Siegfried Adlwarth, Chef des gleichnamigen Hausbau-Unternehmens in Bad Tölz, war nach der jüngsten Sitzung des Tölzer Bauausschusses sichtlich verärgert. Sein Bauantrag war durchgefallen.
Bad Tölz – Siegfried Adlwarth, Chef des gleichnamigen Hausbau-Unternehmens in Bad Tölz, war nach der jüngsten Sitzung des Tölzer Bauausschusses sichtlich verärgert. Sein Planer sei mehrfach vorab bei Stadtbaumeister Hannes Strunz gewesen und habe den Antrag für den Bau eines Wohnhauses mit zehn Parteien an der Kyreinstraße abgesprochen. Die Signale aus dem Bauamt seien positiv gewesen. Davon konnte in der Sitzung des Bauausschusses dann keine Rede mehr sein.
Der Widerspruch fiel auch Michael Lindmair (FWG) auf. Er fand es begrüßenswert, dass sich ein Bauwerber im Vorfeld mit dem Stadtbauamt ins Benehmen setze. Der austauschbare Bau, der auch in München oder Hamburg stehen könne, gefiel Lindmair aber auch nicht.
Adlwarth plant den Abriss eines kleinen Anwesens und den Neubau eines Gebäudes mit zehn Wohneinheiten. Um auf der begrenzten Fläche das Bauvolumen unterzubringen, erhöhte Adlwarths Planer die Wandhöhen deutlich und setzte oben ein Flachdach darauf. So liegt die Firsthöhe des nun dreigeschossigen Baukörpers noch unter der des Nachbargebäudes. Da die Abstandsflächen nicht ausreichen, verwendete der Planer laut Strunz den „Trick“, dass er das flache Walmdach mit einem Pultdach unterbrach. „Das hat keine Chance auf Genehmigung“, urteilte der Stadtbaumeister. Eine solche „abstandsflächenoptimierte Bebauung brauchen wir nicht“, pflichtete ihm Bürgermeister Josef Janker bei.
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Adlwarth hatte aber auch Befürworter. Josef Steigenberger (CSU) gab zu bedenken, „dass wir immer über dringend nötigen Wohnraum reden. Und jetzt täten wir da ein Stockwerk reduzieren.“ Er stimmte dann aber auch gegen das Bauvorhaben.
Dafür votierten Florian Rein und Peter von der Wippel (beide FWG). Letzterer befand, dass man sich über die Gestaltung streiten könne, nicht aber über den grundsätzlichen Wohnraumbedarf.
Die Mehrheit war anderer Auffassung. Das Haus passe allenfalls in die Wilhelmstraße, befand Camilla Plöckl (SPD) und befürwortete, dass der Tölzer Stil in der Kyreinstraße erkennbar bleiben müsse. Auch die Nachbarn hatten durch die Bank nicht unterschrieben und Bedenken wegen eines durch die Tiefgarage veränderten Grundwasserstroms angemeldet. Der Antrag wurde abgelehnt. In einem Bebauungsplanverfahren soll nun das Maß der baulichen Nutzung festgelegt werden. Eine Veränderungssperre sichert das Verfahren ab.