VonSascha Karowskischließen
Die Lindwurmstraße wird für Fußgänger und Radfahrer umgebaut. Die Verwaltung hat den Kompromiss von Grünen und SPD in einer Vorlage verarbeitet. Der Stadtrat muss noch zustimmen.
München – Die Lindwurmstraße gilt für Fußgänger und Radfahrer als Nadelöhr, dass ein Umbau erforderlich ist, ist politisch lange schon Konsens. Uneinigkeit herrschte aber über die Frage, wie der Umbau gestaltet werden soll. Die ursprüngliche Variante hätte immerhin 38 Millionen Euro kosten sollen – angesichts der Haushaltslage zu viel. Im Juli hatten sich Grüne und SPD auf eine Variante geeinigt, die nun von der Verwaltung in eine Vorlage gegossen wurde. Der Stadtrat soll am kommenden Mittwoch (25. September) zustimmen.
Lindwurmstraße in München: Für bessere Fuß- und Radwege entfällt eine Autospur pro Fahrtrichtung
Geplant ist, den Gehweg um den bisherigen Radweg zu erweitern. Die bestehenden Parkplätze werden nach links, also auf die Fahrbahn, verschoben. Für Autofahrer entfällt also eine Spur je Fahrtrichtung. Der neue Radweg wird dann auf den ehemaligen Parkflächen situiert. Die für die Lindwurmstraße typische Pappelallee bleibt erhalten. Im nördlichen Abschnitt zwischen Goetheplatz und Sendlinger Tor werden Schutzelemente zwischen Radweg und Parkflächen angebracht.
Im Südlichen Abschnitt, zwischen Lindwurmbrücke und Goetheplatz, haben die Parkbuchten ein Kleinsteinpflaster. Dieses zu entfernen würde sehr viel Geld kosten. Damit auch dort künftig sicher geradelt werden kann, wird über das Steinpflaster ein sogenannter Hochbord-Radweg errichtet. Die Abgrenzung zu den links daneben liegenden Parkplätzen wird durch eine Granitbordsteinkante geschaffen.
Lindwurmstraße in München: Umbau soll deutlich günstiger werden -„Auch Handel und Gastronomie werden profitieren“
15,8 bis 17,8 Millionen Euro sind für diese Lösung veranschlagt. Das ist weniger als die Hälfte als der ursprüngliche komplette Umbau der Lindwurmstraße gekostet hätte. „Das überarbeitete Konzept für die Lindwurmstraße ist eine gute Lösung“, sagt Grünen-Chefin Mona Fuchs. „Statt gefährlicher, schmaler Gehsteige gibt es künftig mehr Raum zum Flanieren. Radeln wird für alle Altersgruppen durch die neuen Radwege deutlich sicherer.“
Zudem erhielten Gewerbetreibende Lieferzonen und Flächen vor ihren Geschäften, ergänzt SPD-Stadtrat Andreas Schuster. „Angesichts der angespannten Haushaltslage haben wir eine sinnvolle Lösung gefunden, die unsere Ziele für die Lindwurmstraße umsetzt, schnell kommen kann, die weitere Entwicklung der Straße fördert und gleichzeitig Geld spart.“ Grünen-Stadträtin Gudrun Lux: „Auch Handel und Gastronomie werden profitieren, denn es gibt mehr Laufkundschaft und Platz für Freischankflächen. Vor allem im nördlichen Teil können wir durch unseren pragmatischen Ansatz schnell Verbesserungen auf die Straße bringen.“ Der Umbau dort kann, zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz, wird voraussichtlich bereits im kommenden Jahr fertig sein
