Zoff im Rathaus

„Schämen sich die Grünen eigentlich gar nicht?“: Politiker kritisieren Öko-Partei wegen Antrag

+
Der Englische Garten: Die Grünen wollen nun noch mehr Parks in München.
  • schließen

Die Grünen wollen mehr Parks in München, die fußläufig zu erreichen sind. Kritik kommt von der Opposition, die wirft den Grünen Wortbruch vor.

München - Die Stadt soll verstärkt Grünflächen auszubauen, die für Münchner einen Mehrwert bieten – und zwar nicht nur als Erholungs- oder Freizeitfläche. Das fordern die Grünen im Stadtrat. Denn: Unversiegelte Flächen brauche es auch für eine bessere Abkühlung in der Stadt.

Mehr Parks für München: Vorgaben seien zu starr und bräuchten ein Update, sagen die Grünen

Zwar hatte der Stadtrat im Frühjahr 2023 die Forderung des Bürgerbegehrens „Grünflächen erhalten“ mit den Stimmen von Grünen und CSU übernommen. Jedoch: „Die Vorgaben des übernommenen Grünflächenbegehrens sind zu starr und brauchen deshalb ein Update“, sagt Grünen-Stadträtin Anna Hanusch. So würden im Flächennutzungsplan beispielsweise auch asphaltierte Flächen als Grünflächen ausgewiesen. Da habe es wenig Sinn, diese unangetastet zu lassen.

Die Forderung: Jede Münchner sollte 300 Metern Entfernung eine grüne Erholungsfläche wie einen Pocketpark und alle 700 Meter einen Quartierspark vorfinden. Außerdem sollten ökologisch wertvolle Flächen wie Biotope gestärkt werden. Und bestehende Grünflächen müssten besser miteinander vernetzt werden.

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Mehr Parks in München: Grünen-Antrag stößt auf Unverständnis - „Schämen die sich nicht?“

Außerdem plädiert die Fraktion dafür, dass die Stadt geeignete Grundstücke aufkauft und in attraktive Parks oder Wiesenflächen umwandelt. Um das zu finanzieren, sollen Kompensationsmittel der Bauträger in einen Fonds fließen. Diese Zahlungen leisten die Bauträger bereits, wenn sie bei einem Bauprojekt zum Beispiel weniger Grünflächen schaffen als vorgeschrieben. Die Bündelung aller Gelder in einen Fonds würde es ermöglichen, größere und weitreichendere Grün-Projekte zu finanzieren.

Kritik kommt von der Opposition, ÖDP-Chef Tobias Ruff ätzte: „Schämen sich die Grünen eigentlich gar nicht? Erst übernehmen sie das Bürgerbegehren, dann fühlen sie sich an diesen Beschluss nicht mehr gebunden.“ Im Planungsausschuss hätten sie bisher 37 mal die Hand für den Betonmischer und gegen den Grünflächenschutz gehoben. „Und jetzt klauen sie unsere Ideen und packen sie in einen wohlklingenden Antrag, der vermutlich nicht einmal das Papier wert ist, auf dem er steht.“

Kommentare