Angespannte Haushaltslage

Finanz-Not in München wird größer: Busse, Theater & Kitas – Wo die Stadt jetzt sparen will

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Die Haushaltslage im Münchner Rathaus war schon mal besser. Jetzt will die Stadt sparen.
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Die Haushaltslage in München ist angespannt. Grüne und SPD wollen daher alles auf den Prüfstand stellen. Betroffen sein könnten Buslinien, Kitas und Kultur.

München – Das bisschen Haushalt macht sich nicht mehr von allein: München geht das Geld aus! Grüne und SPD haben sich daher auf einen Sparplan verständigt. Der Stadtrat soll kommende Woche dem Änderungsantrag zum Eckdatenbeschluss zustimmen. Das ist eine Art Vorab-Haushaltsplan fürs nächste Jahr. Und alles – wirklich alles – kommt jetzt auf den Prüfstand.

Haushalt in München: Die Stadt nimmt Milliarden ein, aber unterm Strich bleibt zu wenig übrig

Einnahmen und Ausgaben der Verwaltung werden im Haushaltsplan zusammengefasst. Ausgaben sind beispielsweise die Personalkosten, aber auch Transferleistungen, also Sozialhilfen, Subventionen und Zuschüsse beispielsweise für die Theater oder den Tierpark. Einnahmen kommen zum Beispiele aus Gewerbe- und Einkommenssteuer.

Im Idealfall bleibt unter dem Strich Geld übrig, um zu investieren. Das lief in der Vergangenheit auch, da lag dann auch schon mal eine Milliarde auf der hohen Kante. Doch diese fetten Jahre sind längst vorbei. Investitionen sind nur noch über Schulden zu finanzieren. Und das sind bei Weitem keine Luxusprojekte, es geht um Schul-, Kita- und Wohnungsbau sowie den Ausbau des Bus- und Bahn-Netzes. Diese Schulden müssen dann wieder getilgt werden. Beispiel ist eben jener Eckdatenbeschluss. Darin bleiben von den fast 9,5 Milliarden Einnahmen gerade mal 197 Millionen übrig. Und davon wiederum fließen 191 Millionen in die Schuldentilgung.

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Haushaltslage in München: Stadt schraubt Investitionen deutlich runter, doch es reicht nocht nicht

Die Stadt hat die Investitionen bereits runtergeschraubt. Es wird nur noch gebaut, was schon beschlossen oder in Umsetzung ist. Die Tram West zum Beispiel oder Schulen. Für die laufenden Ausgaben haben Grüne und SPD nun Vorschläge erarbeitet. Wohlgemerkt: Es handelt sich ausnahmslos um Prüf-Aufträge. Die Rathaus-Regierung erhofft sich so zusätzliche Einsparungen von 100 Millionen Euro.

So wird beispielsweise die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beauftragt zu untersuchen, ob man alle in der Vergangenheit beschlossenen Leistungen so noch braucht. Da kann es um ganze Linien gehen oder auch um dichte Takte beim Bus. Mit der Frage: Sind die noch wirtschaftlich zu betreiben? Oder muss das weg?

Jeder hat eigene Wahrzeichen: München teilt sich in 25 Stadtbezirke, die sehr unterschiedlich sind

