VonFranziska Konradschließen
Nach 14 Jahren im Amt verlässt Bürgermeisterin Margit Menrad im Mai das Ickinger Rathaus. Im Interview mit unserer Zeitung blickt die sie auf die vergangene Zeit zurück.
Icking – Den Ickingern steht eine große Änderung bevor: Nach 14 Jahren räumt Bürgermeisterin Margit Menrad den Chefsessel im Rathaus. Im Gespräch mit unserer Zeitung lässt Menrad die vergangenen Jahre Revue passieren und spricht über ihre Zukunftspläne.
Frau Menrad, nach 14 Jahren beenden Sie Ihre Karriere als Ickinger Bürgermeisterin. Hat Ihre Familie Angst, dass Sie jetzt daheim das Regiment übernehmen?
(lacht) Nein. Mein Sohn und meine Tochter sind schon lange aus dem Haus. Und da mein Mann bereits im Ruhestand ist, freuen wir uns sehr auf die gemeinsame Zeit.
Was werden Sie nach Ihrer Amtsübergabe als
Allererstes tun?
Einfach nur runterkommen. Ich habe einen großen Stapel Bücher daheim, die werde ich mit Genuss lesen – darauf freue ich mich schon lange.
Und danach? Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Feste Pläne habe ich bisher keine. Aber ich bin sicher: Falls es mir langweilig wird, fällt mir etwas ein.
Nach Ihrer gewonnenen Bürgermeisterwahl 2006 sagten Sie: „Ich weiß, dass es anstrengend wird, aber es wird gut werden.“ Hat sich das so bewahrheitet?
Für mich ja. Ich hoffe, die Ickinger sehen das genauso. (lacht) Wenn man etwas bewegen möchte, ist das logischerweise meistens anstrengend. Gleichzeitig war es für mich aber immer sehr schön und spannend, etwas vorwärtsbringen zu können. Deshalb blicke ich auf eine wirklich intensive und gute Zeit zurück.
Was waren für Sie in all den Jahren die schönsten Momente?
Besonders schöne Aufgaben waren für mich jedes Mal Trauungen oder wenn ich Einrichtungen, besonders für Kinder, einweihen durfte. Das bedeutet den Abschluss der anstrengenden Bauzeit, und es sind einfach nette Feste, die mir viel Spaß machten. Aber letztlich habe ich im Rathaus fast nur schöne Tage erlebt.
Und welche Tage fanden Sie weniger toll?
Ich glaube, es gibt keinen Beruf, in dem man nicht mal etwas tun muss, das einem weniger Freude macht. Mir fällt es zum Beispiel schwer, wenn ich den Leuten etwas abschlagen muss. Aber wenn ich die Entscheidungen vernünftig begründet habe, waren die Bürger durchaus einsichtig. Von daher war das für mich nichts wirklich Schlimmes.
Was werden Sie besonders vermissen?
Die Zusammenarbeit mit meinen Mitarbeitern und der Kontakt zu Menschen. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen. Im Rathaus war beziehungsweise ist die Zusammenarbeit immer sehr gut.
Bis zum 1. Mai sind Sie ja noch im Amt. Was möchten Sie in dieser Zeit noch erledigen?
Mein Terminkalender ist zwar voll, aber das sind mehr oder weniger nur noch Kleinigkeiten. Etwa ein Notartermin oder einzelne Gespräche mit den Mitarbeitern. Ein wichtiger Punkt war natürlich die letzte Gemeinderatssitzung.
Gibt es irgendetwas, dass Sie in Icking gerne zu Ende gebracht hätten? Etwa die Bebauung des Reithallen-Areals?
Mir war von Anfang an klar, dass das ein langwieriges Thema ist. Dafür braucht es eine intensive Planung – das dauert seine Zeit. Auch sonst fällt mir spontan nichts ein.
Eine letzte Frage: Was wünschen Sie den Ickingern für die nächsten 14 Jahre?
Dass es in Icking genauso gut weitergeht, obwohl Corona einiges verändern wird, und dass sich die Sache mit der Bebauung des Reithallengeländes gut entwickelt. Damit es auch in Icking mehr Angebote an sozial verträglichen Mietwohnungen gibt.
Die Fragen stellte Franziska Konrad.
In ihrer letzten Gemeideratssitzung wurde Margit Menrad bereits verabschiedet. Doch nicht nur die Bürgermeisterin - auch fünf Gemeinderatsmitglieder sagen in Icking servus.
