Gemeinderat stimmt Vereinbarung zu

Jachenau-Urlauber erhalten freie Fahrt

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Mit dem Bus in die Berge: Jachenauer Gäste fahren künftig kostenlos im RVO-Gebiet. RVO
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Die Gemeinde Jachenau tut es den Loisachtal-Kommunen Bad Heilbrunn, Benediktbeuern und Kochel am See gleich. Sie alle ermöglichen künftig ihren Gästen, gratis mit dem Bus durchs gesamte RVO-Gebiet zu fahren.

Jachenau – Der Jachenauer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einer entsprechenden Vereinbarung mit dem RVO zugestimmt. Allerdings gab es in dem Gremium auch Befürchtungen, dass der kleinen Gemeinde die Kosten über den Kopf wachsen könnten.

Schon bisher gilt: Wer Urlaub in der Jachenau macht und mit dem Bus nach Lenggries fahren will, muss dem Busfahrer nur seine Gästekarte vorzeigen und braucht dann keine Fahrkarte mehr zu kaufen. Die Rechnung landet in diesem Fall bei der Gemeinde, die dem RVO für jede dieser Fahrten einen Betrag von 2,57 Euro überweist. Der Urlauber bezahlt für diese Leistung gewissermaßen indirekt. Denn die Gemeinde finanziert diese Ausgaben über die Einnahmen aus dem Fremdenverkehrsbeitrag in Höhe von 70 Cent, den jeder Gast pro Übernachtung zu entrichten hat. Für die Fahrten nach Lenggries bezahlt die Gemeinde bislang rund 3000 bis 3300 Euro pro Jahr, wie Bürgermeister Georg Riesch im Gemeinderat erläuterte. In der Vergangenheit hatte die Jachenau ihren Gästen darüber hinaus auch eine kostenlose Busfahrt nach Niedernach angeboten. Wegen der schwachen Nachfrage wurde diese Verbindung allerdings vor einigen Jahren eingestellt.

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Nun habe der RVO den Jachenauern vorgeschlagen, das Angebot auf das gesamte Streckennetz zwischen Schongau und Bayrischzell, Holzkirchen, Weilheim und dem Tegernsee auszuweiten. Pro Station, die der Jachenauer Urlauber über Lenggries hinaus fährt, würde für die Gemeinde dann ein bestimmter Pauschalbetrag fällig.

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„Das kann sich ganz schön summieren, wenn ein Gast durchs ganze Oberland fährt“, gab Riesch zu bedenken. „Wir als kleine Gemeinde werden das nicht so einfach leisten können.“ Die organisatorische Abwicklung sei unterdessen kein Problem, wie Riesch auf Nachfrage von Klaus Rauchenberger versicherte – zumal, wenn demnächst die elektronische Gästekarte eingeführt werde.

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Auf der anderen Seite habe der RVO darauf hingewiesen, dass die Urlauber als Fahrgäste wichtig seien. „Wenn die Gäste die Busse nicht nutzen, dann kann der RVO nicht garantieren, dass er den Fahrplan bei uns in der jetzigen Form aufrechterhalten kann“, berichtetet Riesch. Diese Aussicht schreckte unter anderem den Gemeinderat Klaus Stock ab: „Wir könnten da in eine Spirale nach unten kommen, dass das Angebot teurer oder die Fahrten weniger werden.“

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Der Beschluss im Gemeinderat fiel schließlich nicht-öffentlich. Auf Nachfrage teilt Riesch mit, dass sich das Gremium für die Ausdehnung der Gäste-Freifahrten ausgesprochen habe. Allerdings habe man eine Kostendeckelung festgelegt und wolle die Vereinbarung zunächst auf drei Jahre befristen.

„Zusätzlich soll mit dem RVO nachverhandelt werden, um Vergünstigungen für Senioren zu erreichen“, erklärt der Rathauschef. So sollen nicht nur Urlauber profitieren, sondern auch Einheimische, die zum Beispiel für Arzttermine in Lenggries und Bad Tölz auf den Bus angewiesen sind.

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