Die Gemeinde Jachenau hat wieder einmal mit einer unvorhergesehenen Steuerrückzahlung an den Energiekonzern Uniper zu kämpfen.
Jachenau – Die Gemeinde Jachenau muss fast 300.000 Euro Steuern zurückzahlen. Dafür hat die Kommune jetzt einen Nachtragshaushalt beschlossen. Der Hintergrund ist eine unvorhergesehene Gewerbesteuer-Rückforderung, die offenbar der Uniper-Konzern gestellt hat. Das Energie-Unternehmen betreibt bekanntlich das Kraftwerk in Niedernach. Dafür erhält die Gemeinde Jachenau Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Jetzt fordert der Energie-Riese 295 000 Euro zurück. Damit ist die Gemeinde in die Bredouille geraten. Im Haushalt 2019 tut sich dadurch eine Lücke auf.
„Das hört sich schlimmer an, als es ist“, beruhigte Katharina Mair die Gemüter in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Sie ist derzeit kommissarisch als Kämmerin der Gemeinde im Einsatz. Die Lücke lasse sich finanztechnisch mit Haushaltsumschichtungen und einer Rücklagen-Entnahme ohne Weiteres schließen, erklärte sie. Das sei eine „gängige, korrekte Vorgehensweise, die auch keiner rechtsaufsichtlichen Genehmigung bedarf“.
Steuerrückzahlung in der Jachenau
„Wir haben das Beste daraus gemacht, haben in unseren Sparstrumpf gelangt und sind mit einem blauen Auge davongekommen“, stellte Bürgermeister Georg Riesch erleichtert fest. Immerhin habe die Gemeinde gegenwärtig aufgrund größerer Investitionen (Sanierung der ehemaligen Post, Grunderwerb für Radweg) eine Schuldenlast von 1,471 Millionen Euro zu schultern.
Katharina Mair ist für eine Übergangszeit als Kämmerin in der Jachenau im Einsatz
Die unvermeidliche Aufstellung und Verabschiedung des Nachtragshaushalts ist nur ein Beispiel dafür, dass Katharina Mairs fachliche Kompetenz gerade jetzt dringend benötigt wird. Denn die Stelle des Rathaus-Geschäftsleiters und Kämmerers ist wie berichtet seit Juli vakant.
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Für eine Übergangszeit hat die Gemeinde Katharina Mair für eine Nebentätigkeit auf Geringverdienerbasis gewonnen. Die Gaißacherin ist als stellvertretende Kämmerin für den Landkreis tätig und kommt gewissermaßen als die Nothelferin in der Kämmerei ins Dorf.
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Doch auch die dauerhafte Neubesetzung des Postens des Rathaus-Geschäftsleiters ist nun in Sichtweite. Der Gemeinderat entschied sich für den Bankkaufmann Felix Kellner. Noch ist aber offen, wann er seine neue Stelle antreten kann: je nachdem, wie er sich mit seinem jetzigen Arbeitgeber, der Sparkasse, verständigt, zum 1. Juli oder eventuell auch früher, sagte Kellner.
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„Er ist ein Glücksgriff für uns“, freute sich Bürgermeister Georg Riesch, als er ihn in der Sitzung am Dienstagabend vorstellte. Kellner gehört eigentlich bereits zum Jachenauer „Inventar“. Denn der aus Benediktbeuern stammende 43-jährige zweifache Familienvater hat vor acht Jahren in die Jachenau eingeheiratet.
Rainer Bannier