Versuchter Anschlag auf Konsulat

18-Jähriger mit IS-Nähe und Waffenverbot: Bericht liefert neuen Verdacht zum Täter von München

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Am Donnerstagvormittag eröffnet ein Mann in der Nähe des israelischen Generalkonsulats in München das Feuer. Was über den Täter und die Waffe bekannt ist.

Update vom 6. September, 9 Uhr: Neben den Details zum Täter, der am Donnerstagvormittag in der Münchner Innenstadt um sich schoss, sickerten nun auch einige Informationen zu seiner Waffe durch: Bereits bekannt ist, dass der Täter mit einem älteren Modell einer Langwaffe, einem Repetiergewehr, schoss. Laut einem Bericht der Bild soll sich am Donnerstag ein Mann bei der Polizei gemeldet haben, der behauptet, dem Täter die Waffe verkauft zu haben. Und das erst einen Tag vor der Tat, am Mittwoch.

Demnach habe der Mann das Gewehr auf den Videos von Augenzeugen, die im Internet kursieren, erkannt. Es soll sich um eine Waffe der Kategorie C handeln. Solche Modelle können in Österreich frei von Waffenhändlern erworben werden, vorausgesetzt, sie werden innerhalb von sechs Wochen registriert. Gegen den Verdächtigen war jedoch bereits ein Waffenverbot verhängt worden, das 2023 nach einer Körperverletzung erwirkt wurde. Wäre die Waffe registriert worden, wäre der Kauf und das damit verbundene Verbot aufgedeckt worden.

Nach Schüssen in München: Wohnsitz in Österreich durchsucht

Nicht nur in München, auch außerhalb von Deutschland war die Polizei am Donnerstag noch im Einsatz: Beamte durchsuchten in Neumarkt am Wallersee in Österreich den Wohnsitz des Täters. Ein Sprecher der Salzburger Polizei gab an, dass Beamte das Wohnhaus nach Spuren und Beweisen durchsucht haben. Der 18-Jährige habe mit seinen Eltern zusammen gewohnt. Als Vorsichtsmaßnahme seien das Haus und die umliegenden Gebäude evakuiert worden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass keine Gefahr bestand.

Update vom 5. September, 18.19 Uhr: Die Salzburger Polizei veröffentlichte nach den Schüssen neue Informationen über den Täter aus Österreich. Im vergangenen Jahr habe die Staatsanwaltschaft Salzburg gegen den 18-Jährigen wegen des Verdachts der religiösen Radikalisierung und einem Interesse für Sprengstoff und Waffen ermittelt. Der Täter sei den Behörden lange vor dem versuchten terroristischen Anschlag in München durch eine Drohung und Körperverletzung aufgefallen.

Schüsse in München: Täter hatte bereits Waffenverbot in Österreich vor versuchtem terroristischen Anschlag

Die Ermittler sollen dem Täter die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen haben. Laut der Nachrichtenagentur APA sei außerdem islamistische Propaganda auf seinem Handy gefunden worden. Daraufhin sei ein Waffenverbot gegen den Schützen verhängt worden, das bis 2028 gelten sollte. 2023 schließlich stellte die Staatsanwaltschaft laut der Salzburger Polizei ihre Ermittlungen ein. Gründe nannte sie keine.

Seit kurz nach 9 Uhr riegelt die Polizei das Areal rund um das israelische Konsulat ab. Der Schütze war erst 18 Jahre alt und kommt aus Österreich. Das Foto ist ein Screenshot eines X-Videos, das die Polizei für echt hält.

Update 16.30 Uhr: Nach den Schüssen in München sind weitere Details zum Täter bekannt geworden. Der 18-Jährige war laut einem Medienbericht vergangenes Jahr wegen mutmaßlicher Nähe zur Terrororganisation Islamischer Staat in Österreich angezeigt worden. Nach Angaben der österreichischen Presseagentur APA waren auf dem Handy des jungen Österreichers mit bosnischen Wurzeln Daten und ein Computerspiel sichergestellt worden, die eine Nähe zu islamistisch-terroristischen Gedankengut bezeugen.

Schüsse in München: Mann soll IS-Propagandamaterial auf Handy gespeichert haben

Der 18-jährige Schütze wurde laut APA danach bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt. Das Verfahren wegen Mitgliedschaft bei der radikalislamischen Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) sei aber eingestellt worden, hieß es. Die Salzburger Polizei, die Staatsanwaltschaft Salzburg und das Innenministerium in Wien bestätigten der Deutschen Presse-Agentur diese Angaben zunächst nicht.

