Ausgebildete Dorfhelferinnen sind in Bayern eher dünn gesät. Umso erfreulicher ist die Situation im Landkreis.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Zusätzlich zur Stammbelegschaft absolvieren im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen derzeit zwei Anwärterinnen ein Praktikum: Josefa Eichner (20) aus Fraßhausen und Resi Kirmair (21) aus Kolbing starten damit in die letzte Etappe ihrer Ausbildung.
Nach dreijähriger Lehre im Beruf Hauswirtschaft und zweijährigem Besuch der Dorfhelferinnenschule in Pfaffenhofen geht es für die jungen Frauen ab Januar noch für etwa ein halbes Jahr in die Dorfhelferinnenschule in Neuburg an der Donau. Theorie und Praxis gehören unabdingbar zusammen. Ein Melkkurs und Einsätze wie etwa in einem landwirtschaftlichen Betrieb, im Kindergarten, als Pflegekraft oder zur Unterstützung von Mutter und Kind unter Anleitung einer Hebamme werden überdies mit einem Seminar zur Persönlichkeitsbildung ergänzt.
Die Cousinen Eichner und Kirmair haben diesen Beruf sehr bewusst gewählt. Eichner hat in ihrer Kindheit in der Familie ihrer Tante die hilfreichen Dienste einer Dorfhelferin miterlebt. „Mir war schnell klar, das will ich auch machen“, sagt sie. Ähnlich war die Motivation bei Resi Kirmair: „Man kann da etwas geben, was anderen weiterhilft“, sagt sie. Die umfassenden Lerninhalte der Ausbildung schätzen beide als gutes Fundament für ihre spätere Tätigkeit in bäuerlichen, aber auch städtischen Familien, in denen die Arbeitskraft der Frau oder Mutter krankheits- oder unfallbedingt ausfällt. Und die im Landkreis zuständige Einsatzleiterin Anni Stöckl freut sich über die engagierten Nachrückerinnen. „Denn der Bedarf an Hilfskräften hält unvermindert an.“
Kontakt: Wer Hilfe braucht, kann sich an den Maschinenring Wolfratshausen, Telefon 0 81 71/42 16 14, oder an Anni Stöckl, Telefon
08041/7 99 26 65, wenden. (Rosi Bauer)
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