Sammelanträge bisher nicht behandelt

Heizkosten-Streit am Hasenbergl: Mieter warten auf ihr Geld – „Skandale“ der Münchner Wohnen

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Hasenbergl: Mieter mit Sammelantrag warten noch immer auf ihr Geld

Die Mieter am Hasenbergl wehren sich gegen massive Heizkostennachzahlungs-Forderungen der Münchner Wohnen. Ein Sammelantrag steckt weiterhin in der Bearbeitung fest.

München - Der Ärger vieler Mieter mit der Münchner Wohnen (MW) geht in die nächste Eskalationsstufe. Im Dezember hatten etliche Mieter im Hasenbergl von der städtischen Wohnungsgesellschaft einen Anspruch auf eine Minderung der Heizkostennachzahlung von 15 Prozent geltend gemacht (tz berichtete). Rund 70 Haushalte hatten mit Hilfe von Vertretern der Partei Die Linke einen Sammelantrag gestellt. Andere hatten ihren Antrag (später) individuell gestellt.

Bettina L. aus dem Hasenbergl wartet auf Rückerstattung.

Möglich waren die Nachforderungen, weil die MW es versäumt hatte, Zähler in die Wohnungen einzubauen, die die Trennung der Kosten für Warmwasserbereitung und Heizung aufweisen. Betroffene Mieter können daher 15 Prozent zurückverlangen. Die Linke und der Mieterverein hatten gefordert, dass die MW automatisch die Beträge zurückzahlt – das wurde abgelehnt. So haben manche Mieter ihre Forderungen an die MV individuell gestellt und andere haben die Hilfe der Linken angenommen und einen Sammelantrag gestellt.

Nun haben einige dieser Mieter, wie beispielsweise Alfred Eckelt aus dem Harthof, ihr Geld zurückbekommen. Betroffene aus dem Sammelantrag, wie Bettina L., gingen bisher leer aus. Bei der MW erklärt man das auf tz-Nachfrage so: „Der Unterschied liegt allein in der Bearbeitbarkeit. Einzelanfragen enthalten in der Regel alle relevanten Informationen.“ Sammelanträge seien hingegen häufig unvollständig.

Mieterinnen wie Bettina L. wollen die Heizkostennachzahlung nicht auf sich sitzen lassen.

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Kritik an Münchner Wohnen - Rechtsanwalt: wollen „den Leuten Angst machen“

Vor ein paar Tagen hat die MW Christian Schwarzenberger, ein Mitglied des Teams „Die Linke hilft“, aufgefordert, die Unterstützung bei Sammelanträgen in Zukunft zu unterlassen. In einem Schreiben der MW wird das als unzulässige „außergerichtliche Rechtsdienstleistung“ gewertet. Rechtsanwalt Jörg Schindler (Die Linke) hält das für einen Versuch „den Leuten Angst zu machen“, damit sie sich nicht helfen lassen.

Bettina L. aus dem Hasenbergl wartet immer noch auf Rückerstattung.

Inzwischen fordern neben der Linken auch andere Parteien wie die ÖDP „angesichts der zahlreichen Skandale“ einen Rücktritt der Geschäftsführung der MW und eine Neubesetzung des Aufsichtsrats. Sie kritisieren unter anderem die „fragwürdige Nutzung von Wohnraum“ und wollen einen Aufsichtsrat mit unabhängigen Fachleuten.

Rubriklistenbild: © Reinhard Kurzendoerfer

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