Probleme bekommen. Für knapp 5000 Fahrzeuge täglich sei der Feldweg für die geschätzte dreimonatige Bauzeit einfach nicht geeignet. Vor allem bei Regenwetter seien da Schwierigkeiten vorprogrammiert. „Da kann ich mich dann gleich mit dem Bulldog daneben stellen, um die Fahrzeuge wieder aus dem Morast zu ziehen“, meinte Christoph Spindler.
Ausschuss beauftragt Ausschreibung für Brückensanierung
So beauftragte der Ausschuss Franz Ostler einstimmig, die Ausschreibungen für die Brückensanierungen im Herbst dieses Jahres mit Behelfsbrücke vorzunehmen. Die geplanten Arbeiten sollten dann von Sommer bis Spätherbst 2021 stattfinden. Wenn dann die exakten Kosten vorliegen, könnte man sich immer noch anders entscheiden. Im Klartext bedeutet das laut Gründl: „Wenn wir dann gegen die Behelfsbrücke sind, müssten wir im schlimmsten Fall rund 3000 Euro Strafzahlung hinnehmen. Das ist noch überschaubar.“
Ewald Scheitterer
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