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Nach Signa-Pleite - Neue Pläne für Prestige-Projekt: 180 Millionen für die Alte Akademie in München

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Die Baustelle für die Alte Akademie.
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Für die Alte Akademie gibt es offenbar einen Kaufinteressenten. Nach Informationen unserer Redaktion soll es sich dabei um ein Münchner Unternehmen handeln.

München - Es ist das vielleicht prominenteste Bauprojekt der Stadt – und gleichzeitig eine offene Wunde in der Fußgängerzone. Nach Monaten der Ungewissheit, ausgelöst durch die Benko-Pleite, tut sich jetzt was bei der Alten Akademie.

Alte Akademie in München: Inklusive Baukosten müsste ein Investor über 400 Millionen Euro investieren

Nach Informationen unserer Redaktion sind die beiden Gläubiger-Banken (Stadtsparkasse und Bayern LB) raus aus dem Bieter-Rennen. Und zwar aus Kostengründen, denn dem Vernehmen nach gibt es aktuell ein Kauf-Angebot über 180 Millionen Euro. Das soll den Banken auch deshalb zu viel gewesen sein, weil unklar ist, wie hoch die Kosten für den weiteren Umbau ausfallen werden. Branchen-Insider rechnen damit, dass das Projekt inklusive Kauf und eben diesen Baukosten über 400 Millionen Euro kosten wird. Daher sollen nach unseren Infos auch nur noch zwei Bieter im Rennen sein – einer davon ein Unternehmen aus München.

Bayern LB und Stadtsparkasse gehören neben der Pfandbriefbank (PBB, vormals Hypo Real Estate) zu den Hauptgläubigern der Alten Akademie. Wie es aus Branchenkreisen heißt, haben sie ein hohes Interesse daran, das Projekt bis Ende des Jahres wieder zum Laufen zu bekommen. Allein der Unterhalt der Baustelle soll monatlich einen Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich verschlingen.

Alte Akademie in München: Prestige-Objekt wurde 2013 in Erbpacht an den Österreicher René Benko verkauft

Die Alte Akademie war bis 2013 im Besitz des Freistaats, unter anderem waren das Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung sowie die Landesbodenkreditanstalt an der Kaufingerstraße untergebracht. Der damalige Finanzminister Markus Söder (CSU) vergab das Prestige-Objekt auf 65 Jahre in Erbpacht an die Signa-Gruppe aus Österreich – das Firmengeflecht des Immo-Tycoons René Benko.

Die Signa-Pläne für das historischen Gebäude sahen eine Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen vor. Der bisher für die Öffentlichkeit unzugängliche Schmuckhof sollte geöffnet werden. Die Bauarbeiten hatten im November 2020 begonnen und sollten 2023 abgeschlossen werden. Doch die Signa meldete Insolvenz an – Baustopp!

Alte Akademie in München: Zum Benko-Imperium gehören noch weitere Filet-Stücke in der Stadt

Zur Insolvenzmasse zählen weitere Projekte in München. Um die Alte Akademie machen sich Branchenkenner dabei die wenigsten Sorgen. Das Projekt sei interessant genug, dass sich ein oder mehrere Investoren finden würden, heißt es in der Innenstadt. Größere Bedenken gibt es beispielsweise um die Zukunft des ehemaligen Karstadt am Hauptbahnhof.

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