Auf dem Telefon soll der junge Mann nach APA-Informationen IS-Propagandamaterial gespeichert haben. Auf die Handyinhalte waren die Behörden demnach aufmerksam geworden, nachdem der Jugendliche an seiner Schule gewalttätig gegen Mitschüler vorgegangen war.

Schüsse in München: Plan eines „Anschlags auf das israelische Generalkonsulat“ nicht auszuschließen“

Erstmeldung vom 5. September 15.22 Uhr: München – Gegen 9 Uhr knallen Schüsse durch die Münchner Innenstadt. Ein junger Mann ist mit einer Langwaffe in der Nähe des Gebäudes des NS-Dokumentationszentrums unterwegs. Der Mann eröffnet das Feuer auf einen Standposten der Polizei. Die Polizei schießt zurück. Der Verdächtige stirbt.

+++ Alle aktuellen Infos zu den Schüssen in München lesen Sie in unserem News-Ticker +++

Bayerns Innenminister Joachim Hermann erklärte bei einer Pressekonferenz, man müsse davon ausgehen, dass ein Plan eines „Anschlags auf das israelische Generalkonsulat“ nicht auszuschließen sei – an dem Tag, an dem sich das Olympia-Attentat jährt. Was ist über den Täter bekannt?

Schüsse in München: 18-Jähriger Schütze kommt aus Österreich – Polizei bestätigt Berichte

Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Schützen um Emrah I. handeln, der in Österreich geboren wurde. Er soll sich erst seit kurzem in Deutschland aufhalten. Ein Sprecher der Polizei bestätigt bei der Pressekonferenz rund fünf Stunden nach den Schüssen in München, dass es sich um einen 18-Jährigen aus Österreich handelt. „Die Identität des Täters ist geklärt.“ Weitere Angaben macht der Sprecher zunächst nicht. Bis auf das Alter und den Wohnsitz gibt es Polizeiangaben zufolge noch keine Details zum Verdächtigen.

Ein Video, das auf X kursiert, zeigt den mutmaßlichen Täter. Die Polizei geht davon aus, dass das Video authentisch ist. In dem Video trägt er ein antikes Gewehr mit einem Bajonet und schießt damit.

Schüsse in München: Täter soll Islamist sein

Medienberichte, wonach es sich bei dem Österreicher um einen Islamisten handeln solle, kommentierte die Münchner Polizei zunächst nicht. Bei der Pressekonferenz machte ein Sprecher hierzu keine Angaben. Laut Recherchen von Spiegel und der österreichischen Zeitung Standard war er den Behörden als Islamist bekannt. WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung berichten, der Täter sei Jahrgang 2006.

Großeinsatz in München: Schütze kam mit Auto aus Raum Salzburg – Mutmaßlich IS-Propaganda verbreitet

Der junge Mann sei mit einem im Raum Salzburg zugelassenen Auto zum Tatort gefahren. Nach Bild-Informationen soll der Mann 2023 wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung und Verbreitung von IS-Propaganda angezeigt worden sein. Österreichische Behörden hatten demnach islamistische Propaganda auf seinem Handy gefunden – die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren mittlerweile fallen gelassen. Auch hierzu machten die Sicherheitsbehörden zunächst keine Angaben.

Zwar sei ein Anschlagsplan auf das israelische Generalkonsulat nicht auszuschließen, die Motivlage sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Ein Sprecher der Polizei sagte: „Die Hintergründe müssen weiter aufgeklärt werden.“ Ob ein Zusammenhang zwischen den Schüssen und der Veranstaltung zum Gedenken an das Olympia-Attentat im Generalkonsulat gibt, kann zunächst nicht gesagt werden.

In sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos, die den mutmaßlichen Täter zeigen sollen, wie er mit der Waffe durch die Straßen läuft. Zu sehen ist dabei ein junger Mann mit dunklem Oberteil, roter Hose und dunklen Schuhen auf einer Straße zu sehen ist. Dabei hält der Mann eine Langwaffe mit einer langen Spitze – vermutlich einem Bajonett in der Hand.

Rubriklistenbild: © Schmidt/Screenshot X

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