VonGerti Reichlschließen
Gmund will ganz offiziell eine fahrradfreundliche Kommune werden und setzt auf die Mithilfe des Agmunda-Arbeitskreises „Verkehr“. Der hat schon etliche Vorschläge erarbeitet.
Gmund – Verstopfte Straßen und Staus – das Verkehrsproblem im Tal wird immer schlimmer. Umso wichtiger erscheint es der Gemeinde Gmund, mehr für Radfahrer zu tun. „Wir haben ein riesiges Potenzial, da wir an den großen Fernradwegen liegen“, sagte Bürgermeister Alfons Besel (FWG), als es jetzt im Gemeinderat um den Verkehr auf zwei Rädern ging. Zur Debatte stand, ob Gmund Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen Bayern (AGFK) werden solle. Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens müsste sich Gmund einer Visite des AGFK unterziehen und deren Handlungsempfehlungen ausführen. Nach einem entsprechenden Beschluss des AGFK-Vorstands könnte innerhalb von vier Jahren eine erneute Besichtigung erfolgen. Am Ende könnte Gmund mit dem Titel „fahrradfreundliche Kommune“ belohnt werden und würde sich dann in guter Gesellschaft von etwa 60 Landkreisen, Städten und Gemeinden in Bayern befinden, die bereits dem Netzwerk angehören. „Wir würden von den Erfahrungen und Dienstleistungen anderer Mitglieder profitieren“, warb Besel. „Ich erwarte mir große Vorteile.“
Der Rathauschef verwies auf den Schulstandort. „Wenn wir für mehr Sicherheit auf den Radwegen sorgen, denn könnten wir hier den Hol- und Bringverkehr der Eltern zurückdrängen.“ Der Ausbau Radwege sei ein Mosaikstein, um den Verkehr insgesamt zurückzudrängen. Die Planung des Radweges zwischen Gmund und Hausham sei ein Anstoß. Wichtig sei auch, die Arbeitgeber und Schulen ins Boot zu holen. Zudem müsse für gute Rad-Unterstellmöglichkeiten gesorgt werden, wie dies am künftigen neuen Parkplatz am Moosrainer Bahnhof der Fall sein werde. „Wir müssen ein politisches Signal setzen, dass uns das Thema am Herzen liegt“, sagte Besel und warb für eine Mitgliedschaft, die mit einem Jahresbeitrag von 1000 Euro verbunden wäre. Am Ratstisch waren sich alle einig: Es müsse was getan werden. Daher stimmten sie komplett für den Beitritt zum Verein.
Eine wichtige Stütze soll der Agmunda-Arbeitskreis „Verkehr“ sein. Der hat bis jetzt sechs Mitstreiter und ist aus dem Arbeitskreis „Energie und Verkehr“entstanden. Zweimal hat er sich heuer schon getroffen. „Unsere Ziele sind ganz klar die Beruhigung der Verkehrssituation und die Verringerung des Quellverkehrs“, betont Dorit Guttenberg, die dem Arbeitskreis als treibende Kraft angehört. Bei den beiden jüngsten Treffen wurden eine Menge Vorschläge erarbeitet, die Errichtung von sicheren Radwegen ist dabei vorrangig. Unter anderem, so der Arbeitskreis, wäre ein Geh- und Radweg entlang der B 318 von Kreuzstraße nach Süden wichtig. „Der bestehende Weg ist nur Fußweg, Radfahrer sind hier eigentlich nur geduldet“, weiß Dorit Guttenberg, die mit einem entsprechenden Vorschlag schon einmal gescheitert war. Nun soll erneut ein Anlauf genommen werden. Ein weiterer Gefahrenpunkt sei der Gmunder Berg. Die Vervollständigung des „Lückenwegs“ zwischen Finsterwald und Dürnbach ist für den Arbeitskreis ebenso Thema wie der geplante Fuß- und Radweg von der Finsterwalder Straße am Bahngleis entlang zur Realschule. Vorgeschlagen wurde auch die Einführung eines Citybusses zu Stoßzeiten in der Früh und am Abend. Christine Zierer, die dem Arbeitskreis angehört, soll als Bindeglied zum Gemeinderat agieren. „Interessierte Mitstreiter sind herzlich bei unseren Treffen willkommen“, sagt Dorit Guttenberg und kündigt die nächste Zusammenkunft an: Sie findet am Mittwoch, 10. Oktober, um 20 Uhr im Nebenstüberl der Pizzeria La Delizia in Dürnbach statt.
gr
