Ihr 30-jähriges Bestehen feiern 2020 die Iffeldorfer Meisterkonzerte. Zum gewohnt hochkarätigen Programm gibt es aus diesem Anlass eine ganz besondere Zugabe.
Iffeldorf – „Eigentlich machen wir ja keine Konzerte in den Ferien. Aber in das Jubiläumsjahr wollen wir mit einem Neujahrskonzert starten“, erklärte Andrea Fessmann, künstlerische Leiterin der Meisterkonzerte, bei der Präsentation des Programms für 2020. Und so wird das „Rubin-Trio“ (Ferenc Kölcze, Violine, Klaus Kämper, Cello, und Pablo Havenstein, Klavier) am 4. Januar mit Wiener Salon-Musik leichtfüßig auf das Festjahr einstimmen.
Am 8. Februar folgen die Hornsolisten des Bayerischen Staatsorchesters. Die „Munich Opera Horns“ haben ein abwechslungsreiches Programm von Bach über Mozart und Wagner bis zu Piazzolla im Gepäck. Ein Ausflug in die Alte Musik wird geboten am 14. März: Arno Jochem de la Rosée, Jessica Kuhn, Stefan Rath und Christoph Lehmann werden an Gamben, Celli, Theorben und Orgel ein musikalisches Feuerwerk mit Werken von Lully, Marais, Buxtehude und Kapsberger entfachen – rares Repertoire, ungewöhnliche Besetzung, kurz ein Highlight für Alte-Musik-Freaks.
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Im Mai gibt‘s „New York in Iffeldorf“
„New York in Iffeldorf“ ist dagegen am 9. Mai zu erleben, wenn das „Sirius Quartet“ das Podium erklimmt. Eine „ganz eigene Art der Neuen Musik“ sei da zu erwarten, erklärt Fessmann. „Aber die vier Musiker kommen alle aus der Klassik, ihre Musik ist mit klassikgewohnten Ohren gut zu hören“, baut sie möglichen Ängsten vor Neutönerei vor. Außerdem mache sie immer wieder die Erfahrung, dass argwöhnisch beäugte Neue Musik letztlich prima beim Publikum ankomme.
Nach einer dem Fußball und den Sommerferien geschuldeten Pause geht es am 19. September weiter. „Dieses Zusatzkonzert ist nicht im Abo enthalten, das schenke ich mir – oder uns – zum Geburtstag“, so Fessmann. Lange schon habe sie versucht, diese Besetzung um Bruce Dickey (Zink, Violine, Gambe, Theorbe, Cembalo) nebst der Sopranistin Hana Blažíková nach Iffeldorf zu bekommen. Als ein Terminangebot ins Haus flatterte, war das Programm für 2020 gerade fest gezurrt – und wurde kurzerhand um dieses Sonderkonzert bereichert. „The Breathtaking Collective“ nennt sich das Ensemble. Es habe ihr tatsächlich den Atem verschlagen, sagt Fessmann. „Wie Zink und Stimme miteinander konzertieren, ist einfach umwerfend!“
Beethovens Neunte als Mega-Ereignis
Am 26. September wird die künstlerische Leiterin dann wieder einmal selbst aktiv, indem sie „Das Kammerorchester 4.0“ leitet, das mit dem Klarinettisten Christopher Corbett Mozart pur bietet, inclusive Klarinettenkonzert. Das „eigentliche Jubiläumskonzert“ wartet am 24. Oktober mit Beethovens Neunter auf. Es sei ein Glücksfall, dass „das sehr gute Münchner Studentenorchester Abaco bei uns spielen wird“, denn so eine große Besetzung sprenge eigentlich den finanziellen Rahmen. Fessmanns „KlangKunst-Chor“ und befreundete Solisten treten hinzu, um das Mega-Ereignis zu stemmen.
Am 12. Dezember klingt das Festjahr mit der seltenen Besetzung Klarinette, Violine, Cello und Klavier (Sebastian Manz, Sebastian Bohren, Danjulo Ishizaka, Eric Schneider) aus, die sich Olivier Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“ vornimmt, eine Endzeit-Musik, die doch Trost und Hoffnung bereit hält.
Geboten ist auch ein „Kulturpaket“
Das wahrlich prächtige Fest-Programm kann im Abo ab sofort erworben werden. Einzelkonzerte sind ab 18. November im Verkauf. Wie immer gibt es Sonderkonditionen für Studenten. Und Jugendliche in Begleitung eines Karteninhabers haben sogar freien Eintritt. Davon werde gerne Gebrauch gemacht, bestätigt Fessmann. Noch wenig angenommen werde dagegen das „Kulturpaket“, das den Konzertabend mit Kirchenführung und Abendessen verbindet. Allen Interessierten sei die Website www.iffeldorfer-meisterkonzerte.de empfohlen, die heuer schon 16 000 Besucher verzeichnete. Auch der Newsletter erfreue sich mit 1100 Adressaten großer Beliebtheit.
Trotz guter Auslastung (von 400 Plätzen sind im Schnitt 300 besetzt) und einem Abonnentenanteil von einem Drittel sind die Meisterkonzerte wie andere Kulturinstitutionen auch auf Förderer angewiesen. Mit im Boot sind die etwa die Gemeinde Iffeldorf, der Bezirk Oberbayern und die Firma Roche. „Einzelpersonen als Unterstützer sind aber immer gesucht“, appelliert Fessmann an weitere Kulturfreunde. „Denn wir müssen uns immer wieder sehr genau fragen, was wir uns leisten können.“ Erwähnt sei, dass das gesamte Team, das die Konzerte stemmt, ehrenamtlich arbeitet.
Sabine Näher
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