Engpass in Krippe und Kindergärten

In Peiting fehlen Kitaplätze  - das sollten betroffene Eltern jetzt tun

+
In Peiting fehlen Kitaplätze für das kommende Kindergartenjahr.
  • schließen

Die Befürchtung gab es schon länger, jetzt steht fest: In Peiting fehlen für das kommende Kindergartenjahr insgesamt 28 Kitaplätze. An betroffene Eltern richtet die Gemeinde eine wichtige Bitte.

Peiting – Es war Norbert Merk (CSU), der am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung Geschäftsleiter Stefan Kort um Auskunft bat. Er sei von jungen Leuten angesprochen worden, die sich vergeblich um einen Kindergartenplatz beworben hätten. Tatsächlich musste Kort bestätigen, was zuletzt schon befürchtet worden war. „Es gibt derzeit einen Engpass an Plätzen für das kommende Kindergartenjahr.“ Betroffen seien sowohl die örtlichen Kindergärten als auch die Kinderkrippen. In beiden Fällen habe man jeweils 14 Absagen verschicken müssen. Für die Eltern eine Hiobsbotschaft.

Dass es im Herbst eng werden könnte mit Betreuungsplätzen, hatte Bürgermeister Michael Asam bereits im Vorfeld des Tags der offenen Tür Ende März geahnt. „Bis jetzt haben wir es gut hinbekommen, aber wir sind langsam am Limit angelangt“, sagte der Rathauschef damals im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. In Sachen Krippe hat der Gemeinderat bekanntlich zwischenzeitlich reagiert und einen Anbau an der gemeindlichen Einrichtung beschlossen – verwirklicht wird dieser allerdings erst nächstes Jahr.

In Peiting fehlen Kitaplätze: Gründe für steigende Nachfrage gibt es viele

Geburtenstarke Jahrgänge, Zuzüge, die Tatsache, dass immer mehr Mütter frühzeitig zurück in den Beruf kehren: Gründe für die steigende Nachfrage gibt es laut Kort viele. Die Entwicklung genau zu prognostizieren, sei jedoch trotz allem schwierig. „Dass es so explodiert, war nicht zu erwarten“, sagt auch Sigrid Klasmann, Geschäftsführerin der Kinderhilfe Oberland, die vier Kitas in Peiting betreibt. Am Tag der offenen Tür habe man an den Standorten deutlich mehr Anmeldungen als freie Plätze registriert, berichtet sie. Verschärft wird die Lage auch durch den neuen Einschulungskorridor, der Eltern die Zurückstellung ihres Kinds erleichtert. „Viele nehmen das in Anspruch, wodurch weniger Kindergartenplätze frei werden.“ Die große Nachfrage kann auch Martina Kölbl bestätigen. Für 23 Plätze hätten sich bei ihnen 57 Interessenten gemeldet, berichtet die stellvertretene Leiterin des Kindergartens St. Michael.

In Peiting fehlen Kitaplätze: Kurzfristige Lösungen werden gesucht

Für die Gemeinde ist jetzt guter Rat teuer. „Wir wollen, dass alle Kinder, die einen Platz brauchen, auch unterkommen“, sagte Kort im Gemeinderat. Man befinde sich deshalb in intensiven Gesprächen mit den Trägern der verschiedenen Einrichtungen, um kurzfristige Lösungen zu finden. Bereits auf den Weg gebracht worden ist die Einrichtung einer Übergangsgruppe am Kindergarten St. Michael – befristet auf ein Jahr. Sie soll zehn Plätze für Kinder unter drei Jahren bieten. Eine Genehmigung durch das Landratsamt stehe aber noch aus, sagt Kölbl. Für Montag ist eine Begehung mit den Fachleuten der Behörde geplant. Sollten diese grünes Licht geben, muss die Einrichtung freilich noch geeignetes Personal finden – keine leichte Aufgabe angesichts des leer gefegten Arbeitsmarktes. „Wir sind optimistisch, dass das klappt“, sagt Kölbl. Die Gemeinde ebenso, denn bei den fehlenden 14 Kindergarten-Plätzen ist die zusätzliche Gruppe bereits berücksichtigt.

In Peiting fehlen Kitaplätze: Betroffene Eltern sollen sich bei der Gemeinde melden

Auch die Kinderhilfe will helfen, sowohl was Kindergarten- als auch Krippenplätze betrifft. „Es ist natürlich unser Bedürfnis, den Eltern anzubieten, was sie brauchen“, sagt Klasmann. Bevor man allerdings in die Raumplanung einsteigen könne, sei der konkrete Bedarf wichtig. Tatsächlich fehlen der Gemeinde laut Kort bislang noch Rückmeldungen von Eltern, die eine Absage bekommen haben. „Wir bitten alle, die unbedingt noch einen Platz brauchen, sich bei uns zu melden.“

Lesen Sie auch: 

Mit 100 Einsatzkräften hat die Polizei am Mittwoch bei Drogen-Razzien in zwei Schongauer Asylbewerberunterkünften zugeschlagen. Drei Männer wurden verhaftet.

Kommentare