„Auch alte, kranke oder behinderte Menschen wollen einfach mal lachen“

Beste Unterhaltung im Doppelpack: Cartoonist Gaymann und Kabarettist Brustmann im Hollerhaus

+
Ergänzten sich perfekt: Cartoonist Peter Gaymann (li.) und Kabarettist Josef Brustmann.

Zwei grandiose Abende gab es zum Ende einer Vernissage im Hollerhaus: Cartoonist Peter Gaymann tritt hier gemeinsam mit Kabarettist Josef Brustmann auf.

Irschenhausen – Was kann Humor? Diese zentrale Frage stellte Josef Brustmann seinem Bühnenpartner Pater Gaymann während der Finissage der viel beachteten Ausstellung „Hühner im Hollerhaus“ zum fulminanten Abschluss mit dem gemeinsam entwickelten Bühnenprogramm „Hühner und Musik“.

Im Hollerhaus: Peter Gaymann und Josef Brustmann entwickeln gemeinsam Bühnenprogramm

Die Frage war Teil eines abwechslungsreichen Miteinanders: Zu den unterschiedlichen Themenbereichen wie Herkunft, erste berufliche Erfolge, Familie, Karriere-Entwicklung, wichtigste Stationen, Bücher und allerlei Anekdoten links und rechts des roten Fadens zeigte das lausbubenhafte Herrengespann, was es in Sachen hochkarätiger Unterhaltung so draufhat.

Zu den thematisch passenden Musikstücken auf der Zither (nebst der gewohnt brustmännischen Spitzfindigkeiten) fertigte Cartoonist Gaymann mit flinkem Stift entsprechende Zeichnungen. Beispielsweise in Erinnerung an die erste bewusste „Hühner-Zeichnung“, als der gebürtige Freiburger noch nicht ahnte, welches goldene Ei er damit auf den Weg brachte.

(Unser Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)

Die Paar-Probleme, Rom, Köln – alles hatte seinen Platz. Zu Rom spielte Josef Brustmann natürlich etwas italienisches, zwischendurch ließ er das Publikum – darunter Reinhard Wittmann, Vorstand Forum Humor, und der Künstler Quint Buchholz – im Kanon singen. Auch Brustmanns Stationen als Musiklehrer, Ensemblemitglied beim Jodelwahnsinn und Solokabarettist mit Auszeichnung fanden Beachtung. Man durfte einem kurzweiligen Gespräch lauschen von zwei gleichberechtigten und gleichwertigen Könnern ihres Fachs.

Cartoonist Peter Gaymann im Hollerhaus: Zeichnungen zugunsten vom „Kinderhospiz“ verkauft

Für Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl war nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Finissage eine besondere Freude: „Wenn man weiß, dass Josef Brustmann kommt, dann weiß man, es wird großartig. Kommt er gemeinsam mit Peter Gaymann, wird’s genial.“

Gegen Ende des Abends wechselten die angefertigten Zeichnungen im Großformat gegen einen kleinen Obolus zugunsten des Bundesverbands „Kinderhospiz“ den Besitzer. Gaymann ist dort Botschafter. Er setzt sich auch für Demenzkranke und Geh-Eingeschränkte ein.

Wenn man weiß, dass Josef Brustmann kommt, dann weiß man, es wird großartig. Kommt er gemeinsam mit Peter Gaymann, wird‘s genial.

Hollerhaus-Chefin Lia Schneider-Stöckl

Darüber hinaus engagiert er sich in München im Forum Humor und unterstützt die Suche nach einem geeigneten Haus sowie Investor und nahm auch im Hollerhaus die Gelegenheit wahr, dafür zu werben. Eine Dame bemerkte zutreffend: „Sie suchen also einen Investor mit Humor!?“ Ja, unbedingt.

Ja, aber was kann denn jetzt Humor? Peter Gaymann weiß, Humor hilft auch dann, wenn es eigentlich nichts mehr zu lachen gibt: „Auch alte, kranke oder behinderte Menschen wollen einfach mal lachen!“ Seine Überzeugung: Humor kann heilen. Es wurde an diesen so besonderen Abenden im Irschenhauser Kulturkleinod gemalt, gesungen und viel gelacht. So gesehen sind alle ein bisschen glücklicher und gesünder nach Hause gegangen. Solche Abende sollte es auf Rezept geben. Von Bettina Seewald

Aktuelle Nachrichten aus der Region Wolfratshausen/Geretsried lesen Sie hier.

Kommentare