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Im Herzen von München liegt der Marienplatz, wo Besucher auch das Rathaus finden. Für viele womöglich überraschend: der Stadtbezirk Altstadt-Lehel ist flächenmäßig der kleinste Münchens.  © IMAGO/Michael Nguyen
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Kein Wahrzeichen, auf das die Bewohner immer stolz sind: der Hauptbahnhof ist Teil des Stadtbezirks Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Kunstinteressierte kommen im Museum Brandhorst auf ihre Kosten. Es liegt in der Maxvorstadt, die zwischen Odeonsplatz und Stachus unmittelbar an die Altstadt angrenzt und im Osten durch den Englischen Garten begrenzt wird. © IMAGO/imageBROKER/Werner Dieterich
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Der neu gestaltete Elisabethmarkt in Schwabing-West. Mit 151 Einwohnern je Hektar (Angabe der Landeshauptstadt) weist er die höchste Einwohnerdichte aller Bezirke auf.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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1000 Kilometer nach Bordeaux: das sogenannte „Franzosenviertel“ befindet sich im Stadtbezirk Au-Haidhausen. Die beiden Vorstädte sind im Jahr 1854 eingemeindet worden. © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Erholungssuchende aus Sendling kommen gerne an den Flaucher, um sich zu erfrischen. Zentrum des Wirtschaftslebens im Stadtbezirk 6 ist die Großmarkthalle. © IMAGO/Ulrich Wagner
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Eine kurze Auszeit an einem sonnigen Wintertag: Auf diesem Foto genießt sie ein Münchner im Westpark, Teil des Stadtbezirks Sendling-Westpark. © IMAGO/S.Gottschalk
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Der Quartiersplatz auf der Schwanthalerhöhe. „Der Stadtbezirk weist sowohl die zweithöchste Einwohnerdichte als auch den zweithöchsten Ausländeranteil unter allen Münchner Bezirken auf“, heißt es vonseiten der Stadt.  © IMAGO/STL
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Was fürs Auge: Schloss Nymphenburg, die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. © IMAGO
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1924 bis 1929 nach den Plänen von Bernhard Borst erbaut: die Borstei in Moosach.  © IMAGO/C3455 Robert B. Fishman
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Das Olympische Dorf bei Nacht; es gehört zum Stadtbezirk 11 (Milbertshofen- Am Hart).  © IMAGO/POSS ROLF
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Abendlicher Autoverkehr auf der Leopoldstraße. Sie ist die wohl renommierste im Bezirk Schwabing-Freimann. © IMAGO
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Wacht über Bogenhausen: der beeindruckende Friedensengel. Zum Bezirk gehören auch Oberföhring, Johanneskirchen, Englschalking, Denning, Daglfing und Zamdorf.  © xChristoph_Lischetzkix via imago
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Berg am Laim gehört zu den kleineren Stadtbezirken Münchens. Hier im Bild ist das unweit des Ostbahnhofes gelegene Werksviertel zu sehen.  © IMAGO/Wolfgang Maria Weber
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Ein Sommertag am Buga-See. Hier baden Bewohner des Bezirks Trudering-Riem. © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
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Der Pfanzeltplatz (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach) hat sich seinen dörflichen Charakter bis heute bewahrt. © Imago
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Auf der Tegernseer Landstraße bewegen sich vornehmlich Menschen, die im Bezirk Obergiesing-Fasangarten leben. © Jens Hartmann
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Wie es beim TSV 1860, der seine Heimspiele im städtischen Stadion an der Grünwalder Straße austrägt, läuft, treibt viele Menschen in Untergiesing-Harlaching um. © imago sportfotodienst
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Ein Surfer vergnügt sich an der Floßlände; in einem Stadtbezirk mit nicht unkompliziertem Namen: Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. © STL via www.imago-images.de
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Abendstimmung am Klinikum Großhadern. Der 20. Stadtbezirk Hadern bildet den südwestlichen Stadtrand Münchens.  © IMAGO/STL Studio Liebhart
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Ja, auch Pasing hat seinen Marienplatz. Gemeinsam mit Obermenzing bildet das Viertel seit 1992 einen Bezirk. © Imago
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Blick auf den Langwieder See, Teil des westlich gelegenen Stadtbezirks Aubing-Lochhausen-Langwied. © IMAGO/Sachelle Babbar
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Ländliche Atmosphäre an einem winterlichen Tag in Allach-Untermenzing. © xmeinzahnx via imago-images.de
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Sehr divers: der Bezirk Feldmoching-Hasenbergl; hier im Blick ist der Blick auf die Feldmochinger Kirche zu sehen. © Copyright: xDreamstimexMolly100x
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Gerade wird viel gebaut in Laim; die Fürstenrieder Straße gilt als Lebensader des Viertels.  © Marcus Schlaf

Haushalt in München: So wollen Grüne und SPD noch weitere 100 Millionen Euro einsparen

Weiterer Punkt: Freizeiteinrichtungen. Ab dem August im nächsten Jahr tritt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung schrittweise in Kraft. Braucht es dann noch überall Jugendräume, die von der Stadt betrieben werden müssen? Oder im Bereich Bürgerservice: Braucht der Frauen-Notruf wirklich zwei Standorte?

Genau hinschauen soll die Stadt auch bei Einrichtungen, die dem Freistaat gehören. Etwa bei Staatsoper oder Gärtnerplatztheater. Muss die Stadt noch Fördergelder zahlen, wenn das hoheitlich Aufgabe des Freistaates ist? Ähnliche Prüf-Aufträte gibt es für den Bereich Investitionen. Muss München zwingend selbst Fördertöpfe bereitstellen, wenn es die schon vom Bund gibt? Oder vom Land?

Haushalt in München: Städtische Mitarbeiter sollen für gute Spar-Ideen prämiert werden

Überhaupt, der Freistaat: Sollte der nicht viel mehr in die Finanzierung von Kitas einsteigen? Leistet die Kommune München auf dem Gebiet vielleicht zu viel, um die weitgehende Kostenfreiheit zu gewährleisten? Und: Duckt sich Bayern beim Schulbau weg? Auch in der Verwaltung wird nach Spar-Potenzial gesucht: Braucht es noch viele Büros, wenn die meisten eh im Homeoffice arbeiten? Oder kann man Flächen vermieten? Mitarbeiter, die gute Spar-Vorschläge machen, sollen prämiert werden, fordern Grüne und SPD. Eine Prämie könnte schon ans IT-Referat gehen. Das hat bereits 1,8 Millionen Sparpotenzial gefunden – für Lagerflächen, die nicht in dem Umfang gebraucht werden. Das klingt im Vergleich mit dem Resthaushalt nicht nach wahnsinnig viel. Aber wie gesagt: Es kommt alles auf den Prüfstand.

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