Salesianer

Die Hauskapelle des Benediktbeurer Klosters zieht um

+
Der Karl-Mindera-Saal ist derzeit noch eine Baustelle: Klosterdirektor Pater Lothar Bily mit einem Plan der neuen Hauskapelle, die hier in den kommenden Monaten entstehen soll.
  • schließen

Die Salesianer Don Boscos ziehen mit ihrer Hauskapelle im Kloster Benediktbeuern um. Der Kirchenraum war bisher im Kurfürstensaal untergebracht. Jetzt entsteht er neu im Karl-Mindera-Saal. Die Eröffnung ist für Sommer 2019 geplant.

Benediktbeuern Pater Lothar Bily sitzt vor einem Stapel Plänen. Der Direktor des Klosters Benediktbeuern studiert die Entwürfe für die neue Hauskapelle, die der Künstler Erwin Wiegerling gezeichnet hat. Pater Bily hat wiederholt mit seinen Mitbrüdern über die Neugestaltung diskutiert. „Wir haben uns nach kontroversen Debatten inzwischen auf eine Kreislösung geeinigt“, sagt der Ordensmann. Demnach werden die neuen Betstühle im Kreis um den von der Wand abgerückten Altar angeordnet. Gegenüber soll das Lesepult aufgestellt werden. „Wir haben uns unter modernen liturgischen Gesichtspunkten für diese Lösung entschieden“, sagt Bily. Jetzt gehe es an die Detailabstimmung. Die will man im Januar angehen.

Lesen Sie auch: Ein Feldkreuz, bei dem Radfahrer eine Vollbremsung machen

„Christus, der gute Hirte“ soll das zentrale Element der neuen Hauskapelle sein. Das werde sowohl in der Form des Altars als auch im Lesepult zum Ausdruck kommen, sagt Pater Bily. Außerdem plane der Künstler ein mobiles Wand-Paneel aus Acryl mit entsprechenden Darstellungen. Diese an der Decke eingehängten Elemente sollen die Südseite der Kapelle zieren. Die weitere „Inneneinrichtung“ sieht neben dem Tabernakel und einer Mariennische auch eine neue elektronische Orgel vor. Dieses moderne Sakralinstrument kostet laut Bily mit rund 10 000 Euro „nur einen Klacks einer richtigen Orgel“. Und sie wartet mit einem praktischen Vorteil auf: „Da kann man alle Gotteslob-Lieder einspeichern und auf Knopfdruck abspielen, wenn mal kein Organist zur Verfügung steht.“

Lesen Sie auch: Josef Beheim nimmt Abschied vom Reutberg

Die Benediktbeurer Salesianer hatten für die neue Hauskapelle anfangs rund 400 000 Euro veranschlagt. „Diese Summe ist längst obsolet“, sagt der Direktor. Allein die Ertüchtigung der Raumschale habe schon 350 000 Euro verschlungen. Beim bereits im September begonnenen Umbau des Mindera--Saals wurde eine störende Mittelstütze entfernt. Dafür musste in aufwendiger Arbeit ein Stahlträger in der Holzdecke eingezogen werden.

Über eine Zuschuss-Zusage der besonderen Art hat sich Bily sehr gefreut: Die Diözese Passau beteiligt sich mit 100 000 Euro an der Baumaßnahme. „Das ist eine kleine Entschädigung dafür, dass uns die Passauer vor vier Jahren unseren Mitbruder Stefan Oster als ihren neuen Bischof weggeschnappt haben“, sagt Bily schmunzelnd.

Der Karl-Mindera-Saal war zuletzt der zentrale Lesesaal der mittlerweile geschlossenen Philosophisch-Theologischen Hochschule. Die Regale mit den Büchern und Zeitschriften sind längst abgebaut. Der Boden ist neu verlegt und ausreichend gedämmt, damit die Geräusche aus dem darunter liegenden Kloster-Café unterdrückt werden. Demnächst sollen die Risse in der Holzdecke ausgebessert werden. Dann kommt der Maler.

Die bisherige Hauskapelle muss neben den anderen Räumlichkeiten im Zuge der umfangreichen Südtrakt-Sanierung geräumt werden, damit das Untergeschoss stabiliert werden kann. Aus dem Fürstensaal wird laut Pater Bily ein repräsentativer Veranstaltungsraum mit Platz für rund 200 Personen. Auch Konzerte seien hier denkbar.

Lesen Sie auch: Beratungsstelle für pflegende Angehörige: „Es ist so gut, dass es sie gibt“

Hintergrund ist: Die Ordensgemeinschaft muss den Tagungsbereich ankurbeln, um so die Einnahmen des Klosters zu steigern. „Hier ist noch Luft nach oben“, so der Direktor mit Verweis auf den Masterplan. Darin ist die Weiterentwicklung des Klosters in den nächsten 20 Jahren vorgezeichnet.

Nun heißt es Abschied nehmen von der bisherigen Hauskapelle. Über 40 Jahre haben die Salesianer und deren Gäste dort Gottesdienste gefeiert. Beim Don-Bosco-Fest am 31. Januar 2019 und bei der sogenannten Hausprimiz eines aus Indien stammenden Mitbruders am 3. Februar wird der Fürstensaal letztmals als Kirchenraum dienen. Im Sommer soll dann die neue Hauskapelle eingeweiht werden. Da werden bereits die Fundament-Arbeiten im Südtrakt in vollem Gang sein. Diese umfangreiche Sanierung wird voraussichtlich über zwei Jahre dauern. Pater Bily: „Wir müssen Schritt für Schritt weiterarbeiten.“

Auch interessant: Bergunfall: Tölzer Extremsportler Tim Wortmann kämpft sich zurück ins Leben

Kommentare