Wie die Pläne aussehen

Ein Mini-Wäldchen auf dem Marienplatz? OB Reiter findet Idee gut: „Warum nicht?“

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Münchens Innenstadt leidet im Sommer unter Hitze. Ein Mini-Wald könnte Abhilfe schaffen. OB Reiter unterstützt die Idee für den Marienplatz.

München – Dass München mehr Grünflächen braucht, ist bekannt. Gerade in der Innenstadt wird es im Sommer unerträglich heiß. „Das Pflaster strahlt eben ab“, sagt Juwelierin Sibylle Blessing („Carl Thomass“). Und die Menschen wollten dann gar nicht mehr zum Einkaufen in die Fußgängerzone. Das merkten natürlich die Gewerbetreibenden. Abhilfe schaffen könnte ein „MiniWasserWald“ des Vereins Trinkwasserwald. Blessing hatte das jüngst bei einem Treffen der Innenstadthändler vorgeschlagen – und prompt prominente Unterstützung erhalten. OB Dieter Reiter (SPD) kann sich so ein Wäldchen sehr gut vorstellen – und zwar direkt auf dem Marienplatz.

Mini-Wäldchen für den Marienplatz: Bäume auf einer Fläche von mindestens 60 Quadratmetern

Der Verein Trinkwasserwald engagiert sich seit 1995 dafür, bundesweit Nadelwald-Monokulturen wieder in artenreiche Laubmischwälder umzuwandeln. Die gelten als klimaresistenter, fördern einen höheren Grundwassereintrag, bessere Humusbildung und mehr Artenvielfalt. Die Umweltaktivisten pflanzen aber nicht nur im großen Stil. Das Konzept der Mini-Wäldchen sieht vor, dass auf einer Fläche von mindestens 60 Quadratmetern Bäume gepflanzt werden. Zur Einordnung: Der Marienplatz umfasst 5000 Quadratmeter.

So stellt sich KI den Mini-Wald am Rathaus vor. OB Reiter ist ein Befürworter.

Natürlich muss zuvor geklärt werden, dass die Gewächse auch in der Erde darunter unfallfrei wurzeln können. Und der Abstand zu den Gebäuden muss eingehalten werden. Aber: Wenn durch das Pflanzen Flächen entsiegelt werden, gibt es Fördermittel – und in einer heißen Innenstadt ein Plätzchen zum Abkühlen.

Mini-Wäldchen auf dem Marienplatz: OB Dieter Reiter denkt über „starkes Zeichen“ nach

München habe viele wunderschöne Parks und Plätze, sagt OB Reiter. Und er wisse gut, wie wichtig diese grünen Oasen für die Lebensqualität in der Stadt seien. „Die Münchner verbringen dort gerne ihre Zeit, besonders an den immer heißer werdenden Sommertagen. Gleichzeitig sehen wir, dass wir mehr Schatten und zusätzliche Abkühlung brauchen, etwa durch Bäume oder freigelegte Bäche.“

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

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Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

Vor diesem Hintergrund seien Mini-Wäldchen eine spannende Idee. „Warum nicht sogar am Marienplatz ein starkes Zeichen setzen? Gerade dort, wo täglich sehr viele Menschen unterwegs sind, könnte ein kleines, dicht bepflanztes Areal zeigen, wie moderne Stadtplanung aussehen kann.“ Vor dem Rathaus in Paris könne man das in einer größeren Dimension schon sehen. „Und es kommt dort sehr gut an.“

Ein Wald mitten in der Stadt: Vor dem Pariser Rathaus sind 150 Bäume gepflanzt worden

Paris hat seinen zentralen Rathausplatz vor dem Hôtel de Ville in einen urbanen Wald verwandelt. Auf 2500 Quadratmetern wachsen seit einigen Wochen 150 Bäume, wo früher Asphalt und Betonplatten dominierten. Die Neugestaltung ist Teil des Begrünungsprogramms von Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die bis 2026 insgesamt 170 000 neue Bäume in der französischen Hauptstadt pflanzen will.

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