VonMelina Staarschließen
Beim Parken aufs Kleingeld verzichten? Das ist in Bad Heilbrunn möglich, und in Kürze wird es auch Kochel am See anbieten.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Beide Kommunen haben sich entschlossen, das so genannte „Handy-Parken“ oder „Smart-Parken“ anzubieten.
Im Juni 2018 schloss der „Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland“, der in einigen Kommunen für die Überwachung des ruhenden oder fließenden Verkehrs zuständig ist, einen Vertrag ab mit dem Anbieter „ParkNow“. Dieser bietet die Möglichkeit, seine Parkgebühren mit dem Smartphone zu bezahlen. In den Nachbarlandkreisen ist das Handy-Parken mit „ParkNow“ etwa in Bad Wiessee, Gmund, Tegernsee, Holzkirchen, Penzberg oder Miesbach möglich. Im Bereich des Zweckverbands – diesem gehören im Landkreis sieben Kommunen an – hat sich bislang nur Bad Heilbrunn angeschlossen. „Für mich ist es wichtig, dass die Gemeinde ihren Bürgern und Gästen einen technisch fortschrittlichen Stand bietet“, so Bürgermeister Thomas Gründl. „Das gilt auch in Bezug auf den Parkautomaten.“ Das Smartparken ist am Parkplatz am Kräuterpark möglich.
Lesen Sie auch: So funktioniert das Projekt im Landkreis Miesbach
Besucher und Einwohner von Kochel können voraussichtlich im Laufe des Mais auf vier Parkplätzen – unter anderem am Franz-Marc-Museum und beim Wanderparkplatz in Altjoch – mit dem Handy bezahlen. Er habe damit schon eigene Erfahrung gemacht, erklärt Bürgermeister Thomas Holz. „In Zeiten, in denen alles über das Smartphone gemacht wird, ist das eine vernünftige Möglichkeit.“ Bei einer Infoveranstaltung des Zweckverbands habe er alles Wichtige erfahren.
Holz sieht einige Vorteile: „Oft hat man ja kein Kleingeld dabei“, nennt er ein Beispiel. „Auch müssen die Automaten regelmäßig geleert werden. Es ist also auch für uns eine Erleichterung.“ Zudem wolle man sich als fortschrittliche Kommune präsentieren. In Kochel werden zwei Systeme möglich sein, für die sich der Nutzer registrieren muss. Zum einen ist das „Parkster“. „Diese App ist weit verbreitet“, sagt Holz. Den Kunden kostet sie nichts. „Da zahlen wir 15 Prozent, das heißt von einem Euro Parkgebühr bleiben uns 85 Cent.“ Das andere ist eben „ParkNow“. Hier werden für den Nutzer 25 Prozent Gebühr fällig. Die Abrechnung erfolgt je nach Anbieter über PayPal, Kreditkarte oder die Mobilfunkrechnung.
Lesen Sie auch: Neuer Bus, Mitfahrerbank und E-Tankstelle für Heilbrunn
„Es wird sich zeigen, wie es angenommen wird“, sagt Holz. „Aber im Zeitalter der Digitalisierung ist es sicher eine Erleichterung.“ „Wir reden immer vom Verkehr. So können wir die Leute vielleicht schneller zum Ziel bringen.“ Denn mit beiden Systemen ist es möglich, sich direkt zu den Parkplätzen lotsen zu lassen. „Das ist recht sympathisch“, so Holz.
Und wie funktioniert das ganz praktisch? Wenn der Autofahrer den Parkplatz erreicht hat, kann er über das Smartphone sein digitales „Parkticket“ lösen, sprich virtuell bezahlen. Aber woher weiß denn der Parküberwacher, dass man seine Gebühr entrichtet hat? „Bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs ist es uns wichtig, dass kein großer Mehraufwand bei Nutzung des Handyparkens für unseren Mitarbeiter entsteht“, erklärt Peter Pirchmoser, Teamleiter ruhender Verkehr beim Zweckverband. „Dies ist über eine automatisierte Schnittstelle zu dem jeweiligen Handyparkanbieter gewährleistet.“ Das heißt: Die Software, die die Mitarbeiter nutzen, kann automatisch überprüfen, ob für das jeweilige Kennzeichen online ein Ticket bezahlt wurde. Diese Information erhält der Überwacher dann direkt auf sein mitgeführtes elektronisches Handgerät.
Lesen Sie auch: Polizei will am Kesselberg mehr kontrollieren
