An der Adalbert-Stifter-Straße wird das neue Hallenbad gebaut. Erstmal kommt keine weitere Baustelle hinzu. Der Stadtrat lässt offen, ob das Hallenbad von einem Privatinvestor erweitert werden soll.
Geretsried – Fünf bis sechs Investoren wären nicht abgeneigt, das neue Schul- und Sportbad an der Adalbert-Stifter-Straße durch eine Sauna zu ergänzen. Der Preis ist allerdings hoch: Auf dem Areal müssten weitere Bäume gefällt werden. Ob es so weit kommt, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag offengelassen.
Die Stadt baut das interkommunale Hallenbad wie berichtet gemeinsam mit sieben Kommunen und dem Landkreis. Ursprünglich sollte neben Sport-, Sprung-, Lehrschwimm- und Kinderplanschbecken auch eine Sauna entstehen. Während des Planungsprozesses wurde Letztere aus Kostengründen zurückgestellt und entschieden, dass diese von einem privaten Investor gebaut und betrieben werden soll.
Daraufhin führte die Verwaltung eine Marktsondierung durch, berichtete Rathausmitarbeiter Werner Rampfel in der Sitzung. Um die Gespräche mit den Interessenten weiterführen zu können, müsste der Stadtrat entscheiden, ob er auf dem Areal an der Adalbert-Stifter-Straße weitere Einrichtungen haben möchte – und wie groß diese sein dürften.
Die Sauna würde „eventuell mit Fitness, Physio, Wellness ergänzt“, so Rampfel. Laut Anne-Sophie Schmidt, neue Fachbereichsleiterin Bauen im Rathaus, würde das für den Bau des Hallenbads abgesteckte Areal dafür nicht ausreichen. Infrage käme ein neues Baufeld neben oder hinter dem entstehenden Bad. „Ein Privatinvestor braucht eine bestimmte Größe, eine kleine Sauna lohnt sich nicht“, erklärte Bürgermeister Michael Müller (CSU). Er brachte eine dritte Variante ins Spiel: Abwarten.
Dafür sprach sich Volker Witte (Grüne) aus. „Ich bin generell gegen das Abholzen jeglicher Art“, sagte er. Hans Ketelhut (CSU) stimmte ihm zu und schlug vor, die Sauna an der Stelle des alten Schwimmbads an der Jahnstraße zu bauen. Durch die Ergänzung um Fitness und Physiotherapie sah auch Günther Fuhrmann (FDP) den räumlichen Zusammenhang mit dem neuen Hallenbad nicht mehr als gegeben an.
Für einen anderen Standort plädierte ebenfalls Edith Peter (SPD), auch wenn ihr bekannt sei, dass sich viele Bürger eine Sauna wünschten. „Wenn ich mir das so anschaue, würde ich Bäume dort nur für eine weitere Schule opfern“, sagte sie. Das Baufeld hinter dem Hallenbad könnte für eine Erweiterung des benachbarten Schulzentrums infrage kommen. Vera Kraus (Freie Wähler) befürchtete, dass das Parkdeck mit 180 Plätzen, das die Stadt für 2,9 Millionen Euro neben dem Hallenbad baut, für die Sauna nicht ausreichen würde.
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Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) wurde deutlich: „Finger weg davon.“ Ohne vorliegendes Konzept könne er nicht entscheiden. Es gehe nicht nur um den Standort, sondern auch darum, welchen Einfluss der Anbau einer Sauna auf die Betriebskosten des Hallenbads hätte. Dass man die von Meinl geforderte „Dreidimensionalität“ nie bekommen werde, befürchteten Lorenz Weidinger (FW) und Hans Hopfner (SPD). Der Stadtrat fasste den Beschluss, „zunächst den Hallenbadbau fertigzustellen“. Über den Bau einer Sauna an einem geeigneten Standort soll entschieden werden, sobald ein schlüssiges Konzept eines Investors vorliegt. Volker Reeh (CSU) und Hans Hopfner stimmten dagegen. sw