Die Innenstadt in München heizt sich auf bis zu 54,5 Grad auf. Die Grünen schlagen Alarm. Ein Fonds soll helfen, mehr Bäume zu pflanzen.
München – Die Stadt soll mehr Bäume bekommen – und dafür Fördermittel des Bundes umnutzen. Das fordern die Grünen. „An Hitzetagen hält man es auf Münchens steinernen Plätzen in der Innenstadt kaum aus“, sagt Fraktionschefin Mona Fuchs. Die Grünen hatten zuletzt mit einem handelsüblichen Infrarotthermometer die Bodentemperatur an drei Plätzen in der Innenstadt in der Sonne und unter Baumschatten nachgemessen. Die Unterschiede seien dramatisch.
Grüne messen Temperaturen in der Innenstadt: „Zeigt, wie wichtig und Baumpflanzprogramm ist“
Am Marienplatz sei der Boden in der Sonne am Nachmittag auf 52,8 Grad Celsius aufgeheizt, im Baumschatten seien es 27,3 Grad. Am Rindermarkt (54,5 versus 28 Grad) und Sendlinger Tor (51,2 versus 27,6 Grad) habe man ähnliche Ergebnisse erhalten. Am Messtag (Dienstag, 1. Juli 2025) hatte es in München laut Deutschem Wetterdienst eine maximale Lufttemperatur von 31 Grad Celsius.
„Das zeigt, wie wichtig unser ambitioniertes Baumpflanzprogramm ist“, sagt Fuchs. „Wir brauchen mehr grüne Schattenplätze.“ Weil aber die Haushaltslage schwierig ist, müsse die Stadt gezielt Geld von Bund und Ländern einwerben und diese in Projekte stecken, die München klimafit machten. „Unser Vorschlag zeigt auf, wie das pragmatisch und gut funktioniert.“
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Grüne fordern einen Baumfonds, um Fördermittel des Bundes verwenden zu können
Schon jetzt hat die Stadt ein Baumpflanzprogramm aufgelegt. Dieses wird aus der sogenannten Baumpflanzpauschale finanziert. Die Grünen fordern nun, dass diese in einen Fonds umgewandelt wird. Denn anders als bei einer Pauschale können Fördermittel des Bundes in einen Fonds verwendet werden. Bisher fließen die Fördermittel ohne Zweckbindung in den allgemeinen Haushalt zurück.