VonChristiane Mühlbauerschließen
Im Maierhof des Klosters Benediktbeuern darf es künftig statt vier nun sechs Großveranstaltungen mit bis zu 4500 Besuchern pro Jahr geben. Der Gemeinderat gab grünes Licht. Es wurden jedoch auch kritische Stimmen laut.
Benediktbeuern – „Das Zentrum für Umwelt und Kultur ist ein großer Kulturträger“, sagte Bürgermeister Hans Kiefersauer am Mittwochabend im Gemeinderat. Die Veranstaltungen dort würden Benediktbeuern weit bekannt machen. „Eine größere Einnahmequelle sei dem ZUK gegönnt.“ Zudem profitiere auch das Dorf davon, etwa durch Übernachtungsgäste.
Kiefersauer und Verwaltungschef Franz Pölt blickten kurz auf die Entwicklung in den vergangenen Jahren zurück. Früher habe es auch schon mal sechs Konzerte gegeben. „Das Thema wurde immer wieder diskutiert: mal waren es drei, mal sieben Konzerte“, sagte Pölt.
Nach den tragischen Ereignissen bei der Duisburger „Loveparade“ 2010 wurden viele Kommunen in Deutschland tätig, auch in Benediktbeuern erstellte man für den Maierhof in Absprache mit Landratsamt und Polizei ein Sicherheitskonzept. „Wenn man sich Luftbilder anschaut, sieht man, dass der Maierhof mit 4500 Besuchern knapp bis zur Hälfte voll ist“, sagte Pölt. Bei dieser Obergrenze soll es jetzt auch bleiben. „Es ist ohnehin nicht davon auszugehen, dass jedes Konzert im Maierhof restlos ausverkauft ist.“
Viel diskutiert wurde auch über die in manchen Jahren problematische Parksituation. Diese sei in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert worden. „Wir haben nach jeder Veranstaltung noch was hinzugelernt“, sagte Pölt. Nach dem Antrag des ZUK hat die Gemeinde Rücksprache mit Feuerwehr, Polizei, BRK und Parkplatzeinweisern (diese Aufgabe haben die Pfadfinder übernommen) gehalten. Von allen Seiten werde Wohlwollen signalisiert, so Pölt.
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„Das ZUK hat mittlerweile auch professionelle Veranstalter für die Buchung der Künstler“, sagte Kiefersauer. Es sei davon auszugehen, dass sich die sechs Veranstaltungen auf zwei lange Wochenenden im Jahr konzentrierten. Man wolle die aufgestellte Bühne dann bestmöglichst nutzen. „Das Konzertbüro beschäftigt sogar einen eigenen Meteorologen für die Openairs“, sagte Pölt. Auch das sei eine Professionalisierung.
Im Gemeinderat herrschte weitgehend Einigkeit, dem ZUK den Antrag zu genehmigen. Das Konzertangebot im Maierhof sei „eine tolle Geschichte“, sagte Rudi Mühlhans. „Davon profitieren Hotels, Gastronomie und Handel in Benediktbeuern.“ Mit Blick auf die in der Nähe des Klosters lebenden Bürger sagte Mühlhans, er „zähle auf das Verständnis der Betroffenen“, etwa hinsichtlich Einbahnstraßenregelung an einigen Abenden.
Einzig Hanns-Frank Seller zeigte sich nicht erfreut. „Fürs Kloster ist das repräsentativ, für das Dorf weniger“, meinte der Zweite Bürgermeister kritisch. „Der Verkehr ist schon eine große Belastung.“ Man dürfe nicht einfach sagen „Wir schaffen das“: „Wir wollen nicht wieder so chaotische Zustände wie am Anfang.“
Kiefersauer und Pölt beruhigten ihn: „Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt“, sagte der Bürgermeister. Und: „Bei Christkindl- und Pfingstmarkt haben wir auch viel Verkehr.“ Benediktbeuern wolle kein Schlafdorf werden, sagte der Bürgermeister energisch: „Wir wollen ein kulturelles und lebendiges Dorf sein.“
Letztlich wurde der Antrag des ZUK einstimmig genehmigt. Für die Gemeinde gilt weiterhin: „Wir werden schauen, wie es 2019 läuft, und sonst für 2020 entsprechende weitere Verbesserungen in die Wege leiten“, sagte Pölt